
Roborock hat auf der diesjährigen CES in Las Vegas neben anderen Neuheiten auch sein neuestes Flaggschiff, den Saros 20, präsentiert. Statt auf einen Laserturm setzt man auch hier auf eine flache Bauweise wie beim Saros 10r zuletzt und die weiterentwickelte Navigationstechnik. Ich habe mir den Roborock Saros 20 in den letzten Wochen genauer angesehen, ihn durch unsere Räumlichkeiten gejagt und mehr.
Das Erste, was beim Auspacken auffällt, ist die Höhe. Mit knapp unter 8 Zentimetern ist der Saros 20 deutlich flacher als seine Kollegen aus der S-Serie. Wer bisher das Problem hatte, dass der Saugroboter nicht unter das Sofa oder das tief hängende Lowboard passte, dürfte hier hellhörig werden. Roborock nennt die Technik, die den Turm ersetzt, „StarSight Autonomous System 2.0“. Dabei kommen 3D-ToF-Sensoren an der Front und Rückseite sowie ein Solid-State-LiDAR zum Einsatz. Eine RGB-Kamera unterstützt zusätzlich bei der Objekterkennung.

Optisch wirkt das Gerät aufgeräumt. Der Hersteller setzt auf eine matte Oberfläche, was ich persönlich begrüße – leider zieht sich das nicht über die gesamte Fläche. Stattdessen ist knapp ein Drittel immer noch glänzend, und das ist dann auch genau der Bereich, wo dann doch schnell mal Fingerabdrücke zu sehen sind. Auf der Oberseite finden sich lediglich Tasten für die grundlegende Steuerung sowie die Mikrofone für den integrierten Sprachassistenten. Unter der magnetischen Haube verbirgt sich der Staubbehälter.

In meinem Test zeigte sich der Saros 20 bislang erstaunlich zielsicher. Die Raumerkennung funktioniert zuverlässig, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Er fährt seine Bahnen logisch ab und lässt keine Bereiche aus. Wenn es dunkel wird, schaltet er auf der Vorderseite eine recht helle LED hinzu, welche nicht nur ihm bei der Arbeit hilft, sondern auch euch als Nutzer schneller zeigt, wo Schmutz auf dem Boden liegt.
| Roborock Saros 20 |
| 350 x 353 x 79,8 mm (Ultra-Slim) |
| 35.000 Pa |
| 65 W |
| DuoDivide Bürste (Anti-Haarverwickelung, teilbar) |
| FlexiArm Arc (Ausfahrbar für Ecken) |
| Duale rotierende Mopps |
| 15 mm |
| 8 – 13 N |
| StarSight Autonomous System 2.0 |
| StarSight 2.0 + DirTect Schmutzerkennung |
| Bis zu 4,5 cm + 4 cm (durch Chassis-Lift) |
| „Hello Rocky“, Amazon Alexa, Google Home, Siri Shortcuts |
| Ja |
| 6400 mAh |
| < 2,5 Stunden |
| 200 Min. |
| 259 ml |
| 65 ml |
| 381 x 475 x 488 mm |
| 2,5 L |
| 4 L |
| 3,5 L |
| 100 °C (Desinfektion) |
| 55 °C Heißluft |
| Selbstreinigung, Auto-Dosierung, Intelligente Schmutzerkennung |

Ein Highlight ist die Hinderniserkennung. Roborock verspricht, dass über 200 Objektarten erkannt werden. In der Praxis umfährt er hier Schuhe, Vasen und größere Gegenstände zuverlässig. Bei sehr kleinen Objekten, etwa einem einzelnen Legostein oder sehr flachen Kabeln, stößt das System aber physikalisch bedingt an seine Grenzen. Hier sollte man keine Wunder erwarten, auch wenn die Erkennungsrate insgesamt auf einem sehr hohen Niveau liegt.

Kommen wir zu einem Feature, das im Alltag für viele Nutzer den Unterschied machen könnte: das Fahrwerk. Roborock verbaut ein anhebbares Chassis. Das bedeutet, der Roboter kann sich bei Bedarf „aufbocken“. Das ist nicht nur Spielerei, sondern löst zwei konkrete Probleme. Zum einen kann er so Türschwellen überwinden, an denen andere Roboter scheitern. Einfache Kanten bis 4 cm sind machbar, bei Doppelschwellen (etwa in Altbauten) sollen unter bestimmten Voraussetzungen sogar noch höhere Barrieren überwunden werden können.
Im Test kletterte er sicher über diverse Hindernisse, das sieht dann zudem auch ziemlich unterhaltsam aus. So fährt er das Hindernis an, bockt seinen „Hintern“ gewissermaßen hoch als würde er seinen Rock heben müssen, und lässt jenen nach dem Hindernis flott wieder absenken. Zum anderen hilft der Lift aber auch auf hochflorigen Teppichen. Wo andere Geräte sich festfahren oder die Bürste blockiert, hebt der Saros 20 sein Chassis an und saugt weiter.

Auf dem Papier protzt der Saros 20 mit 35.000 Pascal Saugkraft. Solche Werte sind mittlerweile üblich im Marketing-Sprech der Hersteller, sagen aber nicht immer etwas über die reale Reinigungsleistung aus. In der Praxis saugt der Saros 20 jedoch tatsächlich extrem stark. Auf Hartböden wie Laminat holt er nahezu alles weg – in meinen Versuchen landete nahezu alles an Schmutz im Behälter. Wer hier aber von 100 % spricht, lügt. Nicht jeder Krümel – und das machen andere Geräte auch nicht besser – wird erwischt, nicht jedes Härchen eingesaugt. Ich bin zudem ein großer Fan der Lautstärke des Geräts – sowohl beim Saugen als auch beim Wischen. Bei uns steht die Station im Wohnzimmer, da würde mich maximal das Geräusch der Mop-Trocknung oder jenes vom Leerungsvorgang des Staubbehälters stören, wenn ich das durchgehend neben mir hören müsste beim Bloggen.
Auch auf Teppichen leistet er gute Arbeit. Dank der neuen, geteilten Hauptbürste („DuoDivide“) gibt es zudem kaum Probleme mit verwickelten Haaren. Die Bürstenenden sind so konstruiert, dass Haare zur Mitte und dann in den Saugkanal wandern. Ein Test mit Tierhaaren bestätigte das: Nichts wickelte sich um die Walze. Die dann doch deutlich längeren Haare meiner Frau findet man aber auch beim Saros 20 hin und wieder an der Walze klemmen, die Dinger schaffen es einfach immer, eine passende Ecke zum Festhalten zu finden.

Die Eckenreinigung übernimmt eine ausfahrbare Seitenbürste. Sie fährt in Ecken aus, um den Schmutz zur Hauptbürste zu kehren. Das funktioniert gut, auch wenn die Konstruktion die Bürste nicht anheben kann – sie stoppt lediglich die Rotation, wenn Flüssigkeiten erkannt werden.
Beim Wischen setzt Roborock auf zwei rotierende Pads im Heck, nicht auf die vibrierende Platte des Sonic-Modells oder eine Walze. Der rechte Mopp ist an einem flexiblen Arm („FlexiArm“) befestigt und kann zur Seite ausfahren, um randnah zu wischen.
Die Reinigungsleistung ist für den Alltag absolut ausreichend. Leichte Verschmutzungen und feiner Staub werden zuverlässig aufgenommen. Bei eingetrockneten Flecken, etwa Kaffeeresten, die schon ein paar Stunden alt sind, kommt das System aber an seine Grenzen. Hier muss der Roboter mehrmals drüberfahren, und selbst dann wird der Fleck manchmal eher nur angelöst als komplett entfernt. Für die Grundsauberkeit ist das System top, für Härtefälle muss man eventuell doch noch manuell ran.

Positiv ist, dass der Roboter die Wischmopps in der Station zurücklassen kann, wenn er nur saugen soll. Die mitgelieferte „RockDock“-Station übernimmt die Wartung. Sie saugt den Staub ab, füllt Wasser nach und reinigt die Mopps. Laut Hersteller geschieht dies mit bis zu 100 Grad heißem Wasser, um Bakterien abzutöten. Anschließend werden sie mit Warmluft getrocknet.
Ein separater Tank für Reinigungsmittel ist ebenfalls integriert und dosiert die Flüssigkeit automatisch ins Wischwasser. Das spart das manuelle Mischen. Bei uns wird allerdings ausschließlich rein mit Wasser gewischt, das angesprochene Fleckenproblem könnte also eventuell auch hier begründet sein.
Die Einbindung ins Smart Home ist vorbildlich. Neben der bekannten Roborock-App, die unzählige Einstellmöglichkeiten für Karten, Sperrzonen und Reinigungspläne bietet, unterstützt der Saros 20 auch den Matter-Standard. Das freut sicherlich vor allem Apple-Nutzer, da der Roboter so direkt in Apple HomeKit auftaucht. Die Steuerungsmöglichkeiten dort sind zwar rudimentär (Start, Stopp, Dock), reichen aber für Automationen völlig aus (wobei es bei Caschy starke Probleme gab).

Wer nicht zum Handy greifen will, kann den Offline-Sprachassistenten „Hello Rocky“ nutzen. Das funktioniert für Befehle wie „Reinige das Wohnzimmer“ erstaunlich gut und schnell, ganz ohne Cloud-Verzögerung. Bin ich weiterhin kein Fan von, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
Fazit
Der Roborock Saros 20 ist eine konsequente Weiterentwicklung. Der Verzicht auf den Laserturm ermöglicht den Einsatz unter flacheren Möbeln, ohne dass man Einbußen bei der Navigation hinnehmen muss. Das Fahrwerk mit der Lift-Funktion ist für mich das eigentliche Highlight, da es die Beweglichkeit des Roboters in Wohnungen mit Schwellen und Teppichen massiv erhöht.

Klar, auch hier darf man optional auch wieder selbst über die App per Kamerabild navigieren.
Er saugt ausgezeichnet, navigiert zuverlässig und ist wartungsarm. Die Wischfunktion ist gut, wenngleich sie bei hartnäckigem Schmutz keine Wunder vollbringt. Wer einen High-End-Robo sucht, der technisch auf dem neuesten Stand ist und vor allem flach, macht hier nichts falsch. Ob einem das den (sicherlich hohen) Preis wert ist, muss jeder selbst entscheiden – eine offizielle UVP fehlte zum Testzeitpunkt noch, dürfte sich aber im Premium-Segment bewegen. Das Modell Saros 10 startete für 1449 Euro – irgendwo da wird der Saros 20 sicher auch liegen. Der Start soll noch im ersten Quartal 2026 erfolgen. Ist er perfekt? Nicht ganz. Die Seitenbürste könnte anhebbar sein, und bei der Fleckentfernung ist noch Luft nach oben. Aber als Gesamtpaket ist der Saros 20 aktuell nur schwer zu schlagen.
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