
Das Unternehmen Reolink ist mittlerweile kein Unbekannter mehr, wenn man über Sicherheitskameras für das private Umfeld unterhält. Auch hier im Blog haben wir bereits allerhand der Geräte getestet und vorgestellt. Als eines der neuesten Modelle gesellt sich nun auch die neue Reolink TrackFlex Floodlight WiFi hinzu. Der offizielle Verkaufsstart ist für den 2. März 2026 angesetzt. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 249,99 €. Wer sich vorab entscheidet, kann über den herstellereigenen Shop derzeit einen Vorbesteller-Rabatt von zehn Prozent in Anspruch nehmen.
Auch dieses Modell habe ich mir einmal ausführlicher anschauen dürfen. Immerhin bekommt man hier nicht nur eine Kamera mit gleich zwei Sensoren und besonders breitem Sichtfeld angeboten, sie setzt zudem statt auf kleine LED-Lichter direkt auf zwei große LED-Flutlichter, wie sie so unter anderem auch bei der Reolink Elite Floodlight (hier im Test) im Einsatz sind. Zudem kommt in der neuen TrackFlex auch KI mit in die Software, die euch proaktiv bei der Bedienung und Sichtung von Aufnahmen helfen kann.

Die TrackFlex ist ein ganz schöner Brummer. Das liegt natürlich nicht zuletzt an den zwei riesigen LED-Scheinwerfern, die über dem eigentlichen Kameramodul thronen. Die Optik erinnert ein wenig an die bewährte TrackMix-Serie, aber eben auf Steroiden. Es wirkt robust, solide verarbeitet und für den Außeneinsatz gewappnet. IP66-Zertifizierung ist hier Standard, also kann es ruhig mal ordentlich regnen oder stürmen, ohne dass die Elektronik gleich den Geist aufgibt.

Der direkte Vorgänger, die Reolink TrackMix WiFi
Was die Installation angeht, gibt es eine interessante Mischung aus „Oldschool“ und moderner Bequemlichkeit. Da es sich um eine Floodlight-Kamera handelt, braucht das Ding ordentlich Saft. Hier kommt kein Akku zum Einsatz und auch kein einfaches Netzwerkkabel mit Stromversorgung, sondern klassischer Netzstrom mit 230 Volt. Das bedeutet, man muss an die Hausverkabelung ran.

Aber Reolink hat hier ein cleveres Detail eingebaut, das den Frust bei der Einrichtung massiv senkt: einen USB-C-Anschluss. Bevor man also auf der Leiter in drei Metern Höhe hantiert, kann man das Gerät gemütlich am Schreibtisch per USB-Kabel mit Strom versorgen und die gesamte Ersteinrichtung in der App durchführen. Das WLAN-Passwort eintippen, Firmware-Updates ziehen und die Grundeinstellungen vornehmen – all das passiert bequem im Warmen. Erst wenn alles läuft, geht es raus an die Fassade.

Das Wichtigste der Kamera ist das Dual-Lens-System. Wir haben hier eine Hauptkamera mit 4K-Auflösung, die für den weiten Überblick sorgt, und eine Tele-Linse, die Details heranholt. Die Bildqualität ist bei Tageslicht wirklich super. Knackscharf, gute Farben, hohe Bitrate – da gibt es wenig zu meckern. Richtig gut ist hier aber die Kombination aus der Beweglichkeit und den Sensoren.
Normalerweise haben PTZ-Kameras das Problem des Tunnelblicks. Sie sehen nur das, worauf das Objektiv gerade gerichtet ist. Die TrackFlex hingegen hat gleich drei PIR-Bewegungssensoren verbaut. Einer schaut nach vorne, zwei decken die Seiten ab. Insgesamt ergibt das einen Erfassungsbereich von satten 270 Grad. In der Praxis funktioniert das dann alles auch erstaunlich gut. Man schleicht sich von der Seite an, und zack, dreht sich der Kopf der Kamera blitzschnell in die entsprechende Richtung und nimmt die Verfolgung auf.
Hier mal ein paar Aufnahmen bei Tageslicht, am Abend und in der Nacht mit zugeschaltetem Flutlicht auf 80 % Lichtstärke, warmweiß – die Bildqualität im Vergleich zur TrackMix ist definitiv noch einmal eine ganze Schippe besser geworden. Auch im Zoom lassen sich – das kann ich hier natürlich nicht zeigen (und ja, mittlerweile sind die Nachbarhäuser auch geschwärzt) – noch Details wie Kleidung und ähnliches recht gut erkennen:
Die TrackFlex erkennt wie ihre Mitbewerber aus eigenem Hause Personen, Fahrzeuge und Tiere. Sobald ein Ziel erfasst ist, wird aufgeschaltet. Dabei spielen die beiden Objektive ihre Stärke aus: Während die Weitwinkel-Linse die Übersicht behält, zoomt die Tele-Linse nah ran. Das nennt sich Hybrid-Zoom und gab es in der Form auch schon bei der vorherigen TrackMix. Die Bewegungen sind größtenteils flüssig, auch wenn das System bei sehr schnellen Richtungswechseln manchmal eine Gedenksekunde braucht, um hinterherzukommen. Für den normalen Hausgebrauch ist das aber absolut ausreichend und meilenweit besser als statische Kameras.

Kommen wir zum Thema Licht. Die beiden LED-Panels hauen bis zu 3000 Lumen raus, was angenehm hell ist. Wer das Ding über der Garageneinfahrt montiert, braucht definitiv keine separate Außenbeleuchtung mehr. Schön ist, dass man die Farbtemperatur stufenlos regeln kann. Von gemütlichem Warmweiß bis hin zu kühlem Kaltweiß ist alles machbar. Zudem lässt sich das Licht dimmen. Man kann es so einstellen, dass es bei Bewegungserkennung volle Power gibt, oder nachts dauerhaft gedimmt leuchtet und erst bei Alarm hochfährt.
Die Nachtsicht profitiert natürlich enorm von diesen Scheinwerfern. Sobald diese anspringen, hat man ein farbiges Bild. Das ist für die Identifizierung von Personen oft hilfreicher als das klassische Schwarz-Weiß-Bild der Infrarot-LEDs. Einen kleinen Haken gibt es aber dennoch: Der Übergang von Infrarot (Schwarz-Weiß) zu Flutlicht (Farbe) dauert einen kurzen Moment. In dieser Sekunde wird das Bild manchmal überbelichtet, bis sich der Sensor auf die neue Helligkeit eingestellt hat.
Das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wer die perfekte lückenlose Überwachung sucht, sollte das im Hinterkopf behalten und die Einstellungen vielleicht so wählen, dass das Licht dauerhaft an ist oder die Kamera gar nicht erst in den Infrarot-Modus wechselt, wenn genug Umgebungslicht vorhanden ist.

Ich erwähnte eingangs bereits das Thema „Künstliche Intelligenz“. Reolink nennt das Ganze „ReoNeura“. Es geht um die Suche in den Aufzeichnungen. Früher musste man sich durch Stunden von Videomaterial wühlen oder auf der Zeitleiste nach den kleinen Markierungen für Bewegungen suchen. Jetzt tippt man einfach in der App ein, was man sucht. „Junge mit blauem T-Shirt“ oder „getigerte Katze“. Die Kamera analysiert die Videodaten lokal, also ohne Cloud-Zwang und spuckt die passenden Clips aus. Das klappt sehr zuverlässig. Das spart massiv Zeit bei der Suche nach speziellen Schlüsselmomenten.
Die Konnektivität ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite haben wir WiFi 6. Das sorgt für eine stabile und schnelle Verbindung, was bei den hohen Bitraten von 4K-Video auch bitter nötig ist. Auf der anderen Seite fehlt mir persönlich ein klassischer Netzwerkanschluss für die Datenübertragung. Ja, die Kamera hängt am Stromnetz, aber Daten laufen ausschließlich über WLAN. Für die meisten Nutzer ist das völlig okay, aber wer sein Haus komplett verkabelt hat und auf die absolute Zuverlässigkeit von Ethernet schwört, schaut hier in die Röhre. Es ist keine PoE-Kamera, aber ein LAN-Port für die Datenübertragung wäre trotzdem nett gewesen.
Die Speicherung der Daten erfolgt – das kennt man von Reolink inzwischen – erfreulich flexibel. Wer keine Lust auf Abomodelle und Cloud-Speicher hat, steckt einfach eine microSD in den Slot. Bis zu 512 Gigabyte werden geschluckt. Alternativ kann man die Kamera auch in ein bestehendes System mit einem Netzwerkrekorder einbinden oder die Daten per FTP auf ein NAS schieben.
Sicherheitstechnisch gibt es noch ein paar Gimmicks wie eine Sirene, die mit 110 Dezibel ordentlich Lärm machen kann (habe ich meinen Nachbarn zuliebe aber nicht extra ausprobiert), und Zwei-Wege-Audio. Man kann also nicht nur hören, was draußen vor sich geht, sondern auch dem Gegenüber zurufen. Die Qualität des Lautsprechers ist okay, für eine Unterhaltung reicht es. Wichtig ist hier die Platzierung des Mikrofons. Es filtert Windgeräusche ziemlich gut raus.

Ein kleiner Kritikpunkt betrifft die Bauweise und die damit verbundene Sicherheit der Speicherkarte. Der Slot befindet sich, geschützt durch eine Gummikappe, am Gerät selbst. Wenn man die Kamera tief genug montiert, könnte ein Langfinger theoretisch die Karte klauen. Man sollte die TrackFlex also idealerweise so hoch hängen, dass man eine Leiter braucht, um dranzukommen. Hier daheim ist die Kamera mit dem Reolink Hub verbunden, da muss ich mir keine Gedanken um geklaute SD-Karten machen.

Ich bin mittlerweile ein großer Freund der Warmweiß-Einstellung für das Flutlicht
Die App ist mittlerweile sehr ausgereift. Man kann Privatsphäre-Zonen schwärzen, was in Deutschland rechtlich oft notwendig ist (Stichwort: Nachbars Grundstück oder öffentlicher Gehweg). Die Alarmierungsoptionen sind vielfältig: Push-Nachricht, E-Mail mit Foto, Sirene, Licht – alles konfigurierbar nach Zeitplänen. Wer will, dass am Wochenende das Licht nicht angeht, wenn die Katze durchs Bild läuft, kann das einstellen. Die App hatten wir aber nun wirklich schon ausreichend oft in unseren Tests gezeigt, da bedarf es hier keiner Wiederholung.
Die Reolink TrackFlex WiFi Floodlight kombiniert die Vorteile einer PTZ-Kamera mit der Sicherheit einer Alarmanlage durch Licht und Sirene und merzt durch die seitlichen Sensoren den größten Nachteil beweglicher Kameras aus. Die Bildqualität ist top, die KI-Funktionen nützlich. Wer über die fehlende LAN-Buchse hinwegsehen kann und eine Stromleitung an der passenden Stelle hat, ist hier super bedient.
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3 weeks ago
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