KulturPass: Angebot für Jugendliche steht vor dem Aus

3 months ago 5

Viele Leser werden sich an das Angebot namens KulturPass erinnern. Das wurde nach der Corona-Krise ins Leben gerufen, um Jugendlichen als Ausgleich für die erlittenen Einschnitte kostenlosen Zugang zu verschiedenen Kulturangeboten zu bieten. 200 Euro konnte jeder Teilnehmer dafür frei verwenden. Die Initiative startete erstmals 2023 und ist auch 2024 und 2025 fortgesetzt worden. Jetzt steht der KulturPass allerdings vor dem Aus.

Der KulturPass war für die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) ein Prestigeprojekt. Bekanntermaßen hat es aber ja einen Regierungswechsel gegeben. Da ist ganz typisch, dass neue Verantwortliche auf solche Initiativen eher kritisch blicken. Das liegt allerdings auch daran, dass der Bundesrechnungshof (BRH) in einem neuen Bericht rät, die Finanzierung durch den Bund einzustellen (via BR). Das begründet der BRH damit, dass der KulturPass streng genommen nämlich nicht auf Bundes-, sondern auf Länderebene finanziert werden müsse. Denn Kultur sei Ländersache.

Zudem sind keine neuen Gelder für den KulturPass eingeplant und nur noch Restmittel im Topf. Dabei will es der aktuelle Kulturstaatsminister Wolfram Weimer dann wohl auch belassen. Er sieht angesichts der Rechtslage kaum Chancen, das Projekt weiterzuführen. Allerdings ist das für Weimer wohl auch ein bequemer Vorwand, die Sache zu begraben. Denn er hatte den KulturPass auch schon generell kritisiert. Laut ihm erfülle der KulturPass nicht die ursprüngliche Absicht, Jugendliche ernsthaft an Kultur heranzuführen und auch die deutsche Kulturbranche zu stärken. Viele der Jugendlichen würden die 200 Euro in Kinobesuche und Comics investieren. Das sei aber nie die Intention gewesen.

Weimer will also sowieso lieber in andere Projekte investieren. Offiziell befindet sich der Kulturpass zwar noch in der weiteren Prüfung, mit einer Weiterführung dürften aber wohl nur die größten Optimisten rechnen. Weimer stellt stattdessen vage andere Projekte für Jugendliche in Aussicht. Ob etwas und was da konkret passieren könnte, ist aber derzeit noch offen.

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