Google warnt EU: Digitale Souveränität darf nicht abschotten

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Da meldet sich Google in der laufenden Debatte um die digitale Zukunft Europas zu Wort. Kent Walker, seines Zeichens President of Global Affairs beim Konzern, äußerte sich gegenüber der Financial Times zu den Plänen der EU, die Abhängigkeit von US-Tech-Riesen zu reduzieren. Seine Sorge: Europa könnte der eigenen Wettbewerbsfähigkeit schaden, wenn der Zugriff auf ausländische Technologie zu stark reglementiert wird.

Man spricht hier von einem Wettbewerbsparadoxon. Die EU wolle zwar das Wachstum fördern, beschränke aber gleichzeitig die Nutzung jener Werkzeuge, die dafür nötig sind. Das Hochziehen von Mauern gegen globale Spitzentechnologie sei der falsche Weg. Klar, geht ja auch um Kohle für seinen Konzern, so ehrlich muss man schon sein.

Hintergrund dieser Diskussionen auf dem EU-Gipfel in Belgien sei unter anderem die Sorge vor einer veränderten US-Politik unter Donald Trump. Zwar zeigen Beispiele wie das französische KI-Startup Mistral, dass europäische Alternativen wachsen, doch Google wirbt für eine offene digitale Souveränität. Der Vorschlag lautet Partnerschaft. US-Unternehmen arbeiten mit europäischen Firmen zusammen, wobei lokale Kontrolle und Datenspeicherung nach hiesigen Vorgaben laufen, ohne dass man auf die technische Basis verzichten muss.

Als globaler Akteur seien 190 unterschiedliche Regelwerke kaum handhabbar. Im Vergleich zu Apple, wo man teils gegen EU-Regeln wettert, gibt sich Google pragmatischer, gerade bei künstlicher Intelligenz. Hinsichtlich der DMA-Untersuchungen zeigt sich Walker optimistisch und sieht Fortschritte in den Gesprächen mit der Kommission. Letzten Endes heißt Souveränität aber auch, dass ein Europa alles in der Hand haben muss, um Dinge zu regeln und zu entwickeln – das wird mit einem US-Partner in einer echten Krisenzeit nicht klappen. Da muss schon Eigenes her.

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