Trump: Abkommen mit Iran „könnte mir nicht egaler sein“
02.09.2026, 10:04Lesezeit: 1 Min.

US-Präsident spielt Aussichten auf Einigung herunter +++ Amerika greift wieder Ziele in Iran an +++ Teheran dankt Putin für Haltung während des Krieges +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Trump: Einigung „könnte mir nicht egaler sein“
Mal behauptet Donald Trump, Iran sei so gut wie besiegt, dann wieder, man stehe kurz vor einer Einigung über ein Kriegsende. In der Nacht hat er nun die Chancen auf eine Vereinbarung heruntergespielt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident, er versuche „nicht, den Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen“. „Es könnte mir nicht egaler sein, ob sie ein für sie wertloses Abkommen unterzeichnen“, so Trump. „Unsere jetzige Position gefällt mir viel besser“, fuhr der Präsident fort und wiederholte Behauptungen, wonach die iranische Wirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch stehe.
Zuvor hatten die USA abermals Iran angegriffen, die iranische Revolutionsgarde reagierte nach eigenen Angaben mit Vergeltungsschlägen. Zudem griff das US-Militär zwei iranische Tanker im Rahmen einer neuen, von Trump genehmigten „Tanker für Tanker“-Strategie an, wie das Portal „Axios" unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten amerikanischen Beamten berichtete. Zuvor waren zwei Öltanker, die versuchten, die Straße von Hormus zu verlassen, kurz nacheinander von Projektilen getroffen worden, wie der Seesicherheitsdienstleister Marisks mitteilte. Die Ölpreise stiegen derweil weiter. Die Nordseesorte Brent legte um mehr als ein Prozent auf 95,47 Dollar je Barrel zu.

Auto in Iran rast in Pro-Regierungsversammlung
In Iran ist ein Autofahrer in eine nächtliche Versammlung von Regierungsanhängern gerast und hat vier Menschen getötet. Weitere zehn Menschen wurden bei dem Vorfall in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad verletzt, wie iranische Medien übereinstimmend berichteten. Die Ursache war unklar. Staatsmedien verbreiteten die Darstellung, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Der Fahrer habe sich „nicht in einem normalen Zustand“ befunden und die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Er sei am Ort des Vorfalls festgenommen worden.
In den sozialen Medien spekulierten Nutzer hingegen über eine gezielte Amokfahrt gegen Regierungsanhänger und Militärangehörige. Seit Beginn des Irankrieges mobilisiert die Regierung in Teheran Anhänger in den großen Metropolen, die sich nachts auf öffentlichen Plätzen versammeln und Geschlossenheit demonstrieren.
USA beenden Angriffswelle gegen Ziele in Iran
Die USA haben ihre Angriffe auf Ziele in Iran nach Angaben des Militärs wieder beendet. Die US-Streitkräfte griffen Ziele der iranischen Revolutionsgarden an, darunter Luftabwehrstellungen, Radarsysteme sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen, wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Die Angriffe seien eine Folge der versuchten iranischen Angriffe auf Handelsschiffe und US-Ziele in der Region. Die mehr als 50.000 US-Streitkräfte in der Region des Persischen Golfs seien weiterhin bereit, Angriffe durchzuführen, hieß es.
Auch Kuwait meldet Beschuss aus Iran
Der Golfstaat Kuwait ist abermals Ziel iranischer Angriffe geworden. Wie das Militär des mit den USA verbündeten Landes in der Nacht mitteilte, wehrte die Luftabwehr „Angriffe feindlicher Drohnen“ aus Iran ab. Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen.
Jordanien: Mehrere ballistische Raketen aus Iran abgefangen
Jordanien ist nach Angaben seiner Armee abermals Ziel eines iranischen Luftangriffs geworden. Insgesamt seien 13 aus Iran gestartete ballistische Raketen in den Luftraum des Königreichs eingedrungen, erklärte die jordanische Armee am Dienstag. Zehn davon seien von der Luftabwehr abgefangen worden. Drei weitere schlugen demnach in abgelegenen Gebieten ein. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.
Irans Präsident bedankt sich bei Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin und Irans Präsident Massud Peseschkian haben sich erstmals seit Beginn des Irankriegs persönlich getroffen. Die beiden Staatschefs kamen am Dienstag am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan zusammen. Peseschkian dankte Putin für die russische Haltung während des Krieges.
Der iranische Präsident hob hervor, dass Russland in jeder Phase seine Standpunkte vertreten habe, „sowohl während die Kämpfe und die feindlichen Handlungen stattfanden als auch unter normalen Umständen, als die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen uns verhängt haben“, sagte Peseschkian.
Laut einer Erklärung der iranischen Präsidentschaft erörterten die beiden Staatschefs bei ihrem Treffen „den Stand der bilateralen Beziehungen“ und sprachen über Wege, „die Zusammenarbeit auf vielen Feldern zu verstärken und auszuweiten“.
Putin sicherte dem iranischen Präsidenten Russlands weitere Unterstützung zu. „In dieser schwierigen Zeit versuchen wir, ihnen die notwendige Hilfe zukommen zu lassen; wir haben darüber gesprochen und liefern die benötigten Waren“, sagte Putin. Details nannte er nicht.
Der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit gehören China, Belarus, Indien, der Iran, Pakistan, Russland sowie vier zentralasiatische Staaten an. Am ersten Tag des Gipfels am Montag hatte Putin den chinesischen Präsidenten Xi Jinping getroffen. Beide hoben die guten Beziehungen zwischen ihren Ländern hervor.
Iran kritisiert US-Sanktionen: „Verhalten aus der Steinzeit“
Irans Regierung hat die Einschränkung von Sprachtests im Zuge der neuen US-Sanktionen scharf kritisiert. „Das Ziel des Feindes ist es, unser Land durch Sanktionen zur Kapitulation zu zwingen“, sagte Wissenschaftsminister Hussein Simai Saraf, wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete. Dass nun auch ein renommierter Sprachtest für Englisch betroffen ist, bezeichnete er als „Verhalten aus der Steinzeit“.
In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass der als TOEFL bekannte Sprachtest (Test of English as a Foreign Language) wegen der Sanktionen in Iran künftig nicht mehr absolviert werden kann. Auch ein Test auf der beliebten Sprachlern-App Duolingo ist künftig nicht mehr verfügbar. Bereits zu Jahresanfang wurden im Iran Prüfungen für den IELTS-Test (International English Language Testing System) eingestellt.
Iran: Werden bei US-Rückkehr zu Interimsabkommen umgehend nachziehen
Iran wird nach den Worten seines Präsidenten Massud Peseschkian umgehend nachziehen, sollten die Vereinigten Staaten zu ihren Verpflichtungen aus einem im Juni unterzeichneten vorläufigen Abkommen zurückkehren. Dies sagte Peseschkian auf dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Bischkek, wie die iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtet. Am Wochenende hatte es erneut Angriffe der USA auf Iran sowie Vergeltungsschläge in der Region gegeben, nachdem es seit Ende Juli vergleichsweise ruhig geblieben war. Zudem hatten die USA vor einer Woche neue Sanktionen gegen Iran angekündigt.
Wieder Tanker in Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist abermals ein Öltanker angegriffen worden. Er sei während der Ausfahrt aus der Meerenge von „drei unbekannten Geschossen“ getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall habe sich rund 30 Kilometer östlich des omanischen Ortes Khasab ereignet. Es gebe keine Verletzten.
G20-Treffen: USA wollen den Iran wirtschaftlich isolieren
US-Finanzminister Scott Bessent will mit Hilfe der G20-Gruppe Iran wirtschaftlich isolieren. „Wir werden weiterhin Druck ausüben“, sagte Bessent am Montag zum Auftakt eines zweitägigen Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer in Asheville im US-Bundesstaats North Carolina. Darüber habe er mit den Partnerländern bilateral bereits „sehr gute Gespräche geführt“, sagte Bessent, der das Treffen leitet. Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne, der neben Deutschland und der EU unter anderem auch China angehört. Bessent sagte weiter, das Vorgehen zur wirtschaftlichen Isolierung Iran könnte „binnen Wochen oder Monaten“ Erfolge zeigen.
Die US-Regierung hatte vor einer Woche neue Sanktionen gegen Iran und seine Handelspartner verkündet. Künftig wollen die USA alle Länder ächten, welche mit Teheran Geschäfte in Schlüsselsektoren machen. Dazu gehören neben der Ölbranche unter anderem technologische Güter sowie die Luft- und Schifffahrt. Der französische Finanzminister Roland Lescure setzt beim Thema Iran auf eine enge Abstimmung mit den USA. „Die USA haben eine Vorstellung davon, wie die Sanktionen verschärft werden können“, sagte Lescure in Asheville. „Wir werden mit ihnen besprechen, ob wir dabei helfen können“, sagte er. Die USA setzen daneben auch auf militärischen Druck auf Teheran. Erstmals seit rund einem Monat hatten die US-Armee und der Iran am Wochenende wieder gegenseitig Ziele in der Golfregion angegriffen.
Deutschland wird in Asheville durch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundesbankchef Joachim Nagel vertreten.
Trump: „Iran ist eine gescheiterte Nation“
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Iran als „gescheiterte Nation“ bezeichnet und die Führung scharf angegriffen. „Iran ist offiziell eine gescheiterte Nation“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Das Land sei „tot“. Es habe keine Marine, keine Luftwaffe, keine Währung mehr, es bezahle Soldaten oder Polizisten nicht, es gebe eine hohe Inflation und die Führung befinde sich in „völliger Unordnung“ und sei nicht in der Lage, das Land angemessen zu vertreten.
Er forderte zudem eine Anklage gegen die Verantwortlichen nach dem Tod von Demonstranten. „Sie müssen wegen Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt werden“, schrieb Trump. Die USA erkennen den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, der Kriegsverbrechen verfolgt, allerdings an. Trump geht sogar mit Sanktionen gegen das Gericht vor.
Iran meldet zwei Tote durch US-Angriff auf Insel Larak
Bei den jüngsten US-Angriffen in Iran sind iranischen Staatsmedien zufolge zwei Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf die iranische Insel Larak in der Straße von Hormus am Sonntagabend „gab es zwei Märtyrer und mehrere weitere Menschen wurden verletzt“, sagte der Gouverneur der Nachbarinsel Keschm, Hossein Amir Tejmuri, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna vom Montag.
Emirate melden Drohne über Hoheitsgewässern
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben bestätigt, dass eine Drohne aus Iran über ihren Hoheitsgewässern entdeckt worden ist. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums reagierte die Luftwaffe der VAE auf die Drohne, die aus Richtung Irans gekommen sei. Einzelheiten gab das Ministerium zunächst nicht bekannt.
Angaben des Staatsfernsehens in Teheran, nach denen iranische Streitkräfte einen von den USA genutzten Stützpunkt in den Emiraten angegriffen hätten, wies die Armee der VAE jedoch zurück. Berichte über einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al Minhad „entbehren jeder Grundlage“, teilte das Verteidigungsministerium in Dubai am Montag auf der Plattform X mit.
Die iranische Armee hatte zuvor laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim von einem Angriff mit Dutzenden Drohnen auf ein Ziel in den Emiraten gesprochen. Demnach wurde der Flugplatz Minhad südöstlich von Dubai ins Visier genommen.





