
Der Onlinehandel steht vor einem Wandel. War der Online-Einkauf bisher meist eine Abfolge von Suchanfragen, Preisvergleichsseiten und diversen offenen Browser-Tabs, verlagert sich das Ganze mittlerweile in den Dialog mit KI-Assistenten. Microsoft greift diesen Trend auf und führt zwei neue Funktionen ein, die die Lücke zwischen Chat-Beratung und Kaufabschluss schließen sollen: Copilot Checkout und Brand Agents.
Die Kaufabsicht des Kunden soll genau dann bedient werden, wenn sie entsteht, ohne Medienbruch oder Plattformwechsel, behauptet man. Bisher dienten KI-Tools ja primär der Informationsbeschaffung. Copilot Checkout integriert die Transaktion bei Kaufinteresse direkt in den Chatverlauf.
Das Szenario sieht wie folgt aus: Ein Nutzer sucht über Copilot beispielsweise nach einem Kleidungsstück für einen bestimmten Anlass. Die KI vergleicht Optionen, beantwortet Rückfragen zu Größen oder Materialien und ermöglicht anschließend den direkten Kaufabschluss. Der gesamte Prozess – von der Auswahl bis zur Bezahlung – findet innerhalb der Copilot-Oberfläche statt. Trotz der Abwicklung über Microsoft bleibt der Händler der Vertragspartner. Er behält die Kontrolle über die Transaktionsdaten und die Kundenbeziehung.
Brand Agents: Der KI-Verkäufer auf der eigenen Website
Bei den Brand Agents handelt es sich um KI-gestützte Assistenten, die direkt in den Online-Shop integriert werden. Anders als klassische Chatbots, die oft nur starre Skripte abrattern, sollen diese Agenten den Stil und Tonfall der jeweiligen Marke adaptieren. Funktionen umfassen:
- Beratung bei der Produktauswahl
- Vorschläge für ergänzende Artikel (Cross-Selling)
- Auskunft zu Versand- und Rückgabebedingungen
Die Implementierung soll laut Microsoft recht flott umgesetzt sein. Um den Erfolg dieser Maßnahmen messbar zu machen, integriert Microsoft die Auswertung in sein kostenloses Analysetool Microsoft Clarity. Händler erhalten dort ein Dashboard, das Kennzahlen wie Engagement-Raten oder den durchschnittlichen Bestellwert im Kontext der KI-Interaktionen aufschlüsselt.
Technisch setzt Microsoft auf Standards wie das „Agentic Commerce Protocol“, um die Einstiegshürden niedrig zu halten.
Der Startschuss für diese Funktionen fällt zunächst – Überraschung – in den USA auf Copilot.com. Zum Start kooperiert Microsoft mit Zahlungsdienstleistern und Plattformen wie PayPal, Stripe und Shopify. Zu den ersten Partnern gehören bekannte Namen wie Urban Outfitters, Anthropologie und Etsy. Wann genau die Funktionen flächendeckend hierzulande verfügbar sein werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen.
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