Salesforce: Slack soll zur „KI-Schaltzentrale” werden

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Es hatte sich schon auf der Salesforce Hausmesse Dreamforce abgezeichnet, dass Slack zu einer zentralen Oberfläche für eine neue Generation von KI-Agenten ausgebaut werden soll. Herzstück davon ist der Slackbot, der ab sofort allgemein verfügbar ist. Laut Salesforce kann der neue Bot nicht nur informieren, sondern vor allem viele Arbeitsprozesse aktiv unterstützen.

Anders als die vielen neuen Copiloten, die als zusätzliche Anwendungen neben bestehende Tools treten, soll der Slackbot überall dort arbeiten, wo ein Großteil der Kommunikation stattfindet und wo die Mitarbeiter den größten Bedarf an Unterstützung haben. „Slackbot ist kein klassischer Team-Bot, sondern ein persönlicher Arbeitsassistent“, sagt Ryan Gavin, Chief Marketing Officer für Slack über das neue System.

Dazu greift der Bot auf Konversationen, Dateien, Kalenderinformationen und angebundene Unternehmensdaten zu, für die der jeweilige User die Zugriffsrechte besitzt. Dieses Kontextwissen ist dann für konkrete Aufgaben nutzbar. Das reicht vom Auffinden alter Entscheidungen über das Erstellen von Texten und Zusammenfassen von Dokumentinhalten bis hin zur Vorbereitung von Präsentationen und Meetings.

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Strategisch ordnet Salesforce das Produkt in seine „Agentforce“-Plattform ein. Dabei fungiert Slack als „konversationelle Oberfläche“ für alle KI-Agenten, die in verschiedenen Unternehmenssystemen arbeiten. Statt Dashboards, Formulare und separate Anwendungen zu öffnen, sollen die User künftig nur noch über Dialoge mit dem neuen Assistenten auf Daten, Prozesse und Aktionen zugreifen. Salesforce-CTO Rob Harris bezeichnet Slack in diesem Zusammenhang als „Agentic Work Operating System“, also als eine Art Betriebssystem für die Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten.

Kunde Nummer eins von Slackbot ist Salesforce selbst. Laut Unternehmensangaben wird der Assistent unter anderem für Priorisierungen, Zusammenfassungen von längeren Diskussionsverläufen oder für interne Reviews eingesetzt. Das Unternehmen spricht von deutlichen Zeitgewinnen, die von fünf bis 20 Stunden pro Mitarbeiter und Woche reichen sollen.

In einer Pressekonferenz wurde gezeigt, wie Slackbot die Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen kann. So lassen sich beispielsweise Diskussionen aus Slack-Kanälen mit Kennzahlen aus angebundenen Systemen wie Salesforce CRM kombinieren, um daraus Entscheidungsgrundlagen oder Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Der jetzt einsetzende breite Rollout von Slackbot markiert einen strategischen Umbau von Slack: weg vom reinen Kommunikationstool, hin zu einer neuen strategischen Steuerzentrale. Doch das befindet sich alles noch im Anfangsstadium. Weitergehende Automatisierungsfunktionen, wie das eigenständige Anlegen von Meetings sind noch nicht Teil der aktuellen Version, sondern sollen laut Salesforce erst mit späteren Updates auf den Markt kommen.

(axk)

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