
Google hat in den USA die nächste Kartellklage am Hals. Dieses Mal kommt der Angriff nicht von Spieleentwicklern wie Epic Games, sondern von einem direkten Konkurrenten im App-Store-Geschäft: Aptoide aus Portugal. Das Unternehmen sieht sich als drittgrößter Android-App-Store weltweit und wirft Google vor, den Markt für App-Verteilung und Bezahlung auf Android zu dicht zuzumachen.
Aptoide sitzt in Lissabon, konzentriert sich stark auf mobile Spiele und tritt als „alternative Android-App-Store“ auf. Nach eigenen Angaben liegen im Katalog rund 436.000 Apps, genutzt von mehr als 200 Millionen Menschen im Jahr 2024. Kann man sich kaum vorstellen, nicht wahr?
Entwickler sollen dort geringere Provisionen zahlen, Nutzer geringere Kosten haben. Genau da setzt die Klage an: Aptoide behauptet, Google halte mit einem „wettbewerbsfeindlichen Würgegriff“ kleinere Stores aus dem Markt, indem etwa Entwickler in Richtung Google Play und verbundene Google-Dienste geschoben werden und exklusive Inhalte bei Google landen.
Eingereicht wurde die Klage laut Reuters bei einem Bundesgericht in San Francisco. Gefordert wird eine Unterlassungsverfügung gegen die angeblich wettbewerbswidrigen Praktiken und Schadensersatz in dreifacher Höhe, die Summe ist offen. Eine erste Reaktion von Google gibt es noch nicht, Anfragen von Medien blieben laut Bericht zunächst unbeantwortet. Aptoide ist mit dem Thema nicht zum ersten Mal unterwegs, schon 2014 lief bei den EU-Kartellbehörden eine Beschwerde gegen Google.
Die Klage von Aptoide reiht sich damit in eine ganze Serie von Verfahren ein, die alle die gleiche Grundfrage berühren: Wie viel Kontrolle darf ein Plattformbetreiber über Verteilung, Bezahlung und Datenzugang ausüben, bevor Wettbewerbsbehörden einschreiten?
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6 days ago
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