SHEIN: Verbraucherverbände gehen gegen manipulative Verkaufspraktiken vor

7 months ago 8

Der Online-Modehändler SHEIN gerät erneut in den Fokus der Behörden. Die europäische Verbraucherorganisation BEUC hat gemeinsam mit 25 Mitgliedsorganisationen aus 21 Ländern eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Im Zentrum der Kritik stehen manipulative Designtechniken, die Kunden zu übermäßigem Konsum verleiten sollen.

Die Praktiken von SHEIN sind laut der Vorwürfe vielfältig und ausgeklügelt: Von künstlich erzeugtem Zeitdruck durch Countdown-Timer über vermeintlich niedrige Lagerbestände bis hin zum sogenannten „Confirm-Shaming“ – bei dem Kunden durch geschickte Formulierungen ein schlechtes Gewissen beim Verlassen der Seite gemacht wird. Diese Methoden werden sowohl auf der Website als auch in der App eingesetzt und durch wiederholte Push-Benachrichtigungen verstärkt, so der Bericht.

BEUC-Generaldirektor Agustín Reyna bezeichnet das Geschäftsmodell als suchtfördernd. Leistungsstarke Algorithmen würden gezielt eingesetzt, um die Kundenbindung zu maximieren und zu Mehrausgaben zu animieren. Die Beschwerde ergänzt eine bereits laufende Untersuchung der EU-Kommission, die im Februar 2025 eingeleitet wurde.

Die Problematik geht jedoch über den reinen Verbraucherschutz hinaus. Die europäische Umweltagentur stuft die Textilindustrie als einen der Hauptverursacher des Klimawandels ein – direkt nach den Bereichen Ernährung, Wohnen und Verkehr. Das Fast-Fashion-Modell von SHEIN verschärft durch Überproduktion und übermäßigen Konsum die Probleme der Textilabfallentsorgung. Hinzu kommen der intensive Einsatz von Chemikalien bei der Produktion und häufig fragwürdige Arbeitsbedingungen.

Die Verbraucherverbände fordern nun ein konsequentes Einschreiten der Behörden. SHEIN soll nachweisen, dass Kundenreferenzen und Lagerbestandsmeldungen authentisch sind. Sollte das Unternehmen keine Abhilfemaßnahmen ergreifen, werden strengere Maßnahmen gefordert. Da ähnliche Praktiken auch bei anderen Fast-Fashion-Anbietern beobachtet wurden, plädieren die Verbände für eine branchenweite Untersuchung.

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