Wenn Druckerhersteller die Kunden einschränken – Brothers neue Firmware-Politik

10 months ago 9

„Mein“ nicht betroffener HL-L2340DW

„Du warst der Auserwählte. Es hieß, dass du die Sith vernichten würdest, und nicht, dass du dich ihnen anschließt. Du würdest die Macht ins Gleichgewicht bringen und nicht ins Dunkel stürzen.“ — Obi-Wan Kenobi zu Darth Vader

Brother galt lange Zeit sicher nicht nur bei mir als kundenfreundlicher Druckerhersteller, der die Nutzung von Fremdtonern tolerierte. Diese Zeiten scheinen laut vieler Berichte vorbei zu sein. Neue Firmware-Updates des Unternehmens führen angeblich zu einer gezielten Verschlechterung der Druckqualität, wenn Nutzer keine Original-Toner verwenden. Verbraucherschützer Louis Rossmann hat sich dem Thema angenommen:

Die Strategie ist subtil: Anders als bei Konkurrenten wie HP werden Fremdtoner nicht komplett blockiert. Stattdessen verschlechtert sich nach einem Firmware-Update die Druckqualität merklich. Die automatische Farbanpassung funktioniert nicht mehr richtig, was zu verschobenen Ausdrucken führt.

Besonders problematisch: Brother informiert die Nutzer beim Update nicht über diese Änderungen. Erst wenn Probleme auftreten, erfahren Kunden vom Support, dass die Installation von Original-Tonern die Lösung sei. Die Firmware-Updates lassen sich zudem kaum rückgängig machen, da Brother ältere Versionen von seinen Servern entfernt. Ein echter Lurch-Move.

Diese Praxis wurde durch Nutzerberichte auf verschiedenen Plattformen wie Hacker News und Reddit dokumentiert. Beispielsweise stellten Besitzer des Brother MFC-3750 fest, dass nach einem Update die automatische Farbanpassung bei Fremd-Tonern nicht mehr funktionierte. Der Brother-Support bestätigte in solchen Fällen, dass Original-Toner das Problem sofort beheben würden.

Die Entwickler-Community auf GitHub hat die Firmware-Updates genauer untersucht. Das Ergebnis: Mit jeder neuen Version werden mehr Fremdtoner ausgesperrt. Diese Strategie ähnelt HPs „Dynamic Security“, einem System, das Drittanbieter-Patronen blockiert.

Für Verbraucher bedeutet dies höhere Kosten, da sie gezwungen sind, teure Original-Toner zu kaufen. Die einzigen Alternativen sind: Entweder man verzichtet auf Firmware-Updates, was vielleicht Sicherheitsrisiken birgt, oder man versucht eine eventuell komplizierte Zurücksetzung auf ältere Firmware-Versionen.

Diese Entwicklung reiht sich in eine nervige Tendenz der Druckerindustrie ein. Auch andere Hersteller wie Epson und Canon nutzen technische Einschränkungen, um Kunden an ihre Original-Produkte zu binden. Epson lässt Patronen ablaufen, selbst wenn sie noch voll sind, Canon blockiert Funktionen bei niedrigem Tintenstand.

Das ist eine harte Nummer, wenn das ausgeweitet wird. Hand aufs Herz: Mich fragen echt viele Menschen nach Gut-und-günstig-Laserdruckern. „Carsten, was nutzt du?“ Seit Ewigkeiten antwortete ich ruhigen Gewissens: Brother, Modell xyz. Ich selbst habe seit gefühlten 100 Jahren (okay, es sind 9) die kleine, schwarze Kiste (Modell HL-L2340DW) in der Ecke stehen – Toner gibt es für den schmalen Euro. Bei der letzten Recherche für meinen Nachbarn bin ich schon über viele negative Berichte bei Brother-Lasern gestolpert. Das ist schon ärgerlich. Seid ihr auch schon über so etwas gestolpert?

Weiterführend:

  1.  Brother MFC firmware update – non-genuine toner now disables critical features.
  2. Brother printer firmware downgrade discussion.
  3. Tell HN: Brother printers now locking out non-OEM paraphernalia.
  4. Discussion on firmware rollback for Brother printers.

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