Huthi blockieren Rote-Meer-Zufahrt – Trump droht

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Die Huthi-Miliz will die Zufahrt zum Roten Meer blockieren.

Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat eine Blockade der Zufahrt zum Roten Meer angekündigt. Dadurch würden die Energiemärkte weltweit belastet.

21.07.2026 | 1:35 min

Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat eigenen Angaben zufolge sechs Schiffe im Roten Meer im Rahmen ihrer verkündeten "Blockade" zur Umkehr gezwungen. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf deren Militärkreise. Innerhalb von 24 Stunden seien sechs Schiffe nach Warnungen der Huthi umgekehrt, berichtete Saba. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Saba berichtete auch nicht, wo genau die Schiffe mutmaßlich umkehrten. Jemen-Experten zufolge verbreitete die Miliz über Funk zuletzt aber eine entsprechende Warnung an Schiffe. Auch das von den Huthi kontrollierte Zentrum für humanitäre Einsätze in Sanaa im Jemen teilte mit, Schiffsbesitzer und -betreiber seien aufgefordert worden, ihre Bewegungen vorab zu koordinieren, um die "Sicherheit der Fahrten" zu gewährleisten.

Mit saudiarabischem Rohöl beladene Tanker im Roten Meer drehten am Dienstag bereits um und schürten damit die Sorge vor einem neuen Engpass in der weltweiten Energieversorgung. Die beiden Schiffe, die auf dem Weg nach China und Indien waren, nahmen Kurs auf den Suezkanal, um die jemenitische Küste zu meiden.

Trump droht Huthi mit Reaktion auf Blockade

US-Präsident Donald Trump sagte, dass es in der Region bisher keine Blockade der Miliz gegeben habe. "Wir haben länger nicht von ihnen gehört", sagte Trump am späten Vormittag (US-Ortszeit) während eines Treffens mit Libanons Präsident Joseph Aoun im Weißen Haus. "Wenn es passiert, werden wir uns um die Sache kümmern." Die USA seien zuvor schon "energisch" gegen die Huthi vorgegangen, sagte Trump mit Verweis auf US-Luftangriffe im Jemen im vergangenen Jahr.

Anhänger des separatistischen Südlichen Übergangsrats (STC) im Jemen versammeln sich am 16. Februar 2026 in Daleh, der Heimatstadt des Vorsitzenden der Gruppe, Aidarous al-Zubaidi, der laut saudischen Behörden nach Abu Dhabi geflohen ist, zu einer Kundgebung zur Unterstützung von Aidarous und dem STC in der südlichen Provinz Daleh. Zubaidi hatte seine Anhänger in der Woche zuvor aufgefordert, „den Kampf fortzusetzen” und die Unterstützung für den STC zu verstärken. Die VAE waren Teil einer von Saudi-Arabien geführten Koalition, die 2015 im Jemen intervenierte, um die Regierung gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen zu unterstützen, die im Jahr zuvor die Hauptstadt Sanaa eingenommen hatten. Seitdem ist diese Allianz jedoch zerbrochen, da die VAE die Separatisten unterstützen, die Anfang Dezember ihre Offensive gegen die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen gestartet haben.

Die Huthi-Miliz greift im Jemen regelmäßig Handelsschiffe im Roten Meer an, oft mit Raketen und Drohnen großer Reichweite. Rückhalt bekommt sie vom Regime in Teheran.

21.02.2026 | 2:48 min

Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe im Roten Meer angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er sagte dabei nicht, in welchen Gewässern das Verbot gelten soll. Die Huthi hatten zuvor bereits eine "komplette Blockade" der Seefahrt für Israel angekündigt, woraufhin es zu mehreren Zwischenfällen kam.

Die Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt.

 Saudi-Arabien, Jemen

Saudi-Arabien und Jemen

Quelle: ZDF

Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer. Seit 2023 hatten die Huthi mit Angriffen im Roten Meer - seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg - den Welthandel bereits massiv beeinträchtigt. Nun steigt die Sorge vor neuen Einschränkungen.

Die mit Iran verbündete Huthi-Miliz hat eine Blockade der Zufahrt zum Roten Meer angekündigt.

Die Huthi Miliz im Jemen droht, die Zufahrt zum Roten Meer zu blockieren. Was würde das wirtschaftlich bedeuten? ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ordnet ein.

21.07.2026 | 1:17 min

ZDF-Experte: Blockade wäre ein Desaster

"Um unseren Energiehunger zu stillen, war das eine extrem wichtige Ausweichroute", sagt ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann mit Blick auf das Rote Meer und Saudi-Arabien, das seine Ölexporte seit dem Kriegsbeginn im Nahen Osten über das Rote Meer und den Suezkanal umleitet.

Und wenn das jetzt nicht mehr klappen sollte, wäre das ein Desaster für die Weltwirtschaft.

Florian Neuhann, ZDF-Börsenexperte

Auch in Deutschland würden die Energiepreise dann extrem steigen. Es gebe jedoch Grund zur Hoffnung: Bisher sei der Ölpreis an den Finanzmärkten fast gar nicht gestiegen. "Die Märkte gehen offenbar davon aus, dass sich diese Blockade gar nicht realisieren wird", so Neuhann.

Hapag-Lloyd sieht sich vorerst nicht betroffen

Die Großreederei Hapag-Lloyd sieht vorerst keine unmittelbaren Folgen für den eigenen Betrieb. Der weit überwiegende Teil der Dienste werde weiterhin um das Kap der Guten Hoffnung geführt, erklärt die Reederei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

Wie viele internationale Containerreedereien meidet auch Deutschlands Branchenprimus bereits seit der Jahreswende 2023/2024 weitgehend das Rote Meer und den Suezkanal. Die Schiffe werden um die Südspitze Afrikas umgeleitet, seit Angriffe auf die Handelsschifffahrt befürchtet werden mussten und in Einzelfällen auch erfolgten.

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Quelle: dpa, Reuters, AP

Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 21.07.2026 ab 17:00 Uhr.

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