Der chinesische Hersteller Shokz, früher Aftershokz, ist anfangs vorwiegend für seine Knochenschall-Kopfhörer bekannt gewesen. Solche Modelle bietet man natürlich auch weiterhin an. Vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit zieht man jedoch inzwischen durch seine Open-Ear-Modelle auf sich. Zuletzt hatte ich da für euch die OpenFit 2+ getestet. Im Rahmen der CES 2026 hat Shokz mit den OpenFit Pro jedoch ein noch höherwertiges Modell aus dem Hut gezaubert. Ich konnte die Kopfhörer vorab ausprobieren und will meine bisherigen Erfahrungen gerne mit euch teilen.
Als kleiner Hintergrund: Ich selbst nutze fast ausschließlich Open-Ear-Kopfhörer. Früher habe ich regelmäßig In-Ears verwendet. Bedauerlicherweise habe ich aber seit einigen Jahren Probleme mit den Gehörgängen, sodass ich deswegen auf Open-Ears umgeschwenkt bin. Lediglich im Fitnessstudio bin ich mit Over-Ears unterwegs, weil mir die Geräuschkulisse mit offenen Kopfhörern zu störend ist. Spannenderweise bringen die Shokz OpenFit Pro genau dafür einen ganz neuen Dreh mit. Denn trotz des offenen Designs unterstützen sie jetzt aktive Geräuschunterdrückung (ANC).
Produktspezifikationen von Shokz OpenFit Pro
- Open-Ear-Design
- Open-Ear-Geräuschreduzierung
- Flexibler Ohrbügel aus Titanlegierung
- Gewicht: 12,3 Gramm pro Earbud
- Für Dolby Atmos optimiert
- Head-Tracking-Technologie
- Triple-Mic-Array mit KI-Spracherkennung für klarere Anrufe
- 6 Stunden Laufzeit mit aktivierter Geräuschreduzierung pro Ladung, insgesamt 24
Stunden mit Ladecase - 12 Stunden Laufzeit ohne Geräuschreduzierung pro Ladung, insgesamt 50 Stunden mit
Ladecase - 10 Stunden Gesprächszeit pro Ladung, insgesamt 40 Stunden mit Ladecase
- 10-minütige Schnellladung im Ladecase bietet bis zu 4 Stunden Akkulaufzeit
- Kompatibel mit kabellosem Laden
- Bluetooth 6.1
- IP55-Zertifizierung für Wasser- und Schweißresistenz
- 270 Tage Standby-Zeit
- Preis: 249 Euro
Die OpenFit Pro kosten 249 Euro und können bereits direkt über den Hersteller vorbestellt werden. Damit liegen sie preislich 50 Euro über den OpenFit 2+, welche 199 Euro kosten. Neben der Geräuschunterdrückung ist beim Pro-Modell beispielsweise auch noch neu, dass statt Dolby Audio jetzt sogar Dolby Atmos mit dynamischem Head-Tracking unterstützt wird. Ob das aus meiner Sicht ein Mehrwert ist, verrate ich euch später.
Ausstattung und Verarbeitung
Die Ladeschalen der OpenFit-Modelle sind bisher alle ziemlich ähnlich aufgebaut gewesen. Daran habe ich mich über die Jahre arg gewöhnt, sodass ich beim neuen OpenFit Pro immer noch umdenken muss. Denn die Kopfhörer liegen gewissermaßen komplett „verdreht“ im Case – siehe das Vergleichsbild unten. Letzteres wirkt im Übrigen optisch und haptisch eine ganze Ecke hochwertiger als in der Vergangenheit, denn man setzt auf einen Rahmen aus Metall. Ihr könnt das Case bzw. die darin liegenden Ohrhörer im Übrigen per USB-C oder kabellos via Qi aufladen.
Die Bedienung der Shokz OpenFit Pro erfolgt einerseits über je einen haptischen Button an den Kopfhörern, berührungsempfindliche Bedienflächen sowie die Begleit-App. In jener könnt ihr die Geräuschunterdrückung in mehreren Stufen anpassen, Dolby Atmos an- und abschalten, einen Equalizer zur Anpassung des Klangs nutzen, Firmware-Updates durchführen. Erwähnt sei, dass die Open-Ears weiterhin nur die Bluetooth-Codecs SBC und AAC unterstützen. Hi-Res Audio sucht ihr hier also vergeblich. Die Kopfhörer selbst nutzen eine Kombination aus Plastik, Metall und weichem Silikonüberzug.
Auch könnt ihr den Sitz bzw. Tragekomfort nicht wirklich anpassen. Es gibt keine unterschiedlichen Earwings oder Eartips. Entweder die Passform gefällt euch also, oder eben nicht. Als Brillenträger kann ich die Shokz OpenFit Pro wunderbar auch über mehrere Stunden nutzen. Es macht sich aber schon bemerkbar, dass die Pro-Kopfhörer mit 12,3 g je Seite deutlich schwerer sind als die OpenFit 2+ mit nur je 9,4 g. Das zusätzliche Gewicht hat sich sicherlich auch dadurch ergeben, dass nun drei Mikrofone je Earbud integriert sind und auch ANC unterstützt wird.
Kurz erwähnt: Die von Shokz angegebenen Akkulaufzeiten kommen nach meinem Eindruck sauber hin. Ohne Geräuschunterdrückung sind je nach gewählter Lautstärke bis zu 12 Stunden möglich, mit ANC ist nach etwa sechs Stunden tatsächlich Schluss.
Praxistest der Shokz OpenFit Pro
Die Shokz OpenFit Pro unterstützen also jetzt Dolby Atmos mit dynamischem Head-Tracking. Ich habe dieses Feature schon an diversen Kopfhörern ausprobiert und meine Meinung ist immer noch identisch: Mit Surround- oder gar 3D-Sound hat das so gar nichts zu tun. Vielmehr wird der Klang nach meinem subjektiven Empfinden bei Aktivierung von Dolby Atmos matschiger, was wohl an den Algorithmen liegt, welche teilweise mit der Separierung einzelner Elemente Probleme haben. Der Höreindruck hängt aber auch von der gewählten Musikrichtung ab, vielleicht gefällt euch das Ergebnis also auch im Gegensatz zu mir? Das Head-Tracking wiederum bewerte ich als nettes Gimmick, das aber nach ein- zweimal Herumspielen eher ablenkt, als die Immersion zu steigern.
Okay, aber eigentlich wollt ihr etwas ganz anderes wissen: Funktioniert die Geräuschunterdrückung der offenen OpenFit Pro tatsächlich? Ja, das tut sie. Ich habe das Ganze sowohl beim Spazierengehen nahe einer Hauptstraße bzw. einer U-Bahn als auch im Fitnessstudio getestet. Fährt z. B. eine Bahn vorbei, dann hört man das Fahrgeräusch zwar weiterhin, es wird aber bei aktivem ANC tatsächlich deutlich leiser. Somit kann man sich besser auf die abgespielten Audioinhalte fokussieren. Im Fitnessstudio werden die Umgebungsgeräusche ebenfalls reduziert. Allerdings ist dies selbst auf der höchsten Stufe keineswegs mit In-Ears oder Over-Ears vergleichbar. Wer sich da also deutlich abschotten will, muss weiterhin zu alternativen Kopfhörer-Designs greifen.
Ich finde die Geräuschunterdrückung aber durchaus hilfreich, wenn ich z. B. mit Bus und Bahn fahre. Zwar wird die Umgebung nicht komplett ausgeblendet, ich kann aber mit den OpenFit Pro deutlich besser meine Musik genießen, als mit den OpenFit 2+. Den Aufpreis finde ich daher gerechtfertigt und das Feature ist mehr als nur Marketing.
Und wie ist der generelle Klang der OpenFit Pro? Ich habe das Gefühl, dass Shokz es geschafft hat, die Bässe bei diesem Modell gegenüber den Vorgängern noch ein wenig zu pushen. Tatsächlich rückt man also trotz des offenen Designs immer näher an In-Ears heran. Im Gesamtbild ist der Sound eher warm, was mir aufgrund meines melodiebetonten Musikgeschmacks aber gut gefällt. Im Übrigen funktioniert auch die automatische Trageerkennung reibungslos. Die Musikwiedergabe pausiert somit automatisch, nehmt ihr die Kopfhörer von den Ohren.
Ich schätze die OpenFit Pro auch wegen ihrer Anrufqualität. Hier sind die Fortschritte gegenüber den Vorgängermodellen aber aus meiner Sicht eher klein. Meine Gesprächspartner taten sich jedenfalls etwas schwer, der Stimmwiedergabe klare Mehrwerte gegenüber z. B. den OpenFit 2+ zu bescheinigen.
Mein Fazit
Die OpenFit Pro sind zweifellos das bisher beste Open-Ear-Modell von Shokz. Sie sitzen angenehm auf den Ohren, verfügen über eine Trageerkennung und bieten einen warmen, weitgehend ausgewogenen Sound. Auch für lange Telefonate sind sie wegen des Tragekomforts prädestiniert. Auf Dolby Atmos und dynamisches Head-Tracking könnte ich zwar komplett verzichten, die aktive Geräuschunterdrückung ist dagegen wider Erwarten ein echter Mehrwert.
Dazu punkten die OpenFit Pro mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung und einem eleganten Case, das sich auch kabellos aufladen lässt. Mit 249 Euro ist der Preis aber nochmals 50 Euro höher als bei den OpenFit 2+. Im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis sehe ich deswegen aktuell eher die OpenFit 2 als Sieger an, die es in Angeboten teilweise schon für 135 Euro gibt. Wer aber das absolut beste Modell für sich beanspruchen will bzw. aus der Geräuschunterdrückung für sich Vorteile ziehen kann, der ist mit den OpenFit Pro hervorragend beraten.
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