Dragon Quest VII: Reimagined: Das JRPG-Remake im Test

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Square Enix hat mit „Dragon Quest VII: Reimagined“ eine Neuauflage des JRPGs aus dem Jahr 2000 abgeliefert. Es handelt sich um das bereits zweite Remake des Spiels, das ursprünglich noch für die erste PlayStation erschienen ist. Denn bereits 2013 (Japan) bzw. 2016 (Europa) hatte es eine Neuauflage für den Nintendo 3DS gegeben. Die aktuelle Reimagined-Version steht wiederum für den PC, die Xbox Series X|S, die PlayStation 5 und die Nintendo Switch (2) stramm. Ich habe das Rollenspiel einmal für euch angespielt.

Vorab zu meinem Hintergrund: Ich bin bei der Reihe „Dragon Quest“ tatsächlich erst mit dem letzten Titel, also „Dragon Quest XI“ eingestiegen. Somit stammt meine Bewertung folgerichtig von jemandem, der weder das Original noch das 3D-Remake gezockt hat. Berücksichtigt das also, falls ihr mit diesem JRPG bereits vertraut seid. Ich beurteile „Dragon Quest VII: Reimagined“ somit eher als für sich stehend und messe die Neuauflage nicht an den ursprünglichen Versionen.

Getestet habe ich „Dragon Quest VII Reimagined“ an meinem Gaming-PC. Viele Einstellungsmöglichkeiten für die Grafik gibt es jedoch nicht. Ähnlich wie an den Konsolen werden einem verschiedene Voreinstellungen angeboten, die man aber auch leicht anpassen kann. Wer sich hier moderne Funktionen wie Multi-Frame-Generation oder Nvidia Reflex erhofft hat, wird aber enttäuscht sein. Fairerweise muss man aber festhalten, dass jene nicht wirklich notwendig sind. Die Hardware-Anforderungen des Spiels sind ziemlich bescheiden, sodass ich etwa in 4K bei nativer Auflösung auch mit 120 fps zocken könnte. Generell würde ich sagen, dass dieses Game dadurch auch für PC-Gaming-Handhelds wie das Steam Deck prädestiniert ist.

Mein Test-System:

  • CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
  • CPU-Kühler: Noctua NH-D15 G2
  • Motherboard: MSI Tomahawk Wi-Fi AMD X670E
  • RAM: 64 GByte G.Skill Trident Z5 Neo RGB DDR5-6000 CL30
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 5080
  • SSD: Kingston Fury Renegade 2 TByte + WD_Black SN850 1 TByte
  • Externer Zusatzspeicher: SanDisk Extreme Portable SSD mit 8 TByte
  • Netzteil: be quiet! Power Zone 2 (1.000 Watt)
  • Tower: be quiet! Dark Base Pro 901 (White)

Dragon Quest VII Reimagined: Simple, aber doch ansehnliche Grafik

Auch die Installationsgröße hat mich dabei überrascht, denn sie beträgt nur etwas mehr als 8 GByte, sodass ich erst dachte versehentlich die Demo heruntergeladen zu haben. Technisch erinnert mich der Grafikstil tatsächlich an so manches Handheld-Game, sodass ich mir vorstellen kann, dass „Dragon Quest VII: Reimagined“ grundsätzlich besonders auf der Nintendo Switch und Switch 2 sehr gut funktioniert. Die isometrische Perspektive zeigt hier eine cartoonhafte Ästhetik im Chibi-Stil, die natürlich Geschmackssache ist. Das Gesamtbild wirkt aber wirklich stimmig, auch wenn man weder fotorealistische Texturen noch an Details nur so strotzende Charaktere und Animationen bietet. Es entsteht hier eine sehr bunte und verspielte bzw. fast schon kindliche (nicht kindische) Stimmung. Dazu trägt im Übrigen auch der hervorragende Orchester-Soundtrack bei.

„Dragon Quest VII: Reimagined“ bietet englische und japanische Sprachausgabe sowie Untertitel in etlichen Sprachen, darunter auch Deutsch. Puristen werden den japanischen Ton wählen, die meisten aber wohl zum englischsprachigen Dub greifen. Die Grundgeschichte des JRPGs beginnt dabei simpel: Als Fischersohn seid ihr mit dem örtlichen Prinzen befreundet und sehnt euch beide nach Größerem. Das widerfährt euch schnell, denn ihr entdeckt verschiedene Artefakte, die euch in der Zeit zurückversetzen. Dadurch verändert ihr mit euren Abenteuern nicht nur die Vergangenheit, sondern auch eure Gegenwart.

Dabei ist ganz spannend, dass die Reisen in verschiedene Zeiten euch im Grunde zu in sich abgeschlossenen Handlungsbögen führen. Gewissermaßen ist das Schwäche und Stärke zugleich. Denn „Dragon Quest VII: Reimagined“ erzählt primär mehrere Einzelgeschichten als Episoden, die erst ziemlich spät und auch eher lose im Spielverlauf ineinander greifen. Einerseits kommt man so auch ganz gut nach einer längeren Pause wieder rein, andererseits fehlt ein übergeordneter Spannungsbogen. Dabei ist dies in den vorherigen Versionen noch extremer gewesen, denn Square Enix hat einige Nebenhandlungen und Quests entfernt, um das Game zu raffen.

Ein Kniff: Mit jeder abgeschlossenen Episode in der Vergangenheit, schaltet ihr neue Inseln in der Gegenwart frei. Besucht ihr sie, entdeckt ihr, wie eure Handlungen ihr Schicksal beeinflusst haben. Da ist oft auch ein gewisser Humor dabei. Auch wenn Square Enix dabei schon Straffungen vorgenommen hat, bleibt „Dragon Quest VII: Reimagined“ im Übrigen ein sehr umfangreiches JRPG. Je nach Spielweise wird euch die Hauptgeschichte 40 bis 60 Stunden beschäftigen.

In klassischer JRPG-Manier erkundet ihr verschiedene Oberwelten und Orte wie Dungeons und Städte. Dabei seid ihr immer auf der Jagd nach besserer Ausrüstung und Erfahrungspunkten für den nächsten Levelaufstieg.

Weniger Grinding

Square Enix hat für „Dragon Quest VII: Reimagined“ auch das Grinding reduziert. Trefft ihr etwa auf Gegner, bei denen ihr sowieso komplett overlevelt seid, könnt ihr diese schon auf der Oberwelt-Karte mit einem Hieb wegkloppen, ohne in den rundenbasierten Kampf wechseln zu müssen. Obendrein gibt es eine Auto-Battle-Version für ganz Faule. Ebenfalls lassen sich die Kämpfe in ihrer Animationsgeschwindigkeit beschleunigen, sodass quasi alles im Schnelldurchlauf abläuft. Da ist also der notwendige, moderne Komfort vorhanden. Zumal ihr auch aus verschiedenen Schwierigkeitsgraden und sogar einzelnen Feineinstellungen wählen könnt, je nachdem, wie herausfordernd ihr es mögt.

Ein Element sind zudem noch die verschiedenen Berufe, die ihr im weiteren Spielverlauf den Charakteren geben könnt. Einige davon stehen euch erst zur Verfügung, wenn ihr andere gemeistert habt, sodass ihr Zugriff auf immer mächtigere Kombinationen erhaltet. Jeder Beruf stellt euch unterschiedliche Boni und Skills zur Verfügung, was hilft, eure Party zu personalisieren.

Was ihr wiederum hier nicht erwarten solltet, sind Entscheidungen, die den Spielverlauf beeinflussen. Ja, ihr könnt in manchen Dialogen aus verschiedenen Optionen wählen, das dient aber mehr der Auflockerung und hat keine Konsequenzen für die lineare Geschichte. Am besten ist das Spiel aus meiner Sicht dabei für kleinere Schübe geeignet: Man spielt eines der Inselabenteuer durch und legt danach eine gewisse Pause ein. Dank des Charmes des Spiels kehrte zumindest ich dann doch immer wieder gerne zurück – ähnlich wie bei einer TV-Serie mit in sich abgeschlossenen Episoden, bei der man dennoch gerne die wöchentlichen Abenteuer der Charaktere verfolgt.

Mein Fazit

„Dragon Quest VII: Reimagined“ ist einerseits ein klassisches JRPG mit rundenbasierten Kämpfen, knuffigen Charakteren und sehr viel Charme. Andererseits verzichtet es über weite Strecken auf eine durchgehende Story und ergeht sich vielmehr in vielen, kleineren Erzählungen. Das wird der eine mögen, während es den anderen vor den Kopf stößt. Technisch bietet man ein visuell sauber abgestimmtes Game, das seine Cartoon-Ästhetik voll auskostet, ohne als Grafikwunder durchgehen zu wollen. Der schöne Orchester-Soundtrack ist dazu ein echtes Highlight.

Mir hat „Dragon Quest VII: Reimagined“ jedenfalls auch ohne Erfahrungen mit dem Original bzw. der 3DS-Version sehr gut gefallen. Ob ihr hier direkt zum Launch-Preis von rund 60 (PC) bzw. 70 (Konsolen) Euro zuschlagen mögt, gilt es aber abzuwägen, denn man merkt dem Spiel seine Retro-Wurzeln im Gameplay eben immer noch an.

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