FRITZ!Repeater 2700: Wi-Fi 7 und 2,5-GBit-LAN im Test

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 Wi-Fi 7 und 2,5-GBit-LAN im Test

Ein Heimnetzwerk muss laufen, und zwar stabil. Es gibt kaum etwas Nervigeres, als wenn beim gemütlichen Streaming-Abend das Bild einfriert, das Backup auf das heimische NAS ewig rödelt oder die unzähligen Smart-Home-Geräte in Home Assistant auf einmal die Verbindung verlieren. Hier bei mir werkelt als Zentrale schon "seit immer" eine Fritte, aber gerade in einem Einfamilienhaus sind physikalische Grenzen schnell erreicht. Spätestens wenn die Decken dicker werden, braucht es gute Verstärkung.

FRITZ! hat genau für solche Szenarien seinerzeit den FRITZ!Repeater 2700 ins Rennen geschickt. Das große Zugpferd bei diesem Modell ist der aktuelle WLAN-Standard Wi-Fi 7. Ich habe mir das Gerät in den letzten Wochen mal ganz genau angeschaut. Ob sich der Kasten für knapp 150 Euro in der Praxis wirklich auszahlt, lest ihr hier in meinem Erfahrungsbericht.

Auspacken und erster Eindruck: Ein Brocken

Beim Design bleibt FRITZ! seiner absolut vertrauten Linie treu. Wer schon einmal ein Gerät der Marke in der Hand hatte, wird sich sofort heimisch fühlen: weißes Gehäuse, markante rote Akzente und die klassischen Status-LEDs auf der Front, die euch die Signalqualität anzeigen. Die Verarbeitung ist, wie man es von den Berlinern gewohnt ist, grundsolide und wertig.

Allerdings gibt es direkt beim Einstecken ein mechanisches Detail, das ihr auf dem Zettel haben müsst: Das Gerät ist ein ziemlicher Klotz. Das kennen die Nutzer der Vorgänger natürlich schon. Wenn ihr den Repeater in eine Mehrfachsteckdose (don't do this) oder eine klassische Doppelsteckdose an der Wand drückt, könnt ihr euch fast sicher sein, dass die benachbarten Steckplätze rigoros blockiert werden. Das ist den verbauten Antennen geschuldet, zwingt euch aber dazu, den Einsatzort vorher strategisch klug auszuwählen. Topp auch, wenn direkt über der Steckdose Lichtschalter sitzen...

 Wi-Fi 7 und 2,5-GBit-LAN im Test

Die Technik: Wi-Fi 7 und ein extrem wertvoller Anschluss

Schauen wir auf die inneren Werte. Der FRITZ!Repeater 2700 arbeitet im Dual-Band-Betrieb, funkt also auf 2,4 GHz und 5 GHz. Dank Wi-Fi 7 werden hier gewaltige theoretische Spitzenwerte versprochen: knapp 5,8 GBit/s im 5-GHz-Netz und rund 700 MBit/s bei 2,4 GHz. Theoretisch jedenfalls, ihr kennt das.

FRITZ! hat dem Gerät erfreulicherweise einen echten 2,5-Gigabit-LAN-Port spendiert. In dieser Preisklasse ist das für mich ein absolutes Muss und in der Praxis ein Mehrwert. Klar, mehr geht immer, aber 10 GbE kostet und würde euch hier nicht wirklich etwas bringen.

Ihr könnt das Teil dadurch entweder als klassische LAN-Brücke direkt per Kabel an euren Router hängen oder ihn als WLAN-Brücke nutzen, um kabelgebundene Geräte wie den Mac, eine Konsole oder eben ein NAS mit 2,5 GBit/s ins Netz zu holen. Der Unterschied zu regulärem Gigabit-LAN ist bei großen Backups massiv messbar. Aber hey, denkt dran, das kommt auch immer auf den Empfang zwischen den Stationen an.

Ein Detail darf man bei all dem Lob aber nicht verschweigen: Obwohl der Repeater vollmundig mit Wi-Fi 7 beworben wird, fehlt ihm das 6-GHz-Band komplett. Gerade in dicht besiedelten Gegenden mit vielen störenden Nachbar-Netzwerken wäre dieses freie Band ein Beschleuniger gewesen. FRITZ! spart sich dieses Feature bei diesem Modell leider auf, was die oft erhoffte Zukunftssicherheit ein kleines bisschen trübt.

 Wi-Fi 7 und 2,5-GBit-LAN im Test

Installation: Mesh-Magie wie gewohnt

Wer sich fragt, ob die Einrichtung kompliziert ist: Nein, ist sie absolut nicht. FRITZ! macht das seit Jahren extrem einsteigerfreundlich. Ihr steckt den Repeater in die Steckdose, wartet einen kurzen Moment, drückt den Connect-Knopf am Gerät und betätigt danach die entsprechende Taste an eurem Router.

Innerhalb weniger Augenblicke übernimmt der Repeater über die intelligente Mesh-Funktion alle relevanten Einstellungen eures Heimnetzes. WLAN-Name, Passwörter, Gastnetzwerk und Zeitsteuerungen werden komplett und unsichtbar im Hintergrund synchronisiert.

Das Gerät gliedert sich reibungslos in die bekannte Benutzeroberfläche ein und lässt sich auch bequem über die hauseigene Smartphone-App verwalten. Updates tröpfeln wie gewohnt zuverlässig und zentral gesteuert auf die Hardware.Zählpixel

Wichtig zu wissen: Ich beschreibe das Vorgehen mit einer entsprechenden FRITZ!Box, ihr könnt den Router natürlich auch als Repeater hinter andere Router klöppeln. Die proprietäre Mesh-Funktion für die zentrale Einstellungsübernahme und das absolut nahtlose Übergeben von Endgeräten (Client Steering) funktioniert ausschließlich in Kombination mit einer FRITZ!Box.

Was kommt wirklich an?

Im Betrieb zeigt das Gerät dann, was es leisten kann. Befindet man sich im Nah- oder Mittelbereich zum Repeater, sind die Datenraten gut. Ein großer Vorteil von Wi-Fi 7 ist die sogenannte Multi-Link Operation (MLO). Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Repeater und entsprechend kompatible Endgeräte Daten über mehrere Frequenzbänder gleichzeitig schicken und empfangen können. Das sorgt für mehr Stabilität und extrem flotte Ladezeiten. 4K-Streams laufen absolut geschmeidig durch, Smart-Home-Befehle werden verzögerungsfrei umgesetzt und auch große Kopiervorgänge im Heimnetz flutschen.

Seine Schwächen zeigt der Repeater eigentlich nur, wenn es über richtig weite Strecken oder durch Wände geht. Da es sich um ein Dual-Band-Gerät handelt, fehlt ihm eine dritte, exklusive Funkeinheit für den Datenaustausch mit dem Router (ein dedizierter Backhaul).

Für ein normales Stockwerk oder die Erweiterung in den Garten reicht die Power locker aus. Wer aber verwinkelte, riesige Häuser komplett ohne Kabel vernetzen will, stößt hier eher an physikalische Grenzen als bei teureren Tri-Band-Geräten. Bei mir ist das ehrlicherweise mit einem Repeater auch nicht getan. Anscheinend wohne ich hier in einer Blei-Hölle, denn egal ob FRITZ! oder eero: Ich brauche immer viele Repeater.

Meine Speedtests wären hier also absolut nichtssagend. Allerdings schaufle ich tatsächlich viel Daten durch die Bude und bin (leider) einer, der auch seine Tx-Rate immer im Auge hat. Klingt bescheuert, ist aber so. Da solltet ihr vielleicht auch immer die App von FRITZ! im Auge behalten. Vielleicht habt ihr eine Steckdose weiter einfach einen besseren Durchsatz.

Was im Test noch auffällt: Der Repeater verrichtet ordentlich Arbeit und wird bei hartem Dauerbetrieb auch warm am Gehäuse. Das ist völlig normal und unbedenklich, aber man sollte ihn vielleicht nicht zwingend hinter einem dichten Schrank ohne jegliche Luftzirkulation einklemmen.

Mein Fazit zum FRITZ!Repeater 2700

Wer im hauseigenen Ökosystem unterwegs ist und sein WLAN-Netzwerk modernisieren möchte, bekommt hier ein starkes Stück Hardware. Die Integration ist absolut unkompliziert und die Geschwindigkeiten im 5-GHz-Band sind dank Wi-Fi 7 und MLO exzellent.

Kritik muss sich das Modell für sein ausladendes Gehäuse gefallen lassen, das gerne mal benachbarte Steckdosen unbrauchbar macht. Aber geht wohl nicht anders. Auch das bewusste Weglassen des 6-GHz-Bandes ist bei einem ausgewiesenen Wi-Fi-7-Produkt ein kleiner Dämpfer auf dem Datenblatt.

Für die aufgerufenen knapp 150 Euro ist der FRITZ!Repeater 2700 kein spontaner Mitnahmeartikel. Braucht ihr die hohe Geschwindigkeit für euer lokales Netzwerk und habt Verwendung für den schnellen LAN-Port? Dann könnt ihr bedenkenlos zuschlagen und euer Heimnetz deutlich auf Vordermann bringen. Geht es euch hingegen nur darum, im weit entfernten Schlafzimmer ein bisschen ruckelfrei YouTube zu schauen, reicht auch weiterhin ein kleinerer, älterer Wi-Fi-6-Repeater aus dem Portfolio völlig aus. Muss ja alles irgendwie homogen passen auch.

Eigenschaft Spezifikation
Modell FRITZ!Repeater 2700
WLAN-Standards Wi-Fi 7 (IEEE 802.11be), Wi-Fi 6 (IEEE 802.11ax), Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac), Wi-Fi 4 (IEEE 802.11n)
Frequenzbänder Dual-Band (2,4 GHz und 5 GHz, kein 6-GHz-Band)
Max. Datenrate 5 GHz Bis zu 5,8 GBit/s
Max. Datenrate 2,4 GHz Bis zu 700 MBit/s
LAN-Anschluss 1x 2,5-Gigabit-Ethernet (RJ45)
Besondere Features Multi-Link Operation (MLO), WLAN-Mesh, LAN-Brücke / WLAN-Brücke, Connect-Taste
Leistungsaufnahme Ca. 4 bis 5 Watt im Betrieb
Preis (UVP) Knapp 150 Euro

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