Es gibt in Deutschland ein nationales KI-Transparenzregister. Klingt nach einer urtypisch deutschen Idee und das kommt auch in etwa hin. Das Register soll aufschlüsseln, wie künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung verwendet wird. Es soll bald auf alle Verwaltungsebenen ausgeweitet werden. Auch typisch deutsch: Hinter all dem Aufwand mit sperrigen Tabellen und Statistiken verbergen sich am Ende kaum ergiebige Informationen.
Das nationale KI-Transparenzregister ist Teil des „Marktplatzes der KI-Möglichkeiten“, kurz „MaKI“. Das enthält etwa ein Dashboard mit Daten zur KI-Nutzung in der Verwaltung und auch Details zu einzelnen KI-Tools. Zuständig ist für das Register generell das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Die Daten für das Register stammen von den Bundesbehörden. Die Ausweitung auf alle Verwaltungsbehörden ist dabei natürlich von der Idee her gut. Allerdings gibt es jetzt schon Probleme, die man vielleicht erst einmal angehen sollte.
Bisher geben die Behörden Angaben zu ihren eingesetzten KI-Tools nämlich nur freiwillig weiter. Das schafft natürlich viele Lücken. Obendrein sind die Daten aktuell sehr chaotisch aufbereitet und landen in ellenlangen Tabellen, welche Laien wohl direkt abschrecken dürften. Zwar kann man zum Beispiel nach Entwicklungsstatus oder Verwaltungsebene filtern, am Ende erhält man aber eben immer eine Excel-Tabelle. Dazu sind die Daten oft unvollständig. Etwa fehlen Angaben dazu, welche Daten die Behörden während des KI-Einsatzes eigentlich genau erheben und aktiv nutzen.
KI-Transparenzregister schafft nur bedingt Transparenz
Letzten Endes können die deutschen Bürger anhand des KI-Transparenzregisters also nur bedingt nachvollziehen, welche Behörde wiederum welche KI-Tools verwendet und wie sie eingesetzt werden. Es bleibt auch diffus, woran die Behörden ihre Entscheidungen für bzw. gegen KI festmachen. Risikobewertungen sind aufgrund fehlender, klarer Vorgaben von außen also kaum nachvollziehbar.
Dass die eine Hand da offenbar auch nicht so genau weiß, was die andere tut, zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke. Die macht Angaben zur KI-Verwendung, die teilweise, aber nicht denen im Transparenzregister entsprechen. Trotzdem verweist man auf jenes (via Netzpolitik). Zudem halten sich die Behörden offenbar regelmäßig nicht an die geltende KI-Verordnung. Denn bei einem Drittel ihrer KI-Anwendungen haben sie offenbar gar keine Risikobewertungen vorgenommen, die aber eigentlich vorgesehen sind.
Kritik kommt auch auf, weil das aktuelle KI-Transparenzregister einseitig an den Interessen der Behörden ausgerichtet sei und kaum an jenen der Bürger. Derzeit besteht daher die Gefahr, dass das Register und damit auch der übergeordnete MaKI eher in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

1 week ago
5



