Seit Jahren existieren Anwendungen, die Fotos realer Personen per KI entkleiden. Jetzt hat die EU eine eindeutige Antwort formuliert. Am 7. Mai 2026 einigten sich Rat und Parlament auf ein neues Verbot im Rahmen des AI Act Omnibus: KI-Systeme, die nicht-konsensuelle intime Inhalte erzeugen, dürfen in Europa nicht mehr betrieben werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Verbot gilt für KI-generierte nicht-konsensuelle Nacktbilder, -videos und -audios
- Betroffen auch: KI-Systeme, die Kindesmissbrauchsmaterial generieren
- Compliance-Deadline: 2. Dezember 2026
- Ausnahmen nur für Systeme mit nachweislichen technischen Schutzmechanismen
- Transparenzpflicht für KI-Inhalte: Frist von 6 auf 3 Monate gekürzt
Was genau unter das Verbot fällt
Europäisches Parlament verbietet KI-Systeme, die intime Bilder, Videos oder Audio von Personen ohne Zustimmung erstellen. Ausnahmen für Systeme mit Schutzmaßnahmen gegen MissbrauchDas Verbot gilt laut Europäischem Parlament für KI-Systeme, die intime Körperteile einer identifizierbaren Person oder sexuell explizite Aktivitäten dieser Person ohne Einwilligung darstellen. Das umfasst Bild, Video und Audio. Anwendungen, die technische Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch nachweislich implementiert haben, sind ausgenommen.
Die Frage, auf welchen Daten solche Systeme trainiert wurden, ist dabei nicht nebensächlich. Der Bericht, ob KI-Trainingsdaten illegal erbeutet wurden, zeigt: Das Rechtsproblem beginnt oft lange vor der Ausgabe.
Dieses Verbot war überfällig. Technologische Möglichkeit ist kein Freibrief. Europas Antwort macht klar: Was ohne Einwilligung verletzt, ist auch ohne Einwilligung illegal.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. WebWas Anbieter jetzt tun müssen
Bis zum 2. Dezember 2026 müssen alle Betreiber entsprechender KI-Systeme ihre Produkte anpassen oder einstellen. Parallel dazu gilt die verkürzte Transparenzpflicht für KI-generierte Inhalte: drei Monate statt sechs, ebenfalls mit Dezember-Deadline.
Für Unternehmen, die KI-gestützte Bildgenerierung anbieten oder intern nutzen, gilt: Die rechtliche Prüfung gehört jetzt auf die Agenda. Der LLMs-Ratgeber hilft dabei, die eigene KI-Nutzung einzusortieren. Die Zeit bis Dezember ist kürzer als sie klingt.
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