Iran sieht sich bei US-Verstößen nicht mehr an Rahmenabkommen gebunden
13.07.2026, 10:30Lesezeit: 1 Min.

Baghaei: Vertragsbrüche gingen jedes Mal von Washington aus +++ Neue US-Angriffswelle gegen Iran – erstmals Seedrohne im Einsatz +++ Ölpreis steigt +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Außenamtssprecher: Vertragsbrüche gingen jedes Mal von Washington aus
Iran sieht sich nach eigenen Angaben bei Verstößen der USA gegen das Mitte Juni zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. „Jedes Mal, wenn die andere Seite ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, haben wir unsere ebenfalls nicht eingehalten“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, am Montag vor Journalisten in Teheran. „Wir werden weiter so vorgehen“, drohte er.
Zuvor waren die gegenseitigen Angriffe in der Golfregion abermals eskaliert. Das US-Militär teilte mit, Dutzende Ziele im Iran angegriffen zu haben. Die iranische Revolutionsgarde griff nach eigenen Angaben Ziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und Oman an.
Wadephul fordert die USA und Iran zu direkten Verhandlungen auf
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat die USA und Iran nach einer weiteren Angriffswelle in der Nacht zum Montag zu direkten Verhandlungen aufgefordert. Beide Seiten müssten „jetzt sehr schnell an den Verhandlungstisch zurückkehren“ und „endlich effektive bilaterale Verhandlungen aufnehmen“, sagte Wadephul am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel.
Wadephul forderte Iran auf, seine Angriffe in der Straße von Hormus zu stoppen. „Jeder Angriff ist ungerechtfertigt“, sagte der Bundesaußenminister. „Diese Welt braucht endlich eine frei passierbare Straße von Hormus“, forderte er angesichts der steigenden Ölpreise infolge der neuen Angriffe.
USA setzen erstmals Seedrohne ein – Ölpreis steigt
Das US-Militär hat seine nächtlichen Attacken auf Ziele im Iran nach mehreren Stunden für beendet erklärt. Die Angriffswelle sei vorbei und habe Dutzende Zielobjekte mit Präzisionsmunition getroffen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf der Online-Plattform X mit. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren.
Nach Angaben iranischer Staatsmedien ist ein Mensch im Südwesten des Landes getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Behördenvertreter der Provinz Chusestan.
Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Neben Kampfflugzeugen und Flugdrohnen wurden diesmal laut Centcom auch erstmals schwimmende Drohnen eingesetzt. Dazu veröffentlichte das Militär ein Video, auf dem von einem Flugzeugträger abhebende Kampfjets sowie Marschflugkörper zu sehen sind, die von einem oder mehreren Kriegsschiffen abgefeuert werden. Außerdem sollen die Aufnahmen offensichtlich den Einschlag mehrerer Geschosse am Zielort zeigen. Die Angaben der US-Armee ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Straße von Hormus habe essenzielle Bedeutung für den weltweiten Handel und werde nicht vom Iran kontrolliert, betonte Centcom. Die US-Streitkräfte stünden bereit, um die Freiheit des zivilen Schiffsverkehrs zu verteidigen – auch gegen „die ungerechtfertigte Aggression des Irans, seine Schikane, Drohungen und willkürlichen Verlautbarungen“.
UN-Generalsekretär António Guterres hatte sich nach Beginn der jüngsten Angriffswelle besorgt über die „erhebliche Eskalation“ gezeigt. Eine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen hätte katastrophale Folgen für die Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft, warnte er auf X. „Ich rufe den Iran und die USA nachdrücklich auf, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu lösen.“
Infolge der Eskalation hat ist der Ölpreise am Montag gestiegen. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,08 Prozent auf 78,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg um 3,09 Prozent auf 73,62 Dollar.
Iran meldet Angriffe auf US-Stützpunkte in Jordanien, Bahrain und Kuwait
Die iranischen Revolutionsgarde hat nach Angaben von Staatsmedien US-Militärziele und -stützpunkte in Jordanien, Kuwait und Bahrain angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna zitierte am Montag mehrere Erklärungen der Revolutionsgarde, wonach die sie einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien, ein US-Drohnenkommandozentrum in Bahrain und Stützpunkte in Kuwait angegriffen hätten.
Bahrain und Kuwait, die zuletzt im Zentrum iranischer Vergeltungsangriffe standen, lösten in der Nacht Alarm aus und bekämpften nach eigenen Angaben feindliche Projektile. Der Generalstab der Armee in Kuwait berichtete, dass feindliche Luftziele bekämpft werden.
Auch Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete am Montagmorgen, dass vier Raketen aus dem Iran abgefangen worden seien. Es habe keine Opfer oder Schäden gegeben, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf eine Militärquelle.
Angriffswelle gegen Iran laut US-Militär abgeschlossen
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine jüngste Angriffswelle auf Dutzende Ziele in Iran beendet. Bei den Angriffen seien unter anderem iranische Luftabwehrsysteme und Radarstationen ins Visier genommen worden, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit. Das Ziel sei gewesen, die Fähigkeit Irans einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.
Die US-Armee hatte bereits in der Nacht zum Sonntag nach eigenen Angaben rund 140 militärische Ziele in Iran angegriffen, nachdem die iranischen Revolutionsgarden ein Schiff in der Straße von Hormus attackiert hatten. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in mehreren Golfstaaten.
Sirenenalarm in Bahrain
Inmitten der neuen Eskalation im Iran-Krieg ist in Bahrain am Montagmorgen nach Angaben des Innenministeriums Sirenenalarm ertönt. Die Menschen würden aufgefordert, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben, erklärte das Innenministerium weiter im Onlinedienst X.
Ein Mensch bei US-Angriffen laut iranischen Staatsmedien getötet
Bei US-Angriffen auf Iran ist am Montag nach Angaben iranischer Staatsmedien ein Mensch im Südwesten des Landes getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Behördenvertreter der Provinz Chusestan. Die US-Angriffe richteten sich den Angaben zufolge gegen die Stadt Mahschahr.
Ölpreise ziehen an
Die Sorge vor einer Gefährdung der Energielieferungen durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise am Montag in die Höhe getrieben. Grund ist die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,08 Prozent auf 78,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg um 3,09 Prozent auf 73,62 Dollar.
Iran hält diplomatische Bemühungen der vergangenen Monate für gescheitert
Iran hat die jüngsten Angriffe der USA verurteilt. Diese hätten alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichte gemacht, teilte das iranische Außenministerium in der Nacht zum Montag mit. Die USA hätten zudem „eine Rückkehr der Unsicherheit in der Straße von Hormus sowie Störungen der internationalen Handelsschifffahrt verursacht“.
Kurz zuvor hatte das US-Militär den Beginn neuer Angriffe auf den Iran verkündet. Ziel der Angriffe sei es, die Fähigkeit des Iran einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom.
US-Militär bestätigt neue Angriffe auf Iran
Das US-Militär greift nach eigenen Angaben abermals Ziele in Iran an. Damit solle die Fähigkeit des Landes geschwächt werden, zivile Seeleute und Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen, teilt das Militär mit. Das iranische Staatsfernsehen berichtet unterdessen von mehreren Explosionen in der Nähe der Stadt Sirik sowie westlich von Bandar Abbas.
Außerdem erklärten die iranischen Revolutionsgarden, die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus bleibe „bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt“. Die US-Armee wies dies zurück. „Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt“, erklärte Centcom.
Über 140 Schiffe hätten in den vergangen sieben Tagen die Straße von Hormus durchquert, teilte Centcom auf der Plattform X mit. Eine Quelle für diese Zahl wurde im Post nicht genannt.
Weitere Angriffe auf Iran gemeldet
Iran hat nach den US-Angriffen in der vergangenen Nacht abermals Explosionen an der Südküste gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Sonntagabend über Detonationen in der Hafenstadt Bandar Abbas und unweit der Insel Qeschm im Persischen Golf. Details zur Ursache der Explosionen gab es zunächst nicht.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna sprach von „feindlichen Angriffen“ in Bandar Abbas, wo am Abend in einigen Stadtteilen aufeinanderfolgende Explosionen zu hören gewesen seien. Der Vorfall werde untersucht. Bei den Gebieten handele es sich um Militäreinrichtungen, schrieb Irna.
Das Portal „Axios“ berichtet, das US-Militär habe Raketen- und Flugabwehrsysteme in Iran angegriffen. Zudem seien kleine Boote der iranischen Revolutionsgarde in der Straße von Hormus ins Visier genommen worden.
Qatar stoppt Seeverkehr
Der Golfstaat Qatar hat nach den jüngsten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das qatarische Transportministerium am Sonntag mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und „alle anderen Seefahrzeuge“.
Oman: Angriffe nahe der Straße von Hormus
Oman hat Drohnenangriffe nahe der Straße von Hormus gemeldet. In der nördlichen Provinz Musandam seien mehrere Ziele mit Drohnen angegriffen worden, berichtete die Staatsagentur ONA unter Berufung auf Militärkreise. Oman verurteilte die Attacken und erklärte, man werde alle notwendigen Schritte zum Schutz des Landes und der Bevölkerung ergreifen. Die zu Oman gehörende Enklave Musandam ragt in die Straße von Hormus hinein und grenzt an die Vereinigten Arabischen Emirate.
Irans Revolutionsgarde (IRGC) hat zuvor mitgeteilt, sie hätte in Oman in der südlichen Provinz al-Wusta unter anderem Logistikzentren angegriffen, die vom US-Militär genutzt werden. Der dort liegende Hafen von Dukm wurde im Iran-Krieg bereits mehrfach angegriffen. Die Gegend liegt aber weit entfernt von dem Gebiet, in dem Oman nun Drohnenangriffe meldete.



