E-Autos: Weltmarkt bleibt in Bewegung – auch deutsche Hersteller mischen mit

7 months ago 7

Die Marktforscher von BearingPoint und dem Handelsblatt Research Institute haben sich einmal den Stand der Elektromobilität weltweit angeschaut und vier große Märkte verglichen. Die Technik ist dabei im Grunde in den meisten Regionen auf einem vergleichbaren Niveau. Doch alles bleibt in Bewegung, denn chinesische Marken holen auf, während deutsche Hersteller immerhin hierzulande (noch) ihren Heimvorteil verteidigen können.

China ist dabei derzeit der führende Markt für E-Autos. Die USA, Deutschland und Frankreich wirken dagegen eher abgeschlagen. Da der technologische Fortschritt von Elektrofahrzeugen weltweit auf hohem und vergleichbarem Niveau angekommen ist, entscheiden andere Faktoren über die Attraktivität von Märkten und die Kaufentscheidung potenzieller Kunden. Dabei vergleicht der Attraktivitätsindex Elektromobilität 2025, wie attraktiv batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) in einem bestimmten Markt wahrgenommen werden.

Ergebnis: Mit einem Indexwert von 133,5 Punkten (Basiswert 100) führt China das Ranking an. Die USA kommen auf 114,4 Punkte. Deutschland (108,4) und Frankreich (94,6) reihen sich weiter hinten ein. Der Wettbewerb verlagert sich weg von der Technik selbst hin zu infrastrukturellen und politischen Rahmenbedingungen sowie zum Vertrauen in Marken. Dabei betrachtet man das Ladenetz in China als am besten ausgebaut – in Deutschland sieht es jedoch im direkten Vergleich mit den USA und Frankreich auch relativ gut aus.

Neben dem Ladenetz spielen für potenzielle Käufer aber auch die Fahrzeugpreise und Stromkosten eine große Rolle. Da steht Deutschland mit seinen im internationalen Vergleich extrem hohen Strompreisen sehr schlecht da. Dazu kommen hohe Fahrzeugpreise, auch für chinesische Modelle, welche hohen Zöllen unterliegen. Daher sprechen sich die Analysten für eine Wiedereinführung von Kaufprämien, steuerlichen Anreizen zur Strompreisregulierung sowie weiterem Ausbau der Ladeinfrastruktur aus. Umstritten sind derlei Vorstöße aber ebenfalls: Kritiker monieren, dadurch würde Besserverdienern das neue E-Auto finanziert – auf Kosten aller Steuerzahler.

Heimische Marken ernten jeweils das meiste Vertrauen

Spannend, wenn auch nicht völlig überraschend: In allen vier untersuchten Märkten (Deutschland, Frankreich, China, USA) schneiden die jeweils heimischen Marken am besten ab, was das Vertrauen der Kunden betrifft. In Deutschland führt also beispielsweise VW, Renault in Frankreich, Tesla in den USA und BYD in China. Die regionale Markenbindung spielt beim Autokauf also eine enorme Rolle. Das ist gerade für chinesische Autohersteller eine Herausforderung, die vielfach in Deutschland noch skeptisch beäugt werden.

Allerdings befindet sich der Markt stark im Wandel, denn deutsche Hersteller haben sich zu lange auf ihr altes Markenimage verlassen. Sie müssen sich stärker auf das Gesamterlebnis fokussieren, das digitale Services, Ladeprozesse, Kundendienst und das ganze Drumherum einschließt.

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