Selbstverpflichtung für Streaming-Dienste nimmt in Deutschland Fahrt auf

2 months ago 4

Es wird schon seit geraumer Zeit dank der deutschen Produzentenlobby darüber diskutiert, ob Streaming-Anbieter in Deutschland dazu verpflichtet werden sollen, einen Teil ihrer hier erwirtschafteten Einnahmen auch wieder in deutsche Produktionen zu stecken. Ob die dann wirklich jemand ansehen möchte, spielt bei diesen Gedankengängen eine eher untergeordnete Rolle. Statt jedoch scharf mit Gesetzen zu schießen, werden jetzt freiwillige Selbstverpflichtungen diskutiert.

Entsprechende Verhandlungen und Gespräche zwischen dem deutschen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und den verschiedenen Streaming-Anbietern sind bereits bestätigt. Was die Sache etwas komplizierter macht, ist, dass Weimer aus kartellrechtlichen Gründen mit allen Plattformen separat verhandeln muss. Die deutschen Produzenten sind davon naturgemäß aber sowieso nicht so begeistert, denn sie wünschen eher eine verbindliche, gesetzliche Regelung.

Was genau bei den Verhandlungen zur Selbstverpflichtung für die Streaming-Anbieter herauskommen könnte, ist noch offen. Mit ersten Ergebnissen rechnet das Branchenmagazin The Spot innerhalb der nächsten zwei Wochen. Da das BKM mit den einzelnen Streaming-Diensten ja separat verhandeln muss, könnte es auch je nach Dienst andere Selbstverpflichtungen geben. Auch die Zeitpunkte der Einigungen könnten variieren.

Höhe der Streaming-Investitionen ist ein Streitpunkt

Verhandlungspunkte sind z. B. die Höhe der Investitionsverpflichtung und auch, welche Ausgaben in Deutschland am Ende konkret darauf angerechnet werden dürfen. Auch ist natürlich offen, wie man die Ergebnisse kontrollieren möchte und was passiert, wenn die Vorgaben am Ende doch nicht erfüllt werden.

Die Zuschauer in Deutschland dürften daran unterdessen deutlich weniger Interesse haben als die Produzenten. In der Vergangenheit hatten ja Untersuchungen zum Streaming-Konsum gezeigt, dass kaum in einem anderen Land die Inhalte aus der eigenen Region so unbeliebt sind, wie in Deutschland. Für die Produzenten dürfte im Übrigen der Vorteil so einer Selbstverpflichtung immerhin sein, dass sie sich schneller umsetzen ließe, als ein Gesetz. Letzteres würde aber eben mehr Verbindlichkeit schaffen.

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