Die Deutschen verbringen viel Zeit online, im Schnitt waren es 2024 rund fünfeinhalb Stunden täglich. Doch das Vertrauen schwindet. Eine aktuelle Umfrage der Initiative Sicher Handeln (ISH), durchgeführt von YouGov, zeigt ein beunruhigendes Bild: Drei von vier Internetnutzern (76 %) haben Angst vor Betrug im Netz. Ganz oben auf der Sorgenliste steht der Identitätsdiebstahl, vor dem sich fast die Hälfte (46 %) fürchtet. Dicht dahinter folgen Phishing, Kartenbetrug und die Sorge vor Fake Shops mit jeweils 34 %.
Woher rührt diese Angst? Viele fühlen sich durch die ständige Medienberichterstattung über Betrugsfälle verunsichert (45 %) (ob dieser mit da rein fällt?). Zudem misstrauen vier von zehn Nutzern (40 %) den Sicherheitsvorkehrungen der Online-Dienste. Nicht zu vergessen: Jeder Fünfte (22 %) hat bereits selbst schlechte Erfahrungen gemacht und ist Opfer von Cyber-Betrug geworden.
Passend dazu meldet auch der Verein Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN), der zur ISH gehört, einen neuen Tiefpunkt beim Sicherheitsgefühl. Der jährlich erhobene Sicherheitsindex erreichte 2024 mit 55,7 von 100 Punkten einen historischen Tiefstand. Grund dafür ist vor allem die Zunahme von Sicherheitsvorfällen, insbesondere Phishing nahm um etwa 5 % zu. Die Sorge vor dem Missbrauch persönlicher Daten in sozialen Netzwerken treibt ebenfalls viele um (54 %).
Beim gefürchteten Identitätsdiebstahl nutzen Kriminelle erbeutete Daten wie Namen, E-Mail-Adressen oder Geburtsdaten, um Fake-Profile zu erstellen oder – noch schlimmer – sich Zugang zu Online-Konten zu verschaffen, auf fremde Kosten einzukaufen oder Verträge abzuschließen. Oft merken die Opfer dies erst, wenn Rechnungen oder Mahnungen ins Haus flattern.
Phishing bleibt die am weitesten verbreitete Masche. Kaspersky zählte 2024 allein in Deutschland 37,5 Millionen Angriffe, ein Anstieg von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Kriminelle fälschen E-Mails bekannter Absender und versuchen über fingierte Links, an sensible Daten zu gelangen. Auch Kartenbetrug, bei dem gestohlene Zahlkartendaten für Transaktionen missbraucht werden, und Fake Shops, die Ware nach Bezahlung nie liefern, gehören laut ISH-Umfrage zu den Top-Bedrohungen.
Die ISH empfiehlt dazu die SHS-Regel: Stoppen, Hinterfragen, Schützen. Das bedeutet: Bei Auffälligkeiten innehalten und nicht hetzen lassen (Stoppen). Aktionen kritisch prüfen und nicht blind vertrauen, auch bei vermeintlich bekannten Absendern (Hinterfragen). Verdächtige Vorgänge melden, um sich und andere zu schützen, im Bekanntenkreis darüber sprechen und bei einem Vorfall Anzeige erstatten (Schützen).
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9 months ago
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