Razer Raiju V3 Pro für die PS5 im Test: Besser als der DualSense Edge?

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Die Sony PlayStation 5 bietet als Standard mit dem DualSense einen aus meiner Sicht hervorragenden Controller. Wer darüber hinausgehen will, kann zu zahlreichen Alternativen greifen. Auch Sony selbst bietet mit dem DualSense Edge einen Pro-Controller an. Razer wiederum hat Ende 2025 den Raijun V3 Pro speziell für die Spielekonsole auf den Markt gebracht. Das Eingabegerät ist jedoch auch an PCs nutzbar. Im Test habe ich mir den Controller für euch einmal genauer angeschaut.

Zunächst gleich einen Wermutstropfen: Der Razer Raijun V3 Pro bietet weder die adaptiven Trigger noch das haptische Feedback der DualSense-Controller. Jene Techniken bleiben also Sonys hauseigenen Controllern vorbehalten. Auch sei erwähnt, dass ihr an der PlayStation 5 den beiliegenden USB-Dongle für kabellose Verbindungen benötigt. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass ihr im Gegensatz zum DualSense nicht die Konsole mit dem Raijun V3 Pro anschalten könnt. Doch nachdem wir diese Mankos direkt aus dem Weg geräumt haben, gibt es sehr viel Positives über den Controller zu berichten.

Technische Eckdaten – Razer Raiju V3 Pro (PS5) Kategorie Details
Kompatibilität PlayStation 5, PC
Konnektivität 2,4 GHz Razer HyperSpeed Wireless (USB-A-Dongle), USB-Kabel (2 m), Bluetooth (nur zur Konfiguration über mobile App)
Abtastrate PS5: 250 Hz (kabellos), PC: 2.000 Hz (kabelgebunden)
Akkulaufzeit Bis zu 36 Stunden (kabellos)
Analogsticks Symmetrische Anti-Drift-TMR-Sticks, austauschbare Kappen (Standard & hoch)
Aktionstasten Razer Mecha Tactile PBT Tasten
Steuerkreuz Schwebendes 8-Wege-D-Pad
Trigger Razer HyperTrigger (umschaltbar: kurzer oder langer Weg)
Zusätzliche Tasten 4 abnehmbare Rücktasten + 2 Claw-Grip-Bumper (insgesamt 6 frei belegbare Tasten)
Software-Anpassung Razer Controller App (Mobile), Razer Synapse 4 (PC)
Haptisches Feedback Nein
Lieferumfang Transport-Etui, 2 Stick-Kappen, 2-m-Kabel, Werkzeug für Rücktasten
Garantie Bis zu 1 Jahr

Ihr könnt den Razer Raiju V3 Pro über seinen Dongle auch am PC kabellos nutzen, mit 500 Hz Polling-Rate. Kabelgebunden ergibt sich am Rechner sogar eine Polling-Rate von bis zu 2.000 Hz für noch weniger Eingabeverzögerung. Für den PC bietet Razer allerdings mit dem Wolverine V3 Pro 8K eine noch höherwertige Alternative mit sogar bis zu 8.000 Hz an. An der PlayStation 5 ist im Übrigen bei 250 Hz Schluss, darauf limitiert die Konsole.

Im Handel kostet der Razer Raiju V3 Pro aktuell 209,99 Euro – entweder direkt über den Hersteller selbst oder über Händler wie Amazon.de

Ausstattung und Verarbeitung

Da dem Razer Raijun V3 Pro Vibrationsmotoren fehlen, reduziert sich das Gewicht gegenüber dem originalen DualSense von Sony merklich. So wiegt Razers Controller nur 258 g, während der DualSense auf 280 g wiegt – der DualSense Edge kommt sogar auf 328 g. Auch die Akkulaufzeit von Razers Pendant ist mit bis zu 36 Stunden deutlich (!) überlegen. Der DualSense kommt nur auf sechs bis 12 Stunden. Hier hängt es stark davon ab, wie sehr das jeweilige Game eurer Wahl die adaptiven Trigger und das haptische Feedback verwendet.

Auch ein anderes Markmal fehlt dem Razer Raijun V3 Pro: der integrierte Lautsprecher. Letzten Endes geht Razer hier also den Weg, zugunsten der längeren Akkulaufzeit einige gewohnte DualSense-Funktionen unter den Tisch fallen zu lassen. Das Touchpad hingegen und alle notwendigen Buttons sind natürlich verblieben. Hinzugekommen sind zudem an der Rückseite vier neue Bumper-Tasten, verstellbare Anschlagswege für die Trigger und an der Oberseite zwei alternative Schultertasten (M1 und M2).

Wie beim Wolverine V3 Pro, so setzt Razer auch beim Raijun V3 Pro auf an Maus-Switches erinnernde Schalter für das digitale Steuerkreuz, die vier Haupt-Buttons und die Bumper hinten. Daran muss man sich anfangs gewöhnen. Für die Analogsticks setzt der Hersteller auf TMR-Technik (Tunneling MagnetoResistance), was im Grunde eine Weiterentwicklung der Hall-Sensoren darstellt, mit noch mehr Präzision und Langlebigkeit. Da will ich ganz ehrlich sein: Diese Sticks lassen die offiziellen DualSense-Controller ziemlich alt aussehen. Sie fühlen sich absolut butterweich und präzise an. Stick-Drift sollte hier zudem kein Thema sein.

Im Lieferumfang des Razer Raijun V3 Pro sind neben dem Controller selbst auch der erwähnte USB-Dongle, ein Ladekabel, ein stabiles Transportcase, zwei weitere Kappen für die Analogsticks, alternative Abdeckungen für die rückseitigen Bumper-Buttons und ein kleiner Schraubenzieher enthalten. Letzterer ist dafür gedacht, die Bumper hinten zu lösen und auszutauschen, wenn ihr das eben wünscht. Die Form des Controllers erinnert dabei ergonomisch eher an den offiziellen Xbox-Controller. Die Sticks sind jedoch wie beim Sony-Original symmetrisch angeordnet. Zum Testen hat mir die weiße Variante mit schwarzen Akzenten vorgelegen. Die hat für mich persönlich einen gewissen Panda-Look.

Um die zusätzlichen Buttons des Razer Raijun V3 Pro anzupassen, seid ihr auf die App Synapse angewiesen. Diese gibt es aber nicht für die PlayStation 5. Ihr müsst den Controller also wahlweise mit eurem PC oder kabellos via Bluetooth mit eurem Smartphone verbinden, um ans Werk zu gehen. In der App lassen sich die die Empfindlichkeit bzw. die Deadzones der Analogsticks individualisieren. Obendrein speichert ihr bis zu vier Profile, zwischen denen ihr wechseln könnt. Fast hätte ich es vergessen: An der Rückseite des Controllers befinden sich dabei zwei Schieberegler. Mit denen wechselt ihr zwischen dem kabellosen bzw. kabelgebundenen Betrieb sowie den PS5- und PC-Betriebsmodi.

Der Razer Raijun V3 Pro im Praxistest

Man muss sich klarmachen, dass der Razer Raijun V3 Pro nicht an Gelegenheitsspieler oder klassische Einzelspieler richtet, sondern primär Multiplayer-Enthusiasten und E-Sportler ins Visier nimmt. Letztere werden Funktionen wie die adaptiven Trigger nicht vermissen und stattdessen die Option begrüßen, den Widerstand der Schultertasten wahlweise auf ein Minimum zu reduzieren, um etwa in Shootern schneller zu feuern. Letzten Endes gibt Razer bzw. gebt ihr hier einen Teil der Immersion zugunsten erhöhter Kontrolle und Anpassung auf.

Obendrein ist die Chance, die Zusatztasten frei zu belegen natürlich eine große Hilfe – z. B. in Prügelspielen wie „Street Fighter 6“. Tatsächlich musste ich aber beim Spielen sehr darauf achten, die rückseitigen Tasten nicht versehentlich zu betätigen, sodass schon die Versuchung ist, einfach die Aufsätze draufzuschrauben und sie zu vernachlässigen. Dabei finde ich cool, dass der Razer Raiju V3 Pro auch am PC funktioniert. Wie schon erwähnt würde ich dieses Modell aber keinem reinen PC-Gamer empfehlen. Da sind unter anderem Razers hauseigene Wolverine-Modelle die bessere Wahl.

Das wahre Habitat des Razer Raiju V3 Pro ist somit eben die PlayStation 5. In einigen Spielen kann es allerdings zu Problemen kommen. Denn diesem Controller fehlen nicht nur Lautsprecher, das haptische Feedback und die adaptiven Trigger, sondern auch das Gyroskop. In Games wie „Astro Bot“ kann das Probleme bereiten. Überlegt euch also vorher genau, wofür ihr dieses Pad nutzen wollt. Die wahren Stärken zeigen sich eben beim kompetitiven Zocken.

Wie ihr zu der Ergonomie des Raiju V3 Pro steht, wird von euren Händen abhängen. Ich bin der Meinung, dass Razers Eingabegerät etwas besser für große Pranken geeignet ist, als der DualSense. Wer jedoch kleinere Hände hat, könnte mit Sonys Original besser zurechtkommen. Ganz klar fühlen sich aber die Analogsticks, das D-Pad und die Buttons am Raiju V3 Pro wesentlich hochwertiger und responsiver an. Da kann aus meiner Sicht auch der DualSense Edge nicht mithalten. Letzterer bietet dafür eben alle Originalfunktionen des DualSense, welche Razers Pro-Modell fehlen.

Letzten Endes hat mir das Zocken mit dem Razer Raiju V3 Pro sehr viel Spaß gemacht. Allerdings spiele ich nur selten Multiplayer-Titel und möchte daher auf Dauer nicht die immersiven Features des DualSense missen.

Mein Fazit

Der Razer Raiju V3 Pro ist ein Pro-Controller, an dem sich wohl die Geister scheiden werden. Der eine wird das haptische Feedback, die adaptiven Trigger sowie den Lautsprecher und die Lightbar des DualSense hier schmerzlich vermissen. Der andere wird sich an den erweiterten Anpassungsoptionen, dem Premium-Feeling der Tasten, des D-Pads und der Analogsticks sowie der verbesserten Ergonomie für große Hände ergötzen. Zielgruppe sind hier letzten Endes vor allem Multiplayer-Spieler.

Ich selbst finde den Raiju V3 Pro wirklich klasse, zumal er sich mit seinem Dongle ja auch am PC nutzen lässt. Reinen PC-Gamern würde ich aber eben eher die Wolverine-Modelle nahelegen. An der PlayStation 5 ist Razers Modell eine echte Alternative zu Sonys eigenem DualSense Edge und bringt Mehrwerte in Design, Verarbeitung und Akkulaufzeit mit – wenn ihr denn auf die immersiven Funktionen verzichten könnt.

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