EU-Kommission: Spieleindustrie muss Kinder besser vor manipulativen Praktiken schützen

9 months ago 9

Die Europäische Kommission greift durch und nimmt die Spieleindustrie stärker in die Pflicht. Im Fokus steht der Schutz von Kindern vor fragwürdigen Geschäftspraktiken in Videospielen. Das Verbraucherschutznetzwerk CPC hat eine Untersuchung gegen Star Stable Entertainment AB eingeleitet.

Der Anbieter des Online-Spiels Star Stable steht unter Beobachtung, nachdem die schwedische Verbraucherschutzorganisation Beschwerde einreichte. Die Behörden identifizierten mehrere problematische Praktiken, die gegen EU-Verbraucherschutzrecht verstoßen. Das Unternehmen richtet Kaufappelle direkt an Kinder und setzt sie durch zeitlich begrenzte Angebote unter Druck. Auch fehlt es an transparenten Informationen über den Kauf und die Nutzung von Spielewährung.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Zusammenarbeit mit Influencern. Diese kennzeichnen Werbeinhalte nicht ausreichend und nutzen ihre Reichweite, um Kinder zum Kauf zu bewegen. Star Stable Entertainment hat nun einen Monat Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren und Verbesserungen vorzuschlagen.

Die EU-Kommission veröffentlicht zeitgleich neue Richtlinien für die Gaming-Branche. Diese legen Mindestanforderungen für den Umgang mit virtuellen Währungen fest. Spieleentwickler müssen künftig Preise und vorvertragliche Informationen klar kommunizieren. Versteckte Kosten für digitale Inhalte sind nicht mehr zulässig. Auch dürfen Nutzer nicht zum Kauf von Spielewährung gezwungen werden.

Die Richtlinien basieren auf bestehenden EU-Verbraucherschutzgesetzen für digitale Dienste. In einem Workshop will die Kommission mit Spielefirmen konkrete Umsetzungsschritte erarbeiten. Das CPC-Netzwerk wird die Entwicklungen überwachen und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen.

Die Initiative geht auf Bedenken der europäischen Verbraucherorganisation BEUC zurück. Sie soll zu einem sichereren und transparenteren Spielerlebnis beitragen. Die Kommission plant, diese Themen auch im Rahmen künftiger Konsultationen zum Digital Fairness Act zu behandeln.

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