Wamp: Winamp 2.x als native macOS-App neu aufgelegt

2 months ago 21

 Winamp 2.x als native macOS-App neu aufgelegt

Wer in den Neunzigern oder frühen Zweitausendern am PC Musik gehört hat, kam an Winamp kaum vorbei. Mit Wamp gibt es das Ganze als native App für den Mac (kostenlos / Open Source). Das Projekt (natürlich eines von vielen, gibt ja auch den NullPlayer) verzichtet bewusst auf Electron oder WebViews und setzt stattdessen komplett auf Swift und AppKit.

 Winamp 2.x als native macOS-App neu aufgelegt

Der Clou: Wamp schluckt die originalen Winamp-2.x-Skins im klassischen wsz-Format. Bitmap-Schriftarten, Sprite-Grafiken, Farbschemata für die Wiedergabeliste und die Farbpaletten für die Visualisierung werden wie damals gerendert. Vier bekannte Retro-Skins wie base-2.91 oder Blue Plasma bringt die App direkt mit, eigene lassen sich einfach per Tastenkombination nachladen. Wer den Player auf modernen Bildschirmen zu winzig findet, kann die Oberfläche per Double-Size-Modus pixelgenau auf die doppelte Größe skalieren oder das Fenster dauerhaft im Vordergrund anpinnen.

 Winamp 2.x als native macOS-App neu aufgelegt

Auch unter der Haube orientiert sich Wamp am Vorbild, nutzt aber macOS-Schnittstellen. An Bord sind ein 10-Band-Equalizer mit Preamp und Presets, ein Echtzeit-Spektrumanalysator sowie die beliebte Jump-to-File-Funktion, mit der sich auch Playlists mit über 10.000 Titeln in Sekundenbruchteilen durchsuchen lassen. Dateien, Ordner, m3u-Playlists oder CUE-Sheets zieht man einfach per Drag-and-Drop aus dem Finder in die Wiedergabeliste. Alternativ lassen sich auch lokale Titel und Wiedergabelisten direkt aus der macOS-Musik-App importieren.

Bei CUE-Sheets unterstützt Wamp sowohl externe Dateien neben FLAC-Alben als auch eingebettete CUESHEET-Tags, teilt diese in einzelne virtuelle Spuren auf und spielt sie lückenlos ab. An Audioformaten werden MP3, AAC, M4A, FLAC, WAV und AIFF unterstützt. Dazu gibt es Unterstützung für die Mac-Medientasten, die „Jetzt läuft“-Anzeige im Kontrollzentrum sowie die Steuerung über die Menüleiste. Klar, absolute Nische, gibt ja mittlerweile eine Vielzahl an Playern – aber ich hatte echt mal wieder Bock auf die Optik und das Feeling.

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