OpenAIs erstes KI-Hardware soll ein mobiler Lautsprecher ohne Bildschirm werden

1 month ago 11

OpenAI plant einen mobilen Smart Speaker ohne Bildschirm als KI-Begleiter für Zuhause. Das Gerät soll sich anfühlen, als wäre es lebendig. Apples Klage wegen Geschäftsgeheimnissen könnte den Marktstart verzögern.

OpenAIs lang erwarteter Einstieg in die Hardware-Welt soll laut einem Bericht von Bloomberg mit einem mobilen Lautsprecher ohne Bildschirm beginnen. Das Gerät, das sich noch in der Entwicklung befindet, soll als menschenähnlicher KI-Begleiter im Zuhause fungieren: Smart-Home-Geräte steuern, Medien abspielen, Fragen beantworten, Nachrichten bearbeiten und auf die gesamte Bandbreite von ChatGPT zugreifen.

Intern beschreibt OpenAI das Produkt laut Bloomberg als "den ersten seiner Art: einen für KI gebauten Computer". Er enthält eine Kamera und weitere Sensoren, die dem Gerät helfen sollen, die Umgebung und den Kontext des Nutzers zu verstehen. Anders als herkömmliche Smart Speaker verfügt es über einen wiederaufladbaren Akku, sodass es von Raum zu Raum getragen werden kann.

Mechanische Elemente sollen das Gerät lebendig wirken lassen

Das definierende Merkmal des Lautsprechers soll laut Bloomberg seine Persönlichkeit sein. OpenAI will, dass sich das Gerät zunehmend personalisiert und proaktiv wird, je besser es seinen Besitzer kennenlernt. Es soll Bedürfnisse voraussehen, Informationen von sich aus liefern und auf persönliche Daten wie E-Mails zugreifen.

Der Lautsprecher enthält angeblich mechanische Elemente, die sich eigenständig bewegen können. Dadurch soll der Eindruck entstehen, das Gerät sei lebendig und nicht bloß ein Objekt, das auf Befehle reagiert. Ziel sei es, eine physische Manifestation von ChatGPT zu schaffen, passend zum Ziel von OpenAI-Chef Sam Altman, eine Art "Her"-Computer zu etablieren. Solche starken Vermenschlichungen werden unter anderem dafür kritisiert, dass sie Psychosen auslösen können, so geschehen etwa bei OpenAIs extrem sycophantischem Modell GPT-4o.

Die Live-Kommunikation basiert auf einer erweiterten Version des ChatGPT-Voice-Mode namens GPT-Live, die OpenAI vor wenigen Tagen eingeführt hat. Der neue Sprachmodus kann gleichzeitig zuhören und sprechen und sich natürlicher in Gesprächen anpassen.

Apples Klage könnte den Marktstart verzögern

Apple hat OpenAI vergangene Woche wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Die Klage richtet sich insbesondere gegen Tang Tan, OpenAIs Chief Hardware Officer und Mitgründer von io Products, der zuvor Apples iPhone-Produktdesign leitete.

Apple wirft ihm vor, eine Kampagne zur Beschaffung vertraulicher Informationen über zukünftige Apple-Produkte geführt zu haben. Ein ehemaliger iPhone-Ingenieur soll sich laut Apple in deren Systeme gehackt haben, um an technische Präsentationen zu gelangen. Apple bezeichnete OpenAIs Hardware-Ambitionen als "im Kern verrottet".

OpenAI weist die Vorwürfe laut Bloomberg zurück. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Klage begründet sei. OpenAI betont die Bedeutung eines fairen Wettbewerbs und der freien Wahl des Arbeitsplatzes. Das geplante Gerät unterscheide sich grundlegend von Apple-Produkten und verletze keine Geschäftsgeheimnisse. Apple räumt ein, dass erst ein Discovery-Verfahren klären könne, ob OpenAI seine Technologie nutzt.

OpenAI plant laut Bloomberg, das Gerät noch in diesem Jahr vorzustellen und 2027 auf den Markt zu bringen. Apple strebt eine einstweilige Verfügung gegen OpenAIs Hardware an, was den Verkaufsstart verzögern könnte.

OpenAI hat umfangreiche Hardware-Pläne

Der KI-Smart-Speaker ist wohl nur der Auftakt. Laut Bloomberg arbeitet OpenAIs Hardware-Abteilung an rund fünf verschiedenen Produkten. Darunter sollen sich ein mobiles KI-Gerät als Telefonersatz, ein Anhänger zum Tragen und Ansätze für Hausrobotik befinden. Das Unternehmen, das laut Bloomberg einen Börsengang in den kommenden Monaten erwägt, tritt damit in direkten Wettbewerb mit Apple, Amazon und Google.

Apple selbst bereitet eine eigene Familie KI-fokussierter Home-Geräte vor, darunter eine Smart-Home-Kommandozentrale mit 7-Zoll-Display, Gesichtserkennung und einem neuen Betriebssystem. Auch eine Version mit einem Bildschirm auf einem robotischen Arm und ein Smart-Home-Sicherheitssystem sind in Arbeit.

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