Google AI Overview sorgt offenbar für massive Traffic-Einbrüche bei vielen Websites

7 months ago 7

Über viele Jahre war es eine Symbiose: Die Suchmaschine von Google hat Besucher zu Websites geleitet, die Verlage haben die Inhalte bereitgestellt, auf denen Google erst mit seinen Tools aufbauen konnte. Doch jetzt gerät genau dieses Verhältnis ins Wanken. Denn Googles AI Overview in der Suche und die weiteren KI-Tools des Unternehmens sorgen dafür, dass bei vielen Websites der Traffic einbricht. Denn vielfach entfällt durch etwa die KI-Übersichten in der Suche die Notwendigkeit, überhaupt noch eine Website aufzurufen.

Schaut man sich etwa die Daten von Similarweb (via Wall Street Journal) an, dann ist der Traffic über organische Suchergebnisse auf den Desktop- und mobilen Websites von HuffPost und Washington Post um ca. die Hälfte eingebrochen – innerhalb der letzten drei Jahre. Beim Atlantic ist man so weit, dass man annimmt, dass der Traffic über Google in absehbarer Zeit auf nahezu 0 zurückgehen werde. Man werde nicht drumherum kommen, sein Geschäftsmodell umzukrempeln.

Vor allem die eingangs erwähnten AI Overviews in der Suche sind da wohl die Übeltäter. In diesen KI-Übersichten fasst Google schon in der Suche Informationen zusammen, die man von Websites abgreift. Das dürfte Besuchern oft ausreichen, sodass sie auf die eigentlichen Quellen gar nicht mehr klicken. Ergo bricht der Traffic zusammen. Der neue AI Mode, welcher nun in den USA als Chatbot in der Suche startet, dürfte für weitere Einbrüche sorgen.

Die Ära der Suche geht zu Ende

Man nimmt in den USA bereits bei vielen Verlagen an, dass die große Ära der Suche sich dem Ende zuneigt. Google hingegen bestreitet, dass man Websites Traffic entziehe. So behauptet das Unternehmen etwa, dass Anwender, die sich AI Overviews zu Gemüte führen und danach auf eine verlinkte Site klicken, dort mehr Zeit verbrächten. Obendrein erzeuge man weniger für aktuelle Trend-Themen und mehr für allgemeinere Suchanfragen KI-Übersichten. Folgerichtig müssten auf frische News fokussierte Websites weniger leiden als solche, die sich auf zeitlose Ratgeber konzentrieren.

In den Vereinigten Staaten versuchen Medien wie The Atlantic inzwischen direkter an die Leser heranzutreten. Das macht man etwa durch Veranstaltungen, eine optimierte App und mehr Ausgaben des Printmagazins. Gleichzeitig ärgern sich Verlage und Websites natürlich, dass Google und weitere Anbieter ihr journalistisches Material unentgeltlich für das Training der KI-Modelle verwenden und dann einsetzen, um selbst Content zu liefern. Dabei gibt es aktuell auch viel rechtliches Tauziehen. Zum Beispiel hat The New York Times OpenAI und Microsoft wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt, aber mit Amazon ein Lizenzabkommen besiegelt.

News Corp hingegen, der Mutterkonzern des Wall Street Journals, verklagt Perplexity, hat aber wiederum einen Deal mit OpenAI gemacht. Klar ist, dass das Web sich in den nächsten Monaten und Jahren extrem verändern dürfte. Ob das etwas Gutes oder etwas Schlechtes sein wird, sowohl für Anwender als auch Websitebetreiber, muss sich zeigen.

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