Apple HomePod mini 2 ausprobiert

1 hour ago 1

Apple HomePod mini 2 ausprobiert

Apple hat neulich den HomePod mini 2 auf den Markt gebracht. Optisch bleibt die kleine Kugel unverändert, die Neuerungen stecken unter der Haube. Apple verbaut einen neueren Chip und rüstet die Funkstandards auf. Ich habe mir den Lautsprecher geschnappt, in mein Thread- und Matter-Netzwerk eingebunden und angeschaut, was das Update taugt.

Optik und das Sound-Glow-Feature

Stellt man die zweite Generation neben das Original, sieht man im ausgeschalteten Zustand keinen Unterschied. Das kugelige Mesh-Design, die Abmessungen und der Standfuß sind identisch geblieben. Der Speaker fügt sich unauffällig ein und nimmt wenig Platz weg.

Die sichtbare Neuerung sitzt oben auf der Touch-Fläche. Apple nennt die Funktion Sound Glow, im Deutschen: Sound-Leuchten. Die dortigen LEDs passen sich farblich dynamisch an das aktuell gespielte Albumcover an. Ein düsteres Cover sorgt für dunkles Blau oder Rot, helle Pop-Grafiken bringen bunte Farben auf das Panel. Das sieht nett aus, spielt nach fünf Minuten aber kaum noch eine Rolle. Kaum jemand schaut beim Musikhören dauerhaft von oben auf die Kugel. Und: die alten können es auch.Zählpixel

Ansonsten wisst ihr ja, bekommt ihr ein Mehr im Smart Home. Ihr könnt den mini als Intercom, Türklingel-Lautsprecher oder auch als Warnmelder für Rauchmelder hernehmen. Das komplette Programm, was eben bei HomePods machbar ist.

Klang, Apple-TV-Verbund und ein Stereo-Problem

Beim Klang gibt es keine Überraschungen. Die verbaute Audio-Hardware und das Treiberdesign entsprechen weitgehend dem Vorgängermodell. Für diese Gehäusegröße liefert der HomePod mini weiterhin einen klaren, sauberen Sound mit ordentlichem Bassfundament. Diese Bewertung basiert natürlich auf meinem Ohr in Hinblick auf die Größe des HomePods, nech. Ein hörbarer Unterschied zur ersten Generation existiert für mich nicht. Wer auf einen akustischen Sprung gehofft hat, wird enttäuscht.

Interessanter ist das Zusammenspiel mit dem kommenden Apple TV 4K. Ihr könnt nun bis zu vier Einheiten des HomePod mini 2 zu einem Surround-Setup verbinden. Das bringt im Wohnzimmer breiteren Sound. Konnte ich aber nicht testen, weil: den neuen Apple TV gibt es noch. Aber ich hatte das alles schon hier beschrieben.

Übrigens: Ein HomePod mini 2 lässt sich softwareseitig nicht mit einem alten Modell zu einem Stereo-Paar koppeln. Wer zwei Speaker im Raum synchron betreiben will, muss zwingend zwei Geräte derselben Generation nutzen. Wer schon einen Lautsprecher besitzt und ein Stereo-Paar aufbauen möchte, muss also doppelt investieren.

S10-Chip, Wi-Fi 6E und Mac-Audio

Die wirklichen Verbesserungen liegen im Inneren. Apple spendiert der Kugel den S10-Chip und rüstet auf Wi-Fi 6E sowie Bluetooth 6 auf.

Wie gehabt: Befehle im Thread- und Matter-Netzwerk werden zügig und ohne Verzögerung durchgereicht. Wer viele Sensoren und Aktoren im Haus verteilt hat, profitiert von der stabilen Hub-Anbindung.

Dazu kommt ein praktisches Ding für neuere Macs mit Wi-Fi-6E-Unterstützung: Der HomePod mini 2 lässt sich als kabelloser Standard-Audioausgang anbinden. Aber: Ich habe noch immer eine Asynchronität festgestellt. Ist wesentlich geringer als früher, aber bei Filmen und Serien habe ich leider immer noch einen minimalen Versatz, was ich störend finde.

Preis und der Status von Siri AI

Beim Preis verlangt Apple 169 Euro. Das ist ein heftiger Aufschlag gegenüber den bisher gewohnten 99 bis 109 Euro der ersten Generation. Da hängt man auch den größeren Echo Dot Max von Amazon preislich ab, der soundtechnisch ein Mehr an Volumen bietet. Aber das sind vermutlich Kisten, die sich nicht so hart battlen, da sie unterschiedliche Klientel ansprechen. Wer Alexa im Smart Home nutzt, greift vermutlich nicht zum HomePod - und vice versa auch nicht. Zudem: Siri-mäßig kann ich von allen Apple-Geräten den Smart-Home-Voodoo ausführen, bei Amazons Kisten ist das etwas anders gelagert.

Übrigens: Apple hatte das Gerät mit Verweis auf Siri AI angekündigt. Zum Verkaufsstart ist die überarbeitete Sprachassistenz nicht an Bord gewesen. In den USA folgt das Feature später per Software-Update, innerhalb der EU fehlt auf absehbare Zeit jeder Zeitplan. Käufer zahlen den höheren Preis also für ein Hardware-Paket, dessen primäres Software-Aushängeschild vorerst nicht nutzbar ist.

Pro und Contra

Pro:
- Stabiler Thread- und Matter-Hub dank S10-Chip, Wi-Fi 6E und Bluetooth 6
- Bis zu vier Lautsprecher lassen sich am neuen Apple TV 4K für Surround-Sound bündeln
- Latenzärmere Audioausgabe für Macs mit Wi-Fi 6E, auch als Standard
- Sound-Glow-Beleuchtung greift Coverfarben auf

Contra:
- Preis auf 169 Euro angehoben
- Keine Stereo-Kopplung mit der ersten Generation möglich
- Klanglich identisch zum Vorgänger
- Siri AI zum Verkaufsstart nicht verfügbar, in der EU vorerst komplett ohne Termin

Fazit

Wer bereits HomePod minis der ersten Generation nutzt und den Speaker schlicht für Musik oder das Schalten von Steckdosen verwendet, braucht vermutlich kein Geld auszugeben.

Sinnvoll ist das Modell für zwei Gruppen: Wer das Heimkino am kommenden Apple TV 4K mit vier kompakten Lautsprechern betreiben will oder eine latenzärmere Audiolösung für den Mac sucht, bekommt solide Hardware. Aber da muss ich euch nichts erzählen, Surroundsysteme am heimischen TV sollen im Zusammenspiel mit einem Apple TV auch von anderen Herstellern funktionieren.

Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.

Read Entire Article