Deepseek stand im Juni 2026 an der Spitze der am stärksten wachsenden Software-Anbieter unter Ramp-Kunden. Die Kategorie misst auffälliges Wachstum relativ zur Größe.
Laut Ramp-Chefökonom Ara Kharazian zahlen US-Firmen direkt an Deepseek und senden Daten über dessen Plattform. Es handelt sich also nicht nur um selbst gehostete Open-Source-Nutzung. Kharazian warnt in diesem Kontext vor Sicherheits- und Wettbewerbsrisiken bei der direkten Nutzung chinesischer Modelle und bezweifelt, dass der Trend von Dauer ist.
Bild: RampDeepseek brachte zuletzt Deepseek V4 auf den Markt. Das Modell reicht zwar nicht an die westlichen Spitzenmodelle heran, kostet aber um ein Vielfaches weniger. Die Lücke bei der Leistung ist deutlich kleiner als die Lücke beim Preis.
Deepseek hatte bereits im Januar 2025 einen kurzen Hype erlebt und war laut Ramp AI Index auf 0,3 Prozent Verbreitung unter US-Unternehmen gestiegen, fiel dann aber schnell auf 0,1 Prozent zurück. Insgesamt führen westliche Anbieter deutlich. Die Daten basieren auf realen Transaktionen von mehr als 50.000 Unternehmen.
Der Trend passt dennoch ins Gesamtbild: Laut einer Statistik aus dem Dezember 2025 haben chinesische Modelle wie Deepseek und Alibabas Qwen die US-Konkurrenz bei den Downloadzahlen auf Hugging Face 2025 erstmals überholt. Sie kommen auf über 44 Prozent aller Abrufe populärer neuer Modelle.
Anzeichen für eine entstehende Tokenökonomie
Einen möglichen Grund für Deepseeks erfolgreichen Juni sieht Kharazian darin, dass Unternehmen zunehmend kostenbewusster mit KI-Ausgaben umgehen. Neben Deepseek wachsen auch Inferenz-Plattformen wie Fireworks AI, fal AI und DeepInfra. Über sie nutzen Firmen Open-Source-Modelle statt OpenAI oder Anthropic.
Hier zeigen sich erste Anzeichen einer sogenannten Tokenökonomie. Unternehmen wählen KI-Modelle gezielt nach Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Zuletzt gab es umfassende Diskussionen über den Return on Invest des KI-Einsatzes, der für viele Firmen schwer messbar ist. Parallel dazu stiegen die Preise bei allen Herstellern.
Was sich laut Ramp bislang nicht bewahrheitet, ist ein Massensterben etablierter Software, weil Menschen alles mit KI erledigen. Diese sogenannte "SaaSpocalypse" bleibt aus. Design-Tools wie Figma und Paper sind trotz Anthropics Claude weiterhin gefragt, so Ramp.
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