
Roborock bringt mit dem Qrevo Curv 2 Flow einen neuen Saug- und Wischroboter in Deutschland auf den Markt, der hauptsächlich durch seine Walzen-Wischfunktion auffällt. Eigentlich hatte ich vor, zeitnah keine Staubsauger-Robos anzuschauen, bis mal wieder etwas Spektakuläres kommt, treppensteigende Kisten oder so. Aber nun ja, hier bin ich wieder mit dem walzenden Qrevo Curv 2 Flow.

Interessant ist erst einmal das neue Dock-Design, das deutlich runder und fließender wirkt als die bisherigen kantigen Stationen. Nachteilig empfinde ich dabei, dass mir eine temporäre Abstellfläche in der Küche fehlt. Auch der Laserturm ist so eine Geschichte. Bezüglich der Bauhöhe ist das eher so mittel, mittlerweile gibt’s Kisten, die ziehen den Turm ein, um unter besonders flachen Möbeln durchzukommen. Das ist hier nicht der Fall. Doch der Reihe nach, und ich muss mich echt kurz fassen, denn am Ende stellte ich fest: So besonders ist der für 2026 nicht.

Technisch gesehen haben wir es mit einem Roboter zu tun, der bei der Hinderniserkennung gute Arbeit liefert. Während viele Modelle nur vorsichtig um Hindernisse herumfahren, nutzt der Curv 2 Flow eine RGB-Kamera in Kombination mit einer Datenbank von über 200 Objekten. Das sorgt dafür, dass er nicht ängstlich große Bögen schlägt, sondern sich nah an Schuhe oder Spielzeug heranwagt. Auch Flüssigkeiten oder tierische Hinterlassenschaften (ich habe wie immer mit Plastikkot getestet) werden erkannt, woraufhin der Roboter seine Bürsten anhebt, um Schmierereien zu vermeiden. Keine absolute Neuheit in der Klasse, aber erwähnenswert.

Die Saugleistung wird zwar mit bis zu 20.000 Pascal angegeben, im Alltag bewegt man sich aber meist in niedrigeren Bereichen, was der Akkulaufzeit zugutekommt. Auf Hartböden macht der Sauger einen exzellenten Job und nimmt fast alles auf. Teppiche sind wie immer eine Herausforderung für Saugroboter; hier bleibt bei einmaligem Drüberfahren durchaus mal etwas liegen, weshalb zwei Durchgänge ratsam sind – zumindest in meinem Haushalt. Dafür klettert er problemlos über Türschwellen bis zu 20 Millimetern. Die Seitenbürste ist zwar anhebbar, aber nicht ausfahrbar – in dieser Preisklasse im Jahr 2026 eigentlich unverständlich.
Das theoretische Highlight ist aber das Wischen. Zum Einsatz kommt beim Wischen ein 27 Zentimeter breiter Rollenwischer, der mit einem Anpressdruck von 15 N unterwegs ist, was angeblich herkömmlichem manuellem Wischen ähnelt. Plot Twist, beim Robo wird aber nicht viel mehr geschrubbelt, wenn man massiven Dreck hat, wie Eingetrocknetes. Roborock richtet sich mit dieser Wischlösung an Hartböden und gemischte Bodenbeläge. Die Rolle rotiert mit 220 Umdrehungen pro Minute über den Fußboden. Acht Auslässe sorgen für eine stetige Frischwasserzufuhr, Schmutzwasser wird in einen separaten Tank abgeleitet. Grundsätzlich wischt er gut, allerdings fand ich die Randleistung eher so mittel. Und bei nicht frischen Flecken musste halt auch mehrmals drüber. Aber das ist ein Problem, das fast alle Robos haben. Roborock hat für harte Flecken übrigens eine KI-Erkennung drin. Funktionierte hier aber irgendwie kaum.

Wenn sich der Roboter einem Teppich nähert, hebt sich die Walze an, um einen Kontakt zu vermeiden, während sich ein Walzenschutzschild automatisch entfaltet, um die Feuchtigkeit vom Teppich abzuhalten. Die Station kümmert sich schlussendlich um das Wesentliche. Sie wäscht den Mopp mit 75 °C heißem Wasser, trocknet ihn anschließend mit Warmluft und entleert den Staubbehälter. Einen Tank für Reinigungsmittel gibt es nicht, das muss man direkt ins Frischwasser geben. Der 5.200 mAh Akku hält im normalen Betrieb gut durch, wobei die intelligente Routenplanung „Smart Plan“ zwar gründlicher ist, aber auch mehr Zeit und Strom frisst.

Ich möchte auch noch Matter erwähnen. Damit könnt ihr den Staubsauger an alle Smart-Home-Systeme andocken. Hat mich gefreut, cool, endlich in Apple Home und so. Einbinden und so kein Problem. Einmaliger Aufruf war auch kein Thema – danach der Albtraum im Apple Home, wenn ein Gerät aufgerufen wird: „Aktualisieren…..“. Sprich: Über Apple Home nicht erreichbar, wie viele Chinakracher, die mit Matter und WLAN arbeiten. Naja, immerhin kann man on-device die Siri-Kurzbefehle nutzen und damit Sprachsteuerung flugs gängig machen – oder man greift zum Assistenten Rocky…

Ebenso schräg: Anscheinend hat die App bei mir Räume gespeichert, die die aktuelle Karte (und ich habe nur eine) gar nicht anzeigt. So konnte ich meinen Vorflur nicht in Eingang benennen, weil der Name angeblich vorhanden sei. Und der Wintergarten? Den gibt es wohl auch, so wurde meiner automatisch zu Wintergarten1. Das ärgert mich dann schon. Abhilfe kann dann übrigens eine Neuanordnung der Karte schaffen, wobei das nicht mein Eingangs-Problem löste.

Insgesamt liefert Roborock hier ein rundes Paket ab. Die Roborock-App bietet die gewohnt sehr vielen Einstellungsmöglichkeiten, die Karte wird schnell erstellt und die Navigation funktioniert zuverlässig. Das Problem bei meinem Fazit? Das hätte ich so schon für einen Wischer schreiben können, der vor zwei Jahren auf den Markt gekommen ist. Im Blindtest würde man nicht bemerken, ob da nun der Roborock Qrevo Curv 2 Flow am Werk war oder eines der vielen, vielen, sehr vielen anderen Modelle von Roborock. Und das ist mir dann ein wenig zu dünn.
Wer sich für das Gerät interessiert, findet hier die Produktseite. Offiziell gibt es noch keinen Preis für das Gerät, er wird noch in Q1 verfügbar sein. Ich denke mal, dass man da preislich unter dem Saros 10 bleiben wird, gar muss. Und denkt dran, was ich schon ein paar Mal sagte: Bei Staubsaugerrobotern IMMER Sales abwarten oder vielleicht zum Vorjahresmodell greifen. Gerade bei Roborock oder Dreame spart man Hunderte Euro.
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1 month ago
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