Kulturstaatsminister: Streaming-Fairness soll an rundem Tisch kommen

2 hours ago 2

Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM), Wolfram Weimer, will Musikbranche und Streaminganbieter an einen Tisch bringen, um über Lösungen für eine faire Vergütung von Künstlern zu sprechen. In einer Plattformökonomie müsse das Urheberrecht gestärkt werden, sagte Weimer bei einem Treffen mit Vertretern der Musikindustrie am Donnerstag im Kanzleramt in Berlin.

Weimer verweist auf eine „parteiübergreifende Interessenkongruenz“ bei dem Vorhaben. Angesichts neuer Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) oder die betrügerische Nutzung von Plattformen gebe es eine breite Übereinstimmung, die Vergütung von Künstlern sicherzustellen. Weimers Wunsch: Die Beteiligten sollen eigene Lösungen entwickeln.

Weimers Vorgängerin Claudia Roth (Grüne) hatte bereits eine umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, die Probleme offenlegen sollte. Über die Schlussfolgerungen der Studie haben sich die Beteiligten intensiv gestritten – etwa, ob die große internationale Künstler zu viel vom Vergütungskuchen erhalten oder die anderen nur zu wenig. Unbestritten blieb: Ein Großteil der Künstler verdient vom weltweit wachsenden Streamingmarkt nur wenig.

Weimer zeigte sich grundsätzlich offen für eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Musik, verwies aber auch auf das Problem der längst verschwimmenden Grenzen: Viele Künstler setzen selbst KI für ihre Musikkreationen ein.

Vielfalt und Kreativität müssten „ihren Platz und ihre Monetarisierung“ erhalten, betonte der Kulturstaatsminister. Insgesamt müsse der Musikmarkt in Deutschland gestärkt werden und wachsen. „Der Kuchen muss größer werden“, meint auch Florian Drücke, Chef des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI).

Nicht die Streamingplattformen, sondern große und kleine Labels investierten in Künstler, betonte Drücke und kritisierte, dass „die Investitionen, die Leistungen, die Kreativität von anderen abgeschöpft wird“.

Auch Verena Bößmann vom Verband der unabhängigen Musikunternehmen (VUT), der vor allem kleinere Labels vertritt, will die Vergütungsmodelle hinterfragt wissen. Für eine gerechte und angemessene Vergütung müsste es „klare Transparenzanforderungen an die Plattformen geben“, sagte Bößmann. „Wo kommen welche Zahlen her?“

Lesen Sie auch

Weimer will sich am kommenden Montag nun mit Vertretern der Plattformen und Streamingdienste treffen. Sein Ziel ist klar: statt gesetzlicher Regelungen, für die der Kulturstaatsminister allerdings auch nicht zuständig wäre, setzt er auf eine Verständigung aller Beteiligten. Dazu will er in den kommenden Monaten zu einem „runden Tisch“ einladen, an dem Musiker, Labels und Plattformen gemeinsam auf die Suche nach Lösungen gehen sollen.

(vbr)

Read Entire Article