KI-generierte Kinderbücher müllen Amazon zu

9 months ago 9

Wir kennen das Problem von den Musikstreaming-Diensten: KI-generierte Songs überfluten die Plattformen und die Macher versuchen sich mit fragwürdigen Strategien Zugriffe zu sichern. Bei Amazon gibt es ein ähnliches Problem inzwischen mit Büchern bzw. speziell Kinderbüchern. Mit Kniffen bugsieren die Macher diese Titel dann in die Bestsellerlisten.

So seht ihr auf dem Artikelbild etwa das angebliche Kinderbuch „Auch starke Mädchen dürfen Fehler machen“, das mit „Am häufigsten verschenkt“ beworben wird – ausgerechnet in der Kategorie „Erdkunde“. Zwar dürfte das mutmaßlich KI-generierte Buch mit Erdkunde nichts zu tun haben, doch das Ganze ist eben ein Trick. Denn solche generisch anmutenden Bücher werden absichtlich von den Machern in Kategorien einsortiert, in denen schon geringe Verkaufszahlen ausreichen, um an die Spitze zu schießen – und somit bei Amazon sichtbarer zu werden.

Dass es sich dabei eher nicht um große Literatur, sondern um KI-Werke handeln dürfte, sieht man meistens schon an den offensichtlich ebenfalls per KI generierten Covern. Es gibt da eine ganze Reihe ähnlicher Titel wie etwa auch „Weil du ein wunderbares Mädchen bist“, das dann in der nischigen Kategorie „Kinder über LGBT+-Familien“ als Bestseller auftritt. „Weil du ein besonderes Mädchen bist“ hat es dann zum Bestseller in der Kategorie „Waisen und Kinder in Pflegeheimen“ gebracht.

„Autoren“ der mutmaßlichen KI-Werke existieren vermutlich nicht

Die angeblichen Autoren der Werke, welche mit Namen wie „Rita Stahl“, „Leah Engels“ oder „Nina Blume“ auftreten, dürften Pseudonyme sein. Das ist allerdings auch rechtlich in Ordnung, denn auch menschliche Autoren dürfen unter Künstlernamen Bücher veröffentlichen und müssen nicht ihre wahre Identität preisgeben. Es gibt bedauerlicherweise auch bisher keine Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Bücher.

Amazon selbst hat bezogen auf die Thematik gegenüber der Tagesschau vage erklärt, man prüfe Bücher immer auf Verstöße gegen die hauseigenen Marketplace-Richtlinien. Dabei fordert man von Autoren auch eine Erklärung, dass die Bücher nicht komplett KI-generiert seien. Das betrifft wiederum aber nur den Vertriebskanal Kindle Digital Publishing. Ob Falschangaben zudem wirklich auffliegen, ist fraglich.

Letzten Endes bleibt wohl nur, Eltern zu raten, die für ihre Kinder ein schönes Kinderbuch suchen, nicht beliebig zuzuschlagen, weil eine vage Beschreibung nett klingt. Entweder man nimmt sich Klassiker zur Hand oder kauft vielleicht doch lieber ein Buch aus einem renommierten Verlag bzw. sieht sich im alt gediegenen Buchhandel um.

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