Digitaler Euro: Das erwarten sich die Bürger

3 months ago 5

Verbraucherschützer von der European Consumer Organisation (BEUC), Euroconsumers und International Consumer Research & Testing (ICRT) haben einmal im Rahmen einer Online-Umfrage bei europäischen Bürgern nachgebohrt, um zu erfahren, was sich diese vom digitalen Euro erhoffen. Dabei zeigt sich, dass die Befragten einfache, sichere und kostenfreie digitale Zahlungsmethoden erwarten. Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit sollten also im Fokus liegen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht den digitalen Euro als Chance, um sich unabhängiger von außereuropäischen Zahlungsanbietern zu machen. Allerdings wissen wir aus der Vergangenheit, dass solche Projekte immer so eine Sache sind. Oft kommen am Ende verkomplizierte Lösungen dabei heraus, die weder benutzerfreundlich noch sicher sind. In Deutschland genügt da der Blick auf die elektronische Patientenakte, um ein Projekt der jüngeren Zeit heranzuziehen.

Befragt aus Europa wünschen sich vom digitalen Euro Verlässlichkeit (55 %), Benutzerfreundlichkeit (53 %) und möglichst niedrige oder gar keine Gebühren (49 %). Allerdings ist der Informationsstand der Befragten noch dürftig. 58 % der Erwachsenen und 49 % der Jugendlichen haben schon vom digitalen Euro gehört. Aber nur jeweils 11 bzw. 9 % fühlen sich gut informiert.

Nutzer wollen Daten frei Haus liefern

Dabei geben 47 % der jugendlichen und 42 % der erwachsenen Befragten an, dass sie personenbezogene Daten zur Betrugsbekämpfung und zur Vorbeugung vor Geldwäsche liefern würden. Nur für kommerzielle Zwecke wollen viele das nicht – mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft. Kann man natürlich auch kritisch sehen, denn der digitale Euro könne eine noch größere Überwachung des Zahlungsverkehrs durch den Staat ermöglichen und so den Datenschutz schwächen.

Ab Oktober 2025 entscheidet der EZB-Rat, ob der digitale Euro tatsächlich eingeführt werden soll. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht da derzeit aber noch beim Kommissionsvorschlag Nachbesserungsbedarf, was den Schutz der Privatsphäre betrifft. Ob da aber tatsächlich Interesse besteht, den Datenschutz zu verbessern, dürfte eine andere Frage sein.

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