Zum Jahresende nehme ich mir hier im Blog immer mal die Freiheit, euch in einem eher persönlichen Beitrag einige Musiktipps ans Herz zu legen. Diese kleine Tradition führe ich dann mit diesem Post auch 2025 fort. Vielleicht kann ich auf diese Weise ja den ein oder anderen Leser auf einen Künstler aufmerksam machen, der etwas frischen Wind in die Playlists bringt.
2025 ist dabei für mich ein bewegtes Musikjahr gewesen, denn ich habe mehrfach den Musikstreaming-Anbieter gewechselt. So hatte ich Spotify zunächst nach einer Preiserhöhung den Rücken gekehrt und landete in einer längeren Trial bei Amazon Music Unlimited. Anschließend konnte mich Apple Music für 6 Monate gewinnen – dank eines Dumping-Angebots. Nachdem jenes dann ausgelaufen ist, bin ich nun wieder bei Spotify im Basis-Tarif ohne Hörbücher beheimatet. Vermutlich kommt einigen Lesern dieser „Werdegang“ angesichts explodierender Streaming-Preise durchaus bekannt vor.
Das Problem: Das Gros des Geldes kommt aufgrund der unfairen Einnahmeverteilung am Ende bei großen Plattenfirmen oder bereits schwerreichen Künstlern an. Darum mein Rat: Wollt ihr eure Lieblingskünstler wirklich unterstützen, dann geht auf deren Konzerte und schaut mal, was sie auf anderen Plattformen wie Bandcamp anbieten. Die wenigsten Musiker können sich mit Streaming-Einnahmen über Wasser halten und die Flut von KI-Slop macht es nicht besser.
Selbst ich musste bei meinem nischigen Musikgeschmack, der viel Dreampop, Shoegaze und Indie umfasst, z. B. eine reine KI-Band namens Copperplate in meinen Playlists entdecken und aussortieren. Was mich dazu führt: Meine Musiktipps für das Jahr 2025 sind vollkommen subjektiv. Niemand wird gezwungen, diesen Post zu lesen oder sie anzuhören. Ich freue mich aber nicht nur über jeden Leser, der an dem ein oder anderen Künstler Gefallen findet, sondern auch über Kommentare zu eben euren Favoriten des im wahrsten Sinne des Wortes ausklingenden Jahres.
Meine Alben des Jahres 2025
- Seigmen – Dissonans
- The Divine Comedy – Rainy Sunday Afternoon
- Lorien Testard – Clair Obscur: Expedition 33 (Original Soundtrack)
- Sigur Rós – Takk: The Tape Variations
- Yndling – Time Time Time (I’m in the Palm of your Hand)
Hierzulande kennt sie so gut wie niemand, doch seit sich sie 1998 in Kiel als Vorband von Paradise Lost live gesehen habe, liebe ich die norwegische Band Seigmen. Zwischenzeitlich aufgelöst, so haben sich die Jungs seit einigen Jahren wieder zusammengerauft, um ihrem düsteren Rock zu frönen, der sich bei vielen Genres bedient. Besonders das flirrende Zusammenspiel der beiden Gitarristen Sverre und Marius hat es mir bis heute angetan. Das neue Album „Dissonans“ zeigt die Band von einer raueren Seite und hat sich nach anfänglicher Skepsis bei mir eingebrannt.
Wer es ruhiger mag, dem empfehle auch die sphärische Neubearbeitung des Sigur-Rós-Klassikers „Takk“. Regelrecht beschwingt kommt wiederum der orchestrale Pop von The Divine Comedy daher, welche ich mir im März 2026 auch erstmals live ansehen werde. Und auch der melancholische Soundtrack zu einem der besten Spiele des Jahres, „Clair Obscur: Expedition 33“ lief 2025 bei mir sehr häufig. Ebenfalls aus Norwegen stammt übrigens Yndling, die ich erst in diesem Jahr neu entdeckt habe. Das sphärisch-poppige Album „Time Time Time (I’m in the Palm of your Hand)“ muss ich daher auch unbedingt erwähnen.
Einige meiner Lieblingssongs des Jahres
- Hazel English – Never Going Home (Acoustic)
- Graveyard Club – No Way Out
- Yuragi – Our
- Hatchie – Carousel
- Steven Wilson – The Overview
Steven Wilson hat in diesem Jahr mit „The Overview“ einen ziemlichen Brocken von einem Album abgeliefert. Fast alle Songs kommen auf bombastische Spielzeiten und gehen ineinander über. Ich konnte das Ganze in Hamburg auch live erleben. Massenkompatibler ist das eingängige „No Way Out“ von Graveyard Club, einer Band aus Minnesota, die vor allem Freunde der 1980er-Jahre erfreuen könnte. In eine ähnliche Ecke geht auch Hatchie mit „Carousel“, die 2025 ein neues Album veröffentlicht hat.
Die Japaner von Yuragi zelebrieren mal poppigen, mal sperrig lärmenden Shoegaze. Von dem neuen Album ist mit „Our“ besonders im Gedächtnis geblieben. Indie-Pop-Darling Hazel English wiederum hat eines ihrer älteren Stücke, „Never Going Home“ als hervorragende Akustikversion neu aufleben lassen.
In den letzten Jahren habe ich sonst auch immer gesondert mehrere Künstler empfohlen. Dieses Jahr lasse ich das aus, weil es mir irgendwie zu redundant vorgekommen ist. Stattdessen ein abschließender Tipp: Das Meisterwerk von The Smashing Pumpkins „Mellon Collie and the Infinite Sadness“ ist in diesem Jahr zum 30-jährigen Jubiläum neu aufgelegt worden. Mit dabei sind auch neue Liveaufnahmen und B-Sides – lohnt sich, da wieder hereinzuhören.
Vielen Dank fürs Lesen – habt schöne Weihnachten, bleibt gesund und kommt gut ins neue Jahr!
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