Workslop: Wenn generative KI die Arbeit behindert

3 months ago 4

Künstliche Intelligenz hat den Ruf, bei der Arbeit durchaus aushelfen zu können. Allerdings kann auch das Gegenteil eintreten: Generative KI verursacht mehr Arbeit und senkt die Produktivität. Das kommt laut aktuellen Studien dann vor, wenn KI genutzt wird, um sogenannten „Workslop“ zu produzieren. Entsprechend ernten bisher nur wenige Unternehmen wirklich finanzielle Früchte ihrer KI-Investitionen.

Das MIT Media Lab hat etwa ermittelt, dass ca. 95 % der Organisationen, die in KI investiert haben, bisher keine wirtschaftlichen Vorteile dadurch erhalten haben. Einer der möglichen Gründe: Einige Mitarbeiter nutzen KI-Tools, um damit auf den ersten Blick solide wirkende Arbeitsergebnisse zu generieren, die sich am Ende aber als sinnlos erweisen und dadurch den Kollegen wieder mehr Aufwand bescheren. Analog zu AI Slop, den ihr z. B. aus sozialen Netzwerken kennt, spricht Harvard Business Review daher von „Workslop“. Darunter versteht man KI-generierte Arbeiten, die sich als sinnvolle Ergebnisse tarnen, aber am Ende die eigentliche Aufgabenlösung gar nicht voranbringen.

Was dann dabei herauskommt, ist nur eine Verlagerung der Arbeit: Jemand spart sich Aufwand und generiert Workslop, der dann aber aufwändig vom jeweiligen Empfänger überarbeitet und korrigiert werden muss. In den USA scheint das schon ein Problem zu sein, denn in einer industrieübergreifenden Umfrage haben dort 40 % der Befragten angegeben, im letzten Monat mit Workslop zu tun gehabt zu haben. Am Ende erledigt also nicht die KI die Aufgabe, sie hilft nur mit einer Täuschung sozusagen dabei, den Arbeitsauftrag von einem Menschen zum nächsten weiterzureichen.

Workslop verursacht hohe Kosten

Workslop kann dabei hohen Zeitaufwand verursachen – im Durchschnitt seien das pro Workslop-Vorfall laut einer Untersuchung fast zwei Stunden. So müssen die Betroffenen entweder die Arbeit nochmal zurück zum Verursacher dirigieren, selbst die Aufgabe neu ausführen oder aufwändige Korrekturen durchführen. Dabei ergeben sich zudem oft Stresssituationen, weil Betroffene, die Workslop erhalten, oft genervt, verwirrt oder verärgert sind. In Zusammenarbeiten sinkt oft das gegenseitige Vertrauen.

Wer einmal Workslop von einem Kollegen hat, ist danach in der Regel weniger interessiert, mit diesem nochmals zusammenzuarbeiten. „Drückeberger“ hat es natürlich im Beruf schon immer gegeben, generative KI verschärft dieses Problem jedoch. Gegensteuern lässt sich wohl primär mit einer realistischen Herangehensweise an KI, welche den Einsatz weder verherrlicht noch verteufelt. Hier befinden sich die meisten Unternehmen derzeit aber noch in einer Selbstfindungsphase.

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