
Da schaut man einmal kurz weg, und schon dreht Napster den Laden einmal komplett auf links. Die Marke hat ja in den letzten Jahrzehnten schon so einige Transformationen durchgemacht, aber das hier ist der wohl härteste Schnitt seit den Zeiten der Tauschbörse. Kurzum: Das klassische Musikstreaming ist Geschichte. Wer jetzt die App öffnet, findet dort keine lizenzierten Musikkataloge der großen Labels mehr vor. Die Verträge wurden beendet, und der Fokus liegt nun vollständig auf generativer KI. Das war absehbar, der Laden wurde verkauft, nachdem man schon vor einiger Zeit in Schieflage geraten war und keine Gelder mehr an die Labels zahlen konnte.
Statt Musik von bekannten Künstlern zu hören, sollen Nutzer jetzt selbst welche erschaffen. Die neue Napster-App setzt auf sogenannte AI-Companions. Das sind virtuelle Begleiter, die man mit Vorgaben füttert – sei es Rock, Hip-Hop oder Electro –, und die dann innerhalb von Minuten einen eigenen Song basteln. Der Clou dabei ist wohl, dass die Rechte an den erstellten Tracks beim Nutzer liegen. Man kann die Songs also herunterladen, teilen oder theoretisch sogar verkaufen.
Es geht aber nicht nur um Musik. Die Plattform öffnet sich für tausende dieser KI-Begleiter in Bereichen wie Fitness, Sprachenlernen oder Produktivität, mit denen man per Video-Chat kommunizieren kann. Auch Hörbücher und Podcasts sind an Bord, allerdings interaktiv, sodass man pausieren und Fragen stellen kann. Das Ganze versteht sich jetzt als Live-Conversational-Media-Plattform.
Für Bestandskunden bedeutet das: Der Login bleibt gleich, Benutzername und Passwort funktionieren weiterhin. Auch am Preis ändert sich nichts, das Abo wird automatisch auf „Napster Pro“ umgestellt. Das beinhaltet ein Startguthaben von 3.000 Credits sowie monatlich entweder 20 Stunden KI-Konversation oder die Generierung von 120 Songs. Wer darauf keine Lust hat, kann natürlich kündigen. Schaue ich mir das an, so denke ich mir: Das war es mal wieder. Spannend ist übrigens: O2 bietet seinen Kunden die Napster-Option noch an und zieht somit richtig Geld für diesen Plünn aus den Taschen.
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2 weeks ago
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