Mittwoch: Israels Cyber-Dome für Deutschland, Googles Zugeständnis an KI-Kritik

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Bekommt Deutschland einen Cyber-Dome ohne Kontrolle? Die Regierung plant einen Abwehrschirm nach Israels Vorbild gegen digitale Angriffe, schweigt aber zu Geheimdienst-Daten und US-Tech. Einiges sei intern noch nicht abgestimmt, bei anderen Fragen verweist das Bundesinnenministerium auf Geheimhaltungspflichten. Das ruft Kritik der Opposition hervor. Kritisiert wird auch „Ask Photos“, Googles KI-Suche nach Bildern in der Fotos-App. Denn Nutzer beschweren sich über mangelhafte Suchergebnisse. Nun reagiert Google und erlaubt künftig, bei der Suche nach Bildern in Googles Fotos-App einfach zwischen KI-gestützter und klassischer Suche zu wechseln. Damit kommt „Ask Photos“ in Kürze auch nach Europa. Derweil könnte Investor EQT den Linux-Pionier SUSE bald verkaufen und dafür bis zu sechs Milliarden US-Dollar einstreichen. SUSE gilt als möglicher Gewinner des KI-Booms, da die Nachfrage nach zuverlässiger Basissoftware durch mehr KI-Anwendungen steigen dürfte. Es herrscht aber auch Unsicherheit in der Softwarebranche – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Deutschland plant einen Umbau seiner digitalen Verteidigung nach israelischem Vorbild, das laut Bundesinnenministerium (BMI) „weltweit als eines der technologisch führenden Länder gilt“. Das BMI will für das Konzept, das bis Ende 2026 stehen soll, eng mit Israel zusammenarbeiten und von dessen „Erfahrungen bei der automatisierten Erkennung und Mitigation von Cyberangriffen […] profitieren“. Während das BMI den „Cyber-Dome“ als notwendigen Schutzschirm gegen Hybridangriffe bewirbt, bleiben zentrale Details zur Architektur, zu Datenflüssen und zu verfassungsrechtlichen Grenzen offen. Die Antwort der Bundesregierung und weitere Antworten des BMI auf entsprechende Nachfragen zeigen, dass noch vieles unklar ist beim Cybersicherheitspakt mit Israel: Was die Regierung zum „Cyber-Dome“ offen lässt.

Google hat Künstliche Intelligenz (KI) bereits vor einiger Zeit auch für die Suche nach Bildern in der Fotos-App für Android eingeführt. Zwar ist die Funktion „Ask Photos“ bislang nicht überall verfügbar, aber viele Anwender beschweren sich, dass sie die gesuchten Bilder auf dem eigenen Smartphone nicht finden oder die Suchergebnisse weniger zutreffend seien als zuvor. Nun kündigt Google an, dass Nutzer die KI-gestützte Suche nach Fotos bald einfach abschalten und zur klassischen Suche wechseln können. Dies dürfte in Kürze auch hierzulande möglich sein, denn „Ask Photos“ soll ab dieser Woche nach Europa kommen, nachdem die Funktion bereits in mehr als 100 Ländern nutzbar ist: Googles KI-gestütztes "Ask Photos" kann künftig einfach abgeschaltet werden.

Schalter in der Fotos-App für klassische und KI-gestützte Bildersuche

(Bild: Googles Shimrit Ben-Yair bei X)

Der Finanzinvestor EQT prüft den Verkauf des Open-Source-Softwareunternehmens SUSE. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, dass EQT die Investmentbank Arma Partners mit der Suche nach potenziellen Käufern beauftragt hat. Sollte der Deal zustande kommen, könnte er bis zu sechs Milliarden US-Dollar (5,1 Milliarden Euro) einbringen. Die Gespräche befänden sich aber noch in einem frühen Stadium, heißt es. Auch sei noch keine endgültige Entscheidung über einen Verkauf gefallen. Dies fällt in eine Zeit zunehmender Unsicherheit in der Softwarebranche. Investoren befürchten, dass neue KI-Tools viele bestehende Softwareprodukte verdrängen könnten, Experten sehen SUSE jedoch als potenziellen Profiteur des KI-Booms, so ein Bericht: Finanzinvestor EQT erwägt Verkauf von SUSE Linux.

Die Berliner Polizei bereitet den großflächigen Einsatz von Algorithmen im öffentlichen Raum vor, um die Sicherheit an gefährdeten Objekten und Brennpunkten zu erhöhen. Kameras mit künstlicher Intelligenz (KI) sollen künftig nicht nur am Kottbusser Tor, im und am Görlitzer Park sowie auf dem Alexanderplatz wachen, sondern auch die unmittelbare Umgebung des Roten Rathauses, des Abgeordnetenhauses und der Senatsverwaltung für Inneres am Alten Stadthaus erfassen. Primäres Ziel der Sicherheitsbehörden sei eine Entlastung des Personals. In der politischen Arena stößt das Vorhaben auf Widerstand und in den Ausschreibungsunterlagen finden sich Formulierungen, die bei Bürgerrechtlern für Stirnrunzeln sorgen: Wenn die KI bei der Überwachung in Berlin das „Umhergehen ohne Anlass“ meldet.

Einigermaßen kräftige und aktuelle PC-Hardware genügt, um viele KI-Modelle auszuführen. Das haben wir ausprobiert mit dem c’t-Bauvorschlag für den optimalen PC 2026: AMD Ryzen 7 9800X3D, 32 GByte DDR5-RAM und als Grafikkarte eine AMD Radeon RX 9070 XT mit 16 GByte GDDR6. Tools wie LM-Studio und ollama machen die lokale Installation von KI-Modellen ziemlich einfach. Auch große Sprachmodelle (Large Language Models, LLM) wie gpt-oss können funktionieren. Allerdings liegt die Tücke im Detail. KI-Modelle, die komplett in den schnellen Speicher der Grafikkarte passen, rennen auch flott. Doch jenseits von 16 GByte wird es teuer. Bei den meisten Desktop-PCs könnte man das RAM zwar über 64 GByte hinaus aufrüsten. Auch darin laufen LLMs, aber viel langsamer. Darüber berichten wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: KI lokal auf dem (optimalen) Selbstbau-PC.

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(fds)

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