
EPOS hat im November mit dem IMPACT 500 ein neues Headset ins Programm genommen und positioniert das Modell zwischen dem einfachen IMPACT 100 und dem teureren IMPACT 1000. Damit trifft man den Nerv bei allen, die ein zuverlässiges Arbeits-Headset suchen, aber keine High-End-Ansprüche haben.
Design und Tragekomfort

Das IMPACT 500 ist mit 139 Gramm angenehm leicht. Die Ohrpolster aus Kunstleder sind weich und auch nach längeren Meetings noch bequem. Optisch bleibt alles schlicht und funktional. Das Teil ist kein Hingucker, aber im Büroalltag passt das so. Es fügt sich nahtlos in all die anderen Headsets, die man so von Plantronics, Poly, Jabra oder anderen Konkurrenten kennt, ein. Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Da knarzt oder wirkt billig. In der Verpackung findet man neben dem Headset außerdem noch ein USB-C-Kabel und einen USB-C-Dongle, der direkt mit einem USB-A-Adapter kommt. Das ist gut, denn es gibt immer noch etliche Firmen (Logitech Unify *hust*), die nur einen USB-A-Dongle ausliefern.

Am Headset selbst findet sich an der linken Ohrmuschel ein Button zum Schalten zwischen ANC und TalkThrough (Transparenzmodus). An der rechten Ohrmuschel gibt es noch den Mikrofonarm mit Button zum Anruf aufnehmen/auflegen, Teams-Button, Schiebe-Regler für BT und Power-On/Off, die Tasten zum Lauter- und Leiser-Machen und einen USB-C-Port.
Der Tragekomfort ist durch die weichen Polster an den Ohrmuscheln und am Kopfband sehr angenehm – auch für mich als Brillenträger. Das Teil sitzt fest auf dem Kopf, übt aber nicht zu viel Druck auf die Ohren aus. Obacht bei der Verstellung des Kopfbandes. Ich würde behaupten, dass ich nicht den größten Kopf habe, bin aber schon auf der maximalen Einstellung unterwegs. Menschen mit großen Köpfen sollten also probieren, ob das Ding nicht zu klein ist.
Einrichtung und Verbindung

Im Lieferumfang ist wie bereits erwähnt der BTD 900c Dongle, aber das Headset unterstützt auch nativ Bluetooth für Microsoft Teams und Co. Das ist praktisch, wenn man auf einen Dongle verzichten will oder wenig USB-Ports am Rechner hat. Die Kopplung mit Windows / macOS klappt dank Direktverbindung zum Dongle oder dem üblichen Koppeln via Bluetooth problemlos. Zwei Geräte lassen sich gleichzeitig verbinden. Könnte meiner Meinung nach mehr sein, aber für die meisten reicht das aus.

Klang und Mikrofon
Für ein Business-Headset liefert das IMPACT 500 eine ordentliche Sprachqualität. Sechs Mikrofone, davon drei speziell für die Stimme, sorgen für klare Verständlichkeit. Hintergrundgeräusche werden zuverlässig gefiltert. Das klappt im Homeoffice wie im Großraumbüro. Die Klangqualität bei Musik ist okay, aber keine Offenbarung. Höhen und Mitten sind sauber, der Bass eher dezent. Bei höheren Lautstärken fangen die Speaker an zu brüllen, dann fehlt es an Details und man rutscht in einen Sound-Matsch ab. Für den Arbeitsalltag reicht das, für Musikliebhaber gibt es bessere Alternativen. Da könnte ich unter anderem das Jabra Evolve2 85 nennen.
Das Headset bietet Hybrid ANC für den Nutzer und AI-basierte Geräuschunterdrückung für die Gegenseite. Die Geräuschunterdrückung ist ok, kommt aber nicht an AirPods, Sony oder Bose Kopfhörer aus diesem Preissegment heran. Praktisch ist der Talk Through-Modus, um kurz mit Kollegen zu sprechen, ohne das Headset abzunehmen. Auch der ist ok, aber auch nicht auf einem sehr guten Niveau. Man merkt deutlich, dass die Umgebung stark gedämpft ist. Die Busylights signalisieren außen, dass man nicht gestört werden möchte. Das ist im Büroalltag hilfreich, aber ohnehin üblich.

Bei der Akkulaufzeit punktet das IMPACT 500. Bis zu 36 Stunden Sprechzeit, 89 Stunden Musik ohne ANC, 51 Stunden mit ANC sind drin. Das ist kein Spitzenwert, aber ordentlich. Man kommt damit gut und gern über eine Arbeitswoche mit einer Ladung aus, war zumindest bei mir der Fall. Diese Werte erreicht man aber auch nur, wenn man mit moderaten Lautstärken unterwegs ist. Je mehr ANC und je höher die Lautstärke, desto weniger Laufzeit hat man am Ende raus. Die Schnellladefunktion (10 Minuten für 5 Stunden Gespräch) ist ein nettes Extra, falls es doch mal knapp wird.
EPOS wirbt beim IMPACT 500 mit der sogenannten BrainAdapt-Technologie, die laut Hersteller die kognitive Leistung verbessern und die Höranstrengung im Arbeitsalltag reduzieren soll. Nicht nur die Ohren, sondern vor allem das Gehirn werden dadurch laut EPOS entlastet, weil störende Hintergrundgeräusche besser ausgeblendet und wichtige Gesprächsinhalte klarer übertragen werden. Gerade in offenen Büros oder bei hybrider Arbeit soll das helfen, Ermüdung und Stress zu verringern.
Im Alltag konnte ich allerdings keinen spürbaren Unterschied zu anderen aktuellen Business-Headsets feststellen. Die Sprachverständlichkeit ist zwar gut und auch längere Meetings sind problemlos möglich, aber ein echter „Aha-Effekt“ blieb bei mir aus. Die beworbenen Vorteile wie weniger Hörermüdung oder eine spürbar verbesserte Konzentration konnte ich im direkten Vergleich nicht wirklich nachvollziehen. Für mich bleibt BrainAdapt™ damit eher ein nettes Marketing-Feature, das im Alltag zwar nicht stört, aber auch keinen klaren Mehrwert gegenüber anderen hochwertigen Headsets liefert.

Bei der Bedienung ist mir direkt am Headset ein Kritikpunkt aufgefallen, und zwar ist das die Leise-Taste. Die kann man bei ausgeklapptem Mikrofonarm nur als geübter Finger-Yogi sauber bedienen. Da hätte man sich wohl eine andere Positionierung ausdenken können.
Fazit
Das EPOS IMPACT 500 ist ein ordentliches Business-Headset ohne große Schwächen, aber auch ohne echte Highlights. Wer ein zuverlässiges Arbeitsgerät sucht, das lange durchhält und flexibel einsetzbar ist, macht hier wenig falsch. Für Musik und Entertainment gibt es bessere Alternativen, aber für Meetings und Telefonate passt das Gesamtpaket. Preislich liegt das Headset mit knapp unter 200 Euro bei einer üblichen Marke, auf der sich auch das Jabra Evolve2 75 befindet.
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