Bungie hat Anfang März 2026 seinen neuen Shooter „Marathon“ für PC und die PlayStation 5 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen reinen Multiplayer-Titel. Nach „Destiny“ und „Halo“ versucht man sich erstmals an einem Extraction-Shooter. Ich habe einmal in den Titel hereingeschaut, um euch meine frühen Eindrücke zu vermitteln. Dabei konnte das Spiel in mir durchaus auch positive, aber insgesamt gemischte Gefühle erwecken.
Beispielsweise kann man sich über den visuellen Stil von „Marathon“ streiten, der vor der Veröffentlichung ja schon für Kontroversen sorgte, weil zunächst unerlaubt Artworks von fremden Designern genutzt wurden. Ich selbst empfinde die sterile Sci-Fi-Ästhetik des Titels als sehr austauschbar und fühle mich visuell nicht angesprochen. Technisch gibt es hier hingegen wenig zu meckern: Der Titel läuft flüssig, verfügt über knackscharfe Texturen und auch die Animationen wirken modern. Doch alles wirkt auf mich irgendwie von der Stange und ein wenig seelenlos.
Das kann euch anders ergehen. Aber ich finde, man merkt „Marathon“ an, dass es in einer Zeit in die Pipeline geschoben worden ist, als Sony unter Jim Ryan volle Kraft voraus auf den Hypetrain rund um Games-as-a-Service aufspringen wollte. Damit ist man später etwa mit „Concord“ voll auf die Nase gefallen. Ich glaube nicht, dass „Marathon“ ein ähnliches Desaster wird, aber ich sehe hier persönlich auch keinen Überraschungshit wie „Helldivers 2„.
„Marathon“ macht Spaß, sticht aber wenig heraus
Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, in „Marathon“ statt mit einem Team als Einzelspieler auf einen Run zu gehen, das ist aber mehr ein Nachgedanke. Immerhin gibt es für solche Fälle im Titel von Bungie aber sogar eine eigene Klasse – Rook. Für Teams aus mehreren Spielern bietet sich dann die Abstimmung für ein ausgewogenes Line-up an. Da könnt ihr entweder Assassinen wählen, die sich unsichtbar machen können. Recon-Einheiten, die vorpreschen und Aufklärung betreiben, sowie die Zerstörer, die dann besonders draufhauen, wenn es in die Offensive geht.
Wie bei anderen Extraction-Shootern lautet das zentrale Prinzip von „Marathon“: als Team eine Zone betreten, bessere Ausrüstung ergattern, Feinde auf dem Weg umnieten – und dann raus aus der Misere. Dabei kann jede Klasse ihre magischen Momente finden. Etwa mag ein Heiler erst einmal unscheinbar wirken, kann aber manchen Run aus dem Dreck ziehen, wenn impulsive Spieler sich verkalkuliert haben und Lebensenergie benötigen, damit nicht alles zusammenbricht.
Pro PvPvE-Run könnt ihr im Übrigen so ca. 20 Minuten einrechnen. Das ist ganz angenehm, wenn man berufstätig ist und abends mal eine schnelle Nummer einschieben will, ohne bis 3 Uhr nachts am Rechner zu verweilen. Allerdings sieht es auch hier so aus, dass ihr auf Dauer nur dann Land sehen werdet, wenn ihr „Marathon“ regelmäßig spielt. Andernfalls ist man meistens das schwächste Glied in der Kette. Bei den verfügbaren Karten bietet „Marathon“ im Übrigen durchaus Abwechslung und entführt euch in Alien-Dschungel, industrielle Komplexe und mehr. Wie schon erwähnt, wirkt das auf mich dennoch alles zu glatt, aber das mag mancher von euch auch völlig anders empfinden.
Je länger bzw. öfter ihr „Marathon“ zockt, desto mehr neue Ausrüstung, Aufträge und sogar Karten schaltet ihr frei. So ergibt sich also der Gameplay-Loop, der euch bei der Stange halten soll. Zudem gibt es für jede Season ein Fortschrittsystem, das euch weitere Boni verheißt. Allerdings soll der Fortschritt mit jeder Season zurückgesetzt werden, um es Neueinsteigern zu erleichtern, mitzuhalten. Veteranen werden dadurch aber abseits von kosmetischen Belohnungen dann auch jeweils einen Neubeginn wagen müssen, was manche frustrieren könnte.
Mit Kinderkrankheiten
Frust kam bei mir im Übrigen auch bei der Bedienung von „Marathon“ auf. Die Menüs nutzen einen sehr merkwürdigen Aufbau und das Interface soll wohl stylisch wirken, erschwert es aber oft, klare Unterschiede zwischen Ausrüstungen auf einen Blick zu erfassen. So hantierte ich deswegen oft länger mit Loot, als es nötig gewesen wäre, würde das Spiel eine klarere Designsprache verwenden. Da hoffe ich, dass Bungie sich ein Herz fasst und nochmal nachbessert.
Kritisieren kann man auch, dass Bungie echte Endgame-Inhalte erst in den kommenden Wochen per Update nachreichen will und Tester deswegen sogar um etwas Nachsicht gebeten hat. Gleichzeitig ist man aber nicht verlegen, dennoch zum Launch den vollen Preis von 39,99 Euro auszurufen, obwohl noch Content fertiggestellt werden muss. Trotzdem ist das natürlich immer noch eine Summe, die weit unter sonstigen Triple-A-Spielen liegt. Gleichzeitig muss sich „Marathon“ aber auch mit Free-to-Play-Shootern wie „Fortnite“ oder „PUBG“ messen, welche erhebliche Teile der Aufmerksamkeit der Zielgruppe bereits binden.
Mein Fazit
„Marathon“ ist kein Reinfall, aber auch kein Spiel, das mich persönlich wirklich fesselt. Nun bin ich ohnehin eher der Singleplayer-Fan, sodass Multiplayer-Spiele so eine Sache für mich sind. Hier ist es aber auch das visuelle Design, das mir Kopfzerbrechen bereitet. Einerseits empfinde ich die Ästhetik des Titels als ziemlich fade, so hochwertig sie aus technischer Sicht sein mag, andererseits sind die Menüs und Oberflächen teils noch sehr benutzerfeindlich gestaltet worden. Das erschwert es etwa, zu differenzieren, welchen Loot man behalten oder direkt wieder verscherbeln sollte.
Die Zukunft von „Marathon, und vielleicht auch von Bungie, hängt jetzt davon ab, wie Sony das Game wachsen lässt. Mit einigen Überarbeitungen und Feinschliff könnte hier aus einem anständigen noch ein exzellenter Extraction-Shooter werden. Ich bezweifle aber, dass der derzeitige Status Quo ausreichen wird, um Gamer mittelfristig von kostenlosen Dauerbrennern wie „Fortnite“ fernzuhalten.
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