Rasenmähroboter eufy E15 ausprobiert

9 months ago 9

Der März dieses Jahres hat bereits den einen oder anderen Tag mit sehr angenehm warmen und trockenen Wetter mitgebracht. Für diejenigen unter uns mit Garten heißt das vor allem, allmählich wieder nach Draußen zu pendeln, die ersten Pflanzen beschneiden und unter anderem vielleicht auch schon über den ersten Rasenschnitt nachzudenken. Bei uns daheim unterteilt sich die Rasenfläche in „vor dem Haus“ und „hinten im Garten“, zusammen sind das knapp 200 Quadratmeter. Jene mäht mir neuerdings der aktuelle eufy E15, das technisch nur minimal etwas kleinere Modell neben dem neuen E18.

Der Rasen hat hier zumindest von den ersten Sonnentagen zuletzt profitieren können, sodass sich das Ausprobieren eines Mähers dann tatsächlich auch schon gelohnt hat. Allerdings muss man auch einsehen, dass die Zeit des regelmäßigen Rasenmähens noch nicht wirklich gekommen ist, ich daher lieber in den kommenden Wochen bis Monaten hier nochmal ein Update nachreiche, ob sich etwas an meiner Meinung zum Gerät geändert hat.

Beide Modelle sind längst bekannt und können mittlerweile vorbestellt werden. Die Preise liegen bei 1.499 Euro (E15) und 1.799 Euro (E18). Sie werden dann perfekt zum Frühlingsstart ab dem 31. März ausgeliefert. Wer über die Webseite vorbestellt und einen symbolischen Euro anzahlt, spart bis zum 30. März noch 200 Euro beim E15 und 300 Euro beim E18. Die vollständigen Spezifikationen zu den beiden Modellen hatten wir euch hier bereits aufgelistet. Grob gesagt, unterscheiden sich die Geräte vorrangig nur in der empfohlenen Mähfläche (800/1.200 Quadratmeter) und der GPS-Modul-Genauigkeit für Diebstahlschutzverfolgung (2 bis 5 m/20 bis 30 m).

Zudem taugen sowohl E18 als auch der E15 für mehrere voneinander getrennte Flächen, die dann nacheinander abgefahren werden können. In meinem Fall muss ich mir noch eine Rampenlösung einfallen lassen, da zwischen den Flächen hier eine kleine Stufe liegt, welche der E15 keineswegs hinunterfährt. Wirklich zu begrüßen ist, dass man für die neuen Mähroboter keinerlei Drähte verlegen oder Beacons platzieren muss. Stattdessen navigieren jene komplett intelligent über Sensoren durch den Garten.

Auf jeden Fall schon einmal sehr praktisch ist die Tatsache, dass beide Geräte eine eigene überdachte Garage mitbringen, was bei Rasenmährobotern leider noch immer nicht zum Standard gehört. Dank der Regenerkennung kann der Robo dann selbstständig dort parken, aufladen und steht einigermaßen geschützt vorm Wetter. Wer auf Nummer sicher gehen will, organisiert oder baut sich dann doch noch eine kleine Hütte drumherum. Die Ladestation wird mit kleinen Plastik-Erdschrauben im Boden verankert, sodass sie etwas stabiler an Ort und Stelle steht.

Die Ersteinrichtung ist denkbar einfach, wenngleich ich dann aber auch nicht nur die vom Hersteller gern beworbenen 5 Minuten bis zum „Startklar“ benötigt habe. Allein das Aufbauen der Station dauert schon ein paar Minuten, hinzu kommt das Einrichten eines Benutzerkontos in der kostenlosen App und das Anmelden des E15 in selbiger. Ihr benötigt für die Ersteinrichtung zwingend eine WLAN- und Bluetoothverbindung. Die App führt euch Schritt für Schritt durch den Onboardingprozess, sodass am Ende der Mähroboter bereit ist, seine erste Kennenlernrunde im Garten zu drehen – sofern er ausreichend geladen ist. Eines vorweg: Bedingt durch unser norddeutsches Flachland und den Beschaffenheiten unseres Gartens konnte ich das Verhalten an Steigungen im Test nicht berücksichtigen. Laut Hersteller sollen Neigungen von maximal 40 % (entsprechen 18 Grad) möglich sein.

Das Kennenlernen und Aufzeichnen der Karte benötigte dann hinten im Garten bei den ersten rund 100 Quadratmetern nicht ganz eine halbe Stunde. Dabei fährt der E15 den Rasen nach und nach ab, das Ganze aber schon ein wenig kreuz und quer. Zudem steuerte er einige Stellen, an denen er aufgrund von Unebenheiten vielleicht nicht sofort sauber darüber hinwegfahren konnte, mehrfach an. Am Ende der Aufzeichnung wird dann wieder automatisch und enorm zielsicher die Ladestation angesteuert und dann auch entsprechende Problemzonen auf der Karte vermerkt. Bei uns sind das beispielsweise Verankerungen für das Trampolin, das Sohnemann bislang hin und wieder nutzte.

An sich manövriert der E15 aber auch ausgesprochen gut und mit einem kleinen Wendekreis. Das liegt nicht nur an der geringen Größe, sondern auch am Antrieb. So schiebt sich das Gerät über die beiden motorisierten Hinterräder voran, lenkt darüber auch und hat vorne am Gerät als Gegenstück ein Tischtennisball-großes Schwenkrad.

Der Rasen wird durch einen Steinweg unterteilt. Ebenso zu erkennen ist die mittig zu findende Ladestation, links im Bild der E15 beim Mähen

Da ich jene nicht einfach entfernen kann, markierte ich sie in der Karte als Hindernis, das umfahren werden soll. Hier gehe ich dann im Anschluss lieber kurz mit dem Rasentrimmer bei. Das vollständige Mähen der hinteren Fläche benötigte dann nicht ganz zwei Stunden bei normaler Geschwindigkeit und einer eingestellten Schnitthöhe von 45 mm. Allgemein empfiehlt eufy, dass der Rasen vor dem ersten Mähen mit dem Robo auf 90 mm herunter gemäht sein sollte. Dank des Wetters war das für mich nicht notwendig. So leer gefahren musste der Mäher dann für weitere zwei Stunden an der Station laden, bis es für ihn hätte weitergehen können. War in dem Fall ja aber nicht mehr nötig. Es sieht auch so aus, als würde die Mähdauer für dieselbe Rasenfläche nach und nach etwas kürzer ausfallen, da der Robo alle Ecken und Kanten mittlerweile kennengelernt hat.

In der App könnt ihr nicht nur die üblichen Einstellungen für den Mäher vornehmen und Firmwareupdates anstoßen, sondern unter anderem auch die Diebstahlbenachrichtigung aktivieren oder euch mit der Frontkamera des Robos verbinden. Jene ermöglicht einen Live-Einblick auf den Mähvorgang und zur Not auch auf ungebetene Gäste im Garten. Ebenfalls im Kopf des Mähers untergebracht ist die TrueVision-Einheit, dank derer der Mäher zielsicher navigiert und kartografiert. Hindernisse wie Bäume, herumliegendes Spielzeug, Haustiere oder andere Objekte werden zuverlässig erkannt und umfahren. Ich habe hier zum Test mal ein paar Bälle aus Sohnemanns Sammlung verteilt, einen Schuh liegen lassen und aus der Werkstatt zwei handgroße Holzscheite geholt und platziert. Wurde alles als Hindernis erkannt und umfahren. Unsere beiden Kater meiden den eufy schon von sich aus, da kann er mit seinen maximal 55 dB auch noch so leise arbeiten.

AI Vision nennt eufy seine Technologie, anhand derer der Mäher die Rasenkante genau erkennen kann und so dann auch in der Lage ist, Mähkanten gezielt zu nutzen und so bis an den letzten Millimeter des Rasens zu gelangen. Das konnte ich nicht direkt testen, da wir Rasenkantensteine verwenden. Jene wurden vom E15 bisher aber zuverlässig angesteuert und dann auch sehr eng abgefahren, sodass für mich nur noch eine schmale Restkante mit dem Trimmer zu erledigen ist.

Ein Blick unter den Mäher verrät nicht nur den Abstand, der vom Schnittteller bis an den äußeren Rand des Roboters bleibt und somit auch den Streifen darstellt, welcher bei mir an den Rasenkanten übrigbleibt. Es ist auch zu sehen, dass man optional einen Apple AirTag im Gerät verbauen und verschraubt sichern kann, um bei einem Diebstahl eine weitere Option zu haben, das Gerät wiederzubekommen. Da der Mäher gerade einmal 12,5 kg wiegt, ist er eben auch durchaus „geeignet“, am Tragegriff von unberechtigten Personen davongetragen zu werden.

Sowohl E15 als auch E18 unterstützen 2,4 GHz- und 5 GHz-WLAN-Verbindungen, zudem Bluetooth und sie bieten eine integrierte LTE-Lösung, damit selbst bei völligem Verlust aller anderen Verbindungen jederzeit auf das Gerät zugegriffen werden kann. Das klappte in meinem Test in der Tat auch reibungslos. So erreicht mein heimisches WLAN leider oft nicht mehr die hintersten Ecken im Garten, was dann aber nicht heißt, dass ich mich nicht dennoch auf die Kamera und das Gerät aufschalten kann. Da ist es dann auch möglich, über ein Controller-Symbol am rechten Bildschirmrand einen Joystick zum manuellen Steuern des Robos aufzurufen. Das Ganze muss allerdings einmalig direkt am Gerät bestätigt werden, zudem müsst ihr eine Sicherheits-PIN festlegen. Letztere ist dann notwendig, wenn ihr aus der Ferne zugreifen wollt.

Der Blick durch die Kamera verrät: Die Auflösung könnte sicherlich noch besser sein, reicht aber allemal für einen Blick nach dem Rechten

Auch den Regensensor habe ich ausprobiert und den E15 kurzerhand mit einer Gießkanne mit Aufsatz verfolgt. Es brauchte rund 5 Sekunden der Berieselung, bis der Robo kurz innehielt, eine Meldung an die App verschickte und sich auf den Weg zurück unter sein Garagendach begeben hat. Hier habt ihr die Wahl, ob das Gerät nach einer vordefinierten Zeit versuchen soll, seine Arbeit wieder aufzunehmen oder ob er einfach dort verharren soll. Bei einem kurzen Regenschauer im Sommer mag es sich lohnen, wenn er nach spätestens zwei Stunden wieder los juckelt. Bis dahin ist dann auch der Rasen größtenteils wieder getrocknet.

Das größtenteils dunkel gehaltene Design hilft dabei, dass das Gerät nicht gleich nach den ersten Mähvorgängen schmutzig aussieht wie beispielsweise der Goat G1 von Ecovacs, den Caschy testete. Vom Schnittergebnis bin ich bislang sehr angetan und der E15 hält sein Versprechen, sich möglichst dicht an alle Kanten heranzuarbeiten. Für unsere Rasenkantensteine kann er nix, eine Mähkante würde er nutzen und so überfahren, dass er die Rasenkante komplett erwischt. Hier muss ich also eher mal im Garten nachbessern. Die Lautstärke geht absolut klar, man kann während des Mähens problemlos mit im Garten sitzen und entspannen, den Grill befeuern, bloggen, oder, oder, oder.

Der Preis von offiziell rund 1.500 Euro ist meiner Meinung nach sehr fair gehalten, zumal man mit dem E15 (und mit Sicherheit auch mit dem E18) ein sehr gelungenes Gesamtpaket mitsamt Garage erhält. Hier wird der Mäher sich auf jeden Fall noch reichlich behaupten dürfen – immerhin fliegen dieses Frühjahr noch die alten Waschbetonplatten raus und werden durch noch mehr Rasen ersetzt.

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