OpenAI wehrt sich gegen Apple-Klage und veröffentlicht Chatnachrichten als Beweis

2 weeks ago 10

OpenAI wehrt sich gegen Apples Klage wegen Geschäftsgeheimnissen und veröffentlicht Chatnachrichten, die zeigen sollen, dass Apple-Beschäftigte den ehemaligen Kollegen Chang Liu selbst um technische Informationen baten.

OpenAI hat in einem Blogpost auf Apples Klage wegen Geschäftsgeheimnissen reagiert und dem iPhone-Hersteller eine schlampige und unnötig aggressive Vorgehensweise vorgeworfen. Im Kern geht es um den Vorwurf, der ehemalige Apple-Ingenieur Chang Liu habe nach seinem Wechsel zu OpenAI unzulässig auf vertrauliche Apple-Informationen zugegriffen. Die von OpenAI veröffentlichten iMessage-Verläufe sollen ein anderes Bild zeichnen.

Apple hat OpenAI vor einem Bundesgericht in Kalifornien wegen systematischen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Apple wirft dem KI-Unternehmen vor, abwandernde Mitarbeiter aktiv dazu ermutigt zu haben, während ihrer Kündigungsfrist vertrauliche Dateien und Spezifikationen zu entwenden.

Apple-Beschäftigte suchten aktiv den Kontakt zum Ex-Kollegen

Laut den veröffentlichten Nachrichten war Lius letzter Arbeitstag bei Apple der 22. Januar 2026. Bereits an diesem Tag und in den folgenden Wochen wandten sich Apple-Mitarbeiter wiederholt an ihn, um technische Fragen zu klären und ihn um Hilfe beim Auffinden interner Dateien zu bitten.

Eine Nachricht vom 27. Januar 2026 zeigt, wie ein Apple-Mitarbeiter Liu um eine technische Einschätzung bat und schrieb: "Natürlich könnte ich auch andere fragen, aber du bist der Beste. Auch wenn du nicht mehr hier arbeitest." Liu antwortete mit technischen Details zu internen Apple-Entscheidungen.

Auch am 14. Februar 2026 fragte derselbe Mitarbeiter Liu nach technischen Zusammenhängen und verwies ihn auf interne Schaltpläne. Am 5. März wurde Liu sogar in einen Gruppenchat mit mehreren Apple-Beschäftigten einbezogen, wo er auf interne Ordner und Ansprechpartner verwies. Liu selbst beendete die Konversation mit den Worten: "Das ist höchst unzulässig, bitte entfernt mich aus diesem Thread."

Das steht im Widerspruch zu Apples Vorwurf, Liu habe sich nach seinem Ausscheiden eigenmächtig Zugang zu vertraulichen Informationen verschafft. OpenAI argumentiert, dass sogenannter "Restzugriff" (residual access), also der verbleibende Zugang zu Systemen nach dem Ausscheiden, ein bekanntes Problem bei Apple sei, das durch mangelhafte Zugangsverwaltung verursacht werde.

Liu ist allerdings nur ein Streitpunkt in Apples Klage. Insgesamt arbeiten laut der Klageschrift mehr als 400 ehemalige Apple-Angestellte bei OpenAI. Hintergrund der Klage sind OpenAIs wachsende Hardware-Ambitionen rund um das von Jony Ive, dem ikonischen Ex-Apple-Designer, mitgegründete Startup io Products.

OpenAI weist auch die Vorwürfe gegen Tang Tan zurück, der mehr als 24 Jahre bei Apple arbeitete und als einer der innovativsten Führungskräfte des Unternehmens galt. Laut OpenAI habe Tan seinem Team gegenüber stets klargestellt, dass vertrauliche Informationen anderer Unternehmen weder erwünscht noch verwendet werden dürften.

KI-News ohne Hype – von Menschen kuratiert

Mit dem THE‑DECODER‑Abo liest du werbefrei und wirst Teil unserer Community: Diskutiere im Kommentarsystem, erhalte unseren wöchentlichen KI‑Newsletter, 6× im Jahr den "KI Radar"‑Frontier‑Newsletter mit den neuesten Entwicklungen aus der Spitze der KI‑Forschung, bis zu 25 % Rabatt auf KI Pro‑Events und Zugriff auf das komplette Archiv der letzten zehn Jahre.

Jetzt abonnieren

Read Entire Article