EU-Kommission verhängt Milliardenstrafe gegen Autohersteller wegen Recycling-Kartell

9 months ago 9

Foto von Tusik Only auf Unsplash

Die Automobilindustrie muss tief in die Tasche greifen. Die EU-Kommission hat heute eine Kartellstrafe in Höhe von 458 Millionen Euro gegen 15 Autohersteller und den europäischen Automobilherstellerverband ACEA verhängt. Der Grund ist erschreckend simpel: Über 15 Jahre lang haben sich die Unternehmen beim Thema Altfahrzeug-Recycling abgesprochen. Mercedes-Benz ging als Kronzeuge straffrei aus, hätte aber eine Strafe von etwa 35 Millionen Euro zahlen müssen. Die höchste Einzelstrafe traf den Volkswagen-Konzern mit knapp 128 Millionen Euro, gefolgt von Renault/Nissan mit 81,5 Millionen Euro und Stellantis mit etwa 75 Millionen Euro.

Der Kern des Kartells ist besonders verbraucherfeindlich: Die Hersteller vereinbarten, Autoverwertern keine Vergütung für die Entsorgung von Altfahrzeugen zu zahlen. Sie argumentierten untereinander, das Recycling sei bereits profitabel genug. Zusätzlich tauschten sie sensible Geschäftsinformationen aus und stimmten ihr Verhalten gegenüber den Verwertern ab. Noch dreister: Die Kartellanten vereinbarten, nicht damit zu werben, wie viel eines Altfahrzeugs recycelt werden kann und wie viel recyceltes Material in Neufahrzeugen steckt. Das Ziel war klar – Verbraucher sollten Recycling-Informationen nicht in ihre Kaufentscheidung einbeziehen können.

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Die ACEA fungierte dabei als Vermittler und organisierte zahlreiche Treffen zwischen den beteiligten Herstellern. Dafür wurde der Verband mit einer Strafe von 500.000 Euro belegt. Das Kartell wurde durch eine Kronzeugenregelung aufgedeckt, als Mercedes-Benz 2019 die Praktiken offenlegte. Auch Stellantis, Mitsubishi und Ford kooperierten später mit der Kommission und erhielten dafür Strafnachlässe. Alle Beteiligten räumten ihre Schuld ein und stimmten einem Vergleich zu, der die Strafen um weitere 10 Prozent reduzierte. Wer alles am Start war, ist hier zu lesen.

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