WiZ HDMI Sync Box im Test: Die günstige Alternative zu Philips Hue

6 months ago 7

Signify, das Unternehmen hinter der Marke Philips Hue, hat mit der Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K bereits eine Lösung am Markt, mit der ihr eine Art Ambilight-Lösung nachrüsten könnt. Das Ganze arbeitet eben im Hue-Ökosystem, ihr benötigt also separat eine Bridge und die passenden Leuchtmittel. Die Marke WiZ stellt als günstigere Alternative die HDMI Sync Box zur Verfügung. Ich habe mir jene im Test einmal für euch angeschaut.

Wer es nicht im Kopf hatte: Auch WiZ ist eine Marke von Signify, man macht sich hier also in gewisser Weise selbst Konkurrenz. Jedoch bedienen Hue und WiZ durchaus unterschiedliche Zielgruppen. Die Hue-Produkte sind deutlich teurer und hochwertiger verarbeitet. Obendrein nutzen sie Zigbee als kabellosen Standard. WiZ setzt eher auf ein aggressives Preis-Leistungs-Verhältnis und ist im Wi-Fi-Netzwerk mit seinen Produkten unterwegs.

Oben die Hue-Box, unten die Version von WiZ – mit deutlich weniger HDMI-Ports.

Das gilt dann auch für die hauseigene WiZ HDMI Sync Box – hier die Produktseite. Das grundlegende Prinzip dieser Lösung ist aber zur Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K identisch. So verbindet ihr die kleine Kiste per HDMI-Kabel mit euerem Smart-TV. Externe Zuspieler, wie einen Streaming-Player, einen Ultra HD Blu-ray-Player oder eine Spielekonsole, schließt ihr ebenfalls per Kabel an die Box an. Letztere schleift nicht nur das Bild- und Tonsignal durch, sondern greift dabei die Farbinformationen ab und synchronisiert diese mit eurer Beleuchtung. Habt ihr also z. B. einen passenden WiZ-Lightstrip an die Rückseite eures Fernsehgeräts angebracht, dann erhaltet ihr eine Hintergrundbeleuchtung, wie bei Ambilight.

Die WiZ HDMI Sync Box ist mit ihrem Preis von rund 80 Euro deutlich günstiger als die Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K, welche rund 300 Euro kostet. Der Preisunterschied bedingt jedoch auch deutliche Abstriche. Hat die Hue-Box etwa Anschlüsse für bis zu vier HDMI-Zuspieler an Bord, so bietet die WiZ HDMI Sync Box nur einen einzigen. Obendrein unterstützt die Hue-Lösung volles HDMI 2.1 – auch zum Beispiel mit Unterstützung für VRR und 4K bei 120 Hz. Die kleine Kiste von WiZ beschränkt sich auf HDMI 2.0 und damit maximal 60 Hz – ohne VRR.

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Ausstattung und Verarbeitung

Dafür hat die WiZ HDMI Sync Box gegenüber der Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K auch einen klaren Vorteil. Denn trotz des niedrigeren Preises liegt hier direkt im Lieferumfang bereits ein RGBIC-LED-Strip bei. Ihr habt also im Grunde in der Verpackung direkt alles, was ihr zum Loslegen benötigt. Auch ein Netzteil, ein HDMI-Kabel und natürlich eine Anleitung schlummern direkt im Paket. Der beiliegende Strip unterscheidet sich komplett von den Philips Hue Gradient Lightstrips. Er fällt schmal und dünn aus und muss per USB mit der Box verkabelt werden. Das macht natürlich die Aufstellung dann etwas unflexibler.

Bei WiZ hat man sich offenbar schon gedacht, dass viele potenzielle Käufer gerne mehrere Geräte per HDMI mit der HDMI Sync Box verbinden würden. Daher weist man in der Anleitung darauf hin, dass dies über separat erhältliche Splitter möglich ist. Ich habe da mal eine Variante von CableDeconn ausgetestet – wie erwartet hat alles tadellos funktioniert. Sorgt aber natürlich für noch mehr Kabelsalat. Auch das Durchreichen von Dolby Atmos und Dolby Vision klappt beispielsweise.

Die WiZ HDMI Sync Box deutlich kompakter, aber auch aus günstigerem Kunststoff hergestellt. So wirkt die kleine Kiste zwar unauffälliger, aber fühlt sich auch nicht sonderlich hochwertig an. Dafür hat sie einen Power-Button an Bord, lässt sich also auch einfach abschalten – das ist bei der Hue-Variante nicht vorgesehen. Zum Testen hat mir übrigens die Variante für TV-Geräte mit 55 bis 65 Zoll vorgelegen. Steuern könnt ihr die Angelegenheit entweder über die WiZ-App oder die WiZmote. Letztere besitze ich nicht, bin also per App ans Werk gegangen.

In der App könnt ihr etwa auch einrichten, dass die Box sich automatisch einschaltet, sobald ein HDMI-Signal erkannt wird. Obendrein wählt ihr dort aus vier Synchronisationsmodi: Filmisch, Lebendig, Entspannung und Rhythmisch. Riesig sind die Unterschiede dabei nicht, aber Entspannung sorgt z. B. für eher sanfte, langsame Übergänge zwischen den Farben – gut für einen ruhigen Film geeignet, weniger fürs Gaming. Rhythmisch ist dann im Verhalten etwas „pumpender“, um seinem Namen gerecht zu werden, was visuell zu Musik passt. Meistens solltet ihr mit Filmisch für Filme und Serien und mit Lebendig für Spiele hinkommen.

Wichtig: Wollt ihr weitere WiZ-Lichter mit dem TV synchronisieren, müssen diese im selben Wi-Fi-Netzwerk unterwegs sein. Ich hatte da anfangs durch meinen Repeater bei der Verknüpfung Probleme und musste diesen temporär abschalten, um die Gradient Light Bar in meinen TV-Bereich hieven zu können.

WiZ HDMI Sync Box im Praxistest

Signify hat mir für den Test zusätzlich, ihr habt es eben erfahren, noch die neue Gradient Light Bar zur Verfügung gestellt. Die ist eine gute Ergänzung zum Set der HDMI Sync Box und lässt sich entweder flach unter dem TV platzieren oder links und rechts eures Bildschirms. Ein Kit mit zwei Leuchten kostet 59,99 Euro, das ist also im Vergleich mit Hue-Produkten auch ziemlich verträglich. Zumal die Light Bars sogar mit Matter kompatibel sind. Das gefällt mir preislich persönlich alles richtig gut.

Ich hatte ja im letzten Jahr bei meinem Test der Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K auf ein Problem bei OLED-TVs hingewiesen. Zumindest an meinem LG OLED C9 passte der Gradient Lightstrip mehr schlecht als recht ans TV-Gehäuse, weil es eben unten und oben unterschiedlich dick ist. Letzten Endes kam es, wie es wohl kommen musste: Nach einem Wochenendtrip fand ich die ganze Chose abgesprungen auf meinem Lowboard vor – schade. Ist natürlich ein spezielles Problem, das nicht bei allen TV-Modellen auftreten wird. Solltet ihr aber vor dem Kauf im Kopf haben.

Auch den RGBIC-LED-Strip der WiZ HDMI Sync Box musste ich deswegen krümmen, sodass er teilweise in der Luft hängt (siehe oben). Dennoch sitzt die Konstruktion sicherer, weil der Streifen selbst deutlich schmaler und leichter ist. Da der Strip sowohl für Smart-TVs mit 55 als auch 65 Zoll Diagonale gedacht ist, steht er aber bei meinem C9 mit 55 Zoll fast über. Hier musste ich sehr darauf achten, Millimeterarbeit zu verrichten.

Da der LG OLED C9 einen sehr niedrigen Ständer einsetzt, ergab die horizontale Aufstellung der Gradient Lught Bar in meinem Fall keinen Sinn. Letzten Endes ist mein Setup ohnehin mit Xbox Series X links und PS5 Pro rechts ziemlich vollgepackt, doch die Light Bars haben da durchaus noch ihren Platz gefunden. In meinem Szenario habe ich sie eher dezent eingestellt, weil mich sonst beim Spielen die Geräte zu sehr „angrinsen“.

Nun zu einigen wichtigen Punkten: Sollte sich von selbst verstehen, aber die WiZ HDMI Sync Box kann die Beleuchtung nur mit Bildinhalten synchronisieren, die von externen Zuspielern per HDMI an eueren TV geleitet werden. Simples Beispiel: Ihr habt einen Streaming-Player wie den Apple TV 4K per HDMI am TV? Dann klappt das Ganze super. Ihr nutzt die internen Smart-TV-Apps? Dann nützt euch die Box leider nichts.

Auch ist die Latenz hier etwas höher als bei der Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K, was natürlich an der kabellosen Schnittstelle Wi-Fi statt Zigbee liegt. Beim Ansehen von Filmen und Serien bemerkt man das Ganze relativ selten, vor allem bei sehr rasanten Schnitten kann es aber mal zu einem kurzen Bruch kommen – sollten sich die Fans von Michael Bay beispielsweise merken. Schwerer wiegt die höhere Latenz beim Gaming, wobei das ja eh bei der WiZ HDMI Sync Box so eine Sache ist, weil diese eben nur ein 60-Hz-Signal ohne VRR durchreichen kann. Selbst wenn ihr nicht mit einer nativen Bildrate von 120 Hz zockt, kann das zum Problem werden.

Beispiel: Mein LG OLED C9 nutzt eine Bildwiederholrate von 120 Hz, weswegen ich die Xbox Series X und meinen Gaming-PC ebenfalls ein 120-Hz-Signal an den TV ausgeben lasse, auch wenn ich z. B. ein Spiel mit 60 fps zocke. Denn die höhere Bildwiederholrate kann nämlich dennoch positive Auswirkungen auf den Input-Lag haben. Das funktioniert aber in Kombination mit der WiZ HDMI Sync Box nicht, weil dann kein Videosignal beim Fernseher ankommt.

Ansonsten finde ich die Synchronisation der WiZ HDMI Sync Box und die Beleuchtungsergebnisse gemessen am Preis aber richtig stark. Wer es hauptsächlich darauf anlegt, eine saubere und günstige Ambilight-Alternative für Filme und Serien nachzurüsten, und die Hue-Produkte zu teuer findet, wird hier aus meiner Sicht wirklich gut versorgt.

Mein Fazit

Die WiZ HDMI Sync Box ist zu einem attraktiven Preis eine sinnvolle Alternative zur Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K. Ihr müsst aber eben in allen Bereichen deutliche Abstriche hinnehmen: Wi-Fi statt Zigbee, nur ein HDMI-Eingang für maximal 60 Hz und eine etwas höhere Latenz bei der Synchronisation der Beleuchtung mit den jeweiligen Bildinhalten. Aber dafür zahlt ihr hier eben auch nur rund 80 statt 300 Euro – und habt im Lieferumfang direkt einen Lightstrip mit dabei. Da ist klar, dass der Anspruch ein etwas anderer sein sollte.

Entsprechend empfinde ich die WiZ HDMI Sync Box für Haushalte, in denen einfach am Wohnzimmer-TV z. B. ein Streaming-Player wie ein Amazon Fire TV Stick oder ein Apple TV 4K hängt, als super Lösung. Ihr könnt hier mit wenig Aufwand und überschaubarem Aufwand ohne Gefrickel eine Ambilight-Alternative nachrüsten. Zu achten ist aber auch hier auf das Design eurer TV-Rückseite, da es bei OLED-Fernsehern zu Problemen mit der Befestigung kommen kann.

Insgesamt kann ich die WiZ HDMI Sync Box aber voll und ganz empfehlen und ich denke, sie wird für viele Haushalte eine preislich attraktive Lösung sein, um im Wohnzimmer stimmungsvolle Beleuchtung, passend zum TV-Genuss, nachzurüsten.

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