Anthropic legt bei Claude nach: Fable 5.1 übernimmt Benchmark-Führung

1 hour ago 1

Anthropic hat Claude Fable 5.1 und Claude Mythos 5.1 veröffentlicht. Das allgemein verfügbare Fable 5.1 legt laut Anthropic vor allem bei langlaufenden Agentenaufgaben, Coding und Wissensarbeit zu.

In Anthropics eigenen Tests fällt der Sprung besonders bei agentischen Aufgaben aus: Auf Terminal-Bench-Science, einem Test für komplexe wissenschaftliche Arbeitsabläufe, steigt Fable 5.1 von 24,7 auf 52,6 Prozent. Auf Terminal-Bench 4.0, das agentische Coding-Aufgaben in einer Terminal-Umgebung prüft, verbessert sich das Modell von 42,0 auf 55,8 Prozent. Beim AutomationBench, der mehrstufige Büroaufgaben über verschiedene Anwendungen hinweg simuliert, steigt Fable 5.1 von 17,1 auf 31,4 Prozent. Weitere, meist kleinere Zuwächse meldet Anthropic bei Wissensarbeit, Computersteuerung und allgemeinem Schlussfolgern.

Externe Tests von Artificial Analysis stützen den Leistungssprung. Fable 5.1 erzielt bei maximaler Denkleistung mit 66 Punkten einen neuen Spitzenwert im Intelligence Index und führt damit das Ranking an. Zum Vergleich: Fable 5 erreicht 62 Punkte, Opus 5 kommt auf 63 und GPT-5.6 Sol auf 61 Punkte. Auch bei Terminal-Bench v2.1 und SciCode erzielt Fable 5.1 die bislang höchsten Werte. Bei anderen Tests für agentische Wissensarbeit liegt es allerdings praktisch gleichauf mit Opus 5.

Fable 5.1 bleibt eines der teuersten Spitzenmodelle. Die regulären API-Preise ändern sich gegenüber Fable 5 nicht und liegen weiterhin bei 10 Dollar pro Million Eingabe-Token und 50 Dollar pro Million Ausgabe-Token. Damit kostet Fable 5.1 bei normalen Ein- und Ausgabe-Token doppelt so viel wie Opus 5. Anthropic selbst empfiehlt Opus 5 für die meisten Anwendungen und Fable 5.1 vor allem für besonders anspruchsvolle und langwierige Aufgaben.

Claude Fable 5.1 erreicht mit 66 Punkten den bislang höchsten Wert im Intelligence Index von Artificial Analysis.

(Bild: Artificial Analysis)

Deutlich günstiger wird dagegen die wiederholte Nutzung bereits verarbeiteter Inhalte. Cache Reads kosten nur noch 0,25 statt 1 Dollar pro Million Token. Damit sind sie bei Fable 5.1 sogar halb so teuer wie bei Opus 5. Davon profitieren insbesondere Workloads, bei denen bereits verarbeiteter Kontext wiederverwendet wird. Anthropic schätzt, dass die Gesamtkosten gegenüber Fable 5 dadurch bei typischen Workloads um rund 25 Prozent und bei stark agentischen Workloads um bis zu etwa 45 Prozent sinken.

Die Tests von Artificial Analysis zeigen allerdings, dass ein höherer Tokenverbrauch diese Ersparnis wieder aufzehren kann. Bei maximaler Denkleistung erzeugte Fable 5.1 rund 1,7-mal so viele Ausgabe-Token wie Fable 5. Eine Aufgabe im Intelligence Index kostete dadurch im Schnitt 3,76 Dollar. Das sind 20 Prozent mehr als mit Fable 5 und rund 60 Prozent mehr als mit Opus 5.

Anthropic hat auch die Schutzmechanismen überarbeitet. Fable 5.1 darf nun Schwachstellen in Quellcode identifizieren, während riskantere Cyberaufgaben wie Penetrationstests, Exploit-Generierung und binäres Schwachstellen-Scanning weiterhin eingeschränkt bleiben. Durch die präziseren Schutzmechanismen greifen die Cyber-Safeguards in Claude Code laut Anthropic im Schnitt rund 60 Prozent seltener ein als bei Fable 5.

Das nur für geprüfte Nutzer und Organisationen zugängliche Mythos 5.1 verfügt über weniger strikte Cyber-Safeguards als Fable 5.1. In internen Sicherheitstests zeigte es die stärksten Cyberfähigkeiten aller bislang veröffentlichten Anthropic-Modelle, liegt nach Einschätzung des Unternehmens aber noch unter der Schwelle zur höheren Cyber-Risikokategorie.

Fable 5.1 und Mythos 5.1 sind die ersten neuen Claude-Modelle mit Anthropics Text-Wasserzeichen. Eine zunächst beschränkt zugängliche Erkennungs-API soll unter anderem Medien, Faktencheckern und Forschern ermöglichen, solche Texte zu identifizieren.

(tobe)

Read Entire Article