
Wer hier im Blog regelmäßig mitliest, dem dürfte das Unternehmen Reolink kein unbekanntes sein. So haben wir die Kameralösungen der Marke bereits mehrere Male im Test angeschaut, nun hatte man aber vor geraumer Zeit unter anderem auch die neue Reolink Altas für den Heimgebrauch vorgestellt. Jene hat man mir für einen aktuellen Test zur Verfügung gestellt, weshalb ich euch an dieser Stelle ein wenig davon berichten möchte. Eines vorweg: Zur App von Reolink fasse ich mir wirklich nur kurz, jene hatten wir in der Vergangenheit doch schon recht oft thematisiert – aufgeräumt, mittlerweile sehr gut deutsch lokalisiert und bietet alles, was das Heimkamera-Besitzer-Herz begehrt.

Mit der Reolink Altas präsentiert das Unternehmen eine 4-MP-Sicherheitskamera für die Verwendung im Innen- vor allem aber auch im Außenbereich. Neben ColorX-Nachtsicht ist eines der sicherlich interessantesten Features die 10-sekündige Voraufzeichnungsfunktion. Das Gerät zeichnet also bereits 10 Sekunden vor der eigentlichen PIR-Erkennungsaufzeichnung auf, was da vor der Kamera passiert, um möglichst alles vom Geschehen mitzunehmen. Ansonsten wichtig, zu wissen: Die Kamera arbeitet mit einem integrierten 20.000 mAh-Akku, der manuell, optional – und sinnvollerweise – aber auch per mitgeliefertem 6-W-Solarpanel mit USB-C-Anschluss mit Strom versorgt werden kann.

Ohne Solarpanel dran verspricht Reolink bis zu 336 Stunden bzw. 14 Tage Laufzeit. Im Modus mit Bewegungsauslösung durch den PIR-Sensor verlängert sich die Akkulaufzeit der Reolink Altas auf bis zu 540 Tage – basierend auf 300 Sekunden Videoaufnahme pro Tag. Das habe ich in der Form aber nicht getestet, da ich hier direkt mit dem Solarpanel im Gange war, welches meiner Meinung nach auch die üblichste Lösung für den Betrieb der Kamera darstellt.

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Panel und er Kamera auch noch allerhand Befestigungsmaterial für beide Geräte, darin auch zwei Gurte, mit denen sich das Ganze optional an Rohren befestigen ließe. In meinem Fall wurde die Altas dann aber an eine ältere, bereits vormontierte Halterung von Reolink angebracht, da ich jene seinerzeit für genau den Einsatz dort fest installierte. Zu beachten ist in dem Fall aber, dass die Altas durch den Akku nicht unbedingt ein Leichtgewicht ist. Die Halterung muss auf das Gewicht also auch ausgelegt sein, sonst neigt sich die Kamera irgendwann von alleine nach unten.

Willkommenes Update ist hier in jedem Fall schon einmal der USB-C-Anschluss, der nun auch schnelleres Aufladen ermöglicht. Die Einrichtung erfolgt, sofern ihr denn schon einen Account für die Reolink-App besitzt, bekanntermaßen sehr schnell per QR-Code und Schritt-für-Schritt-Einleitung. Anschließend lässt sich die Cam dann problemlos in euer bestehendes System einbinden, benennen und dann auch wieder optional mit Privatsphäremasken und dergleichen ausstatten.

Anfangs ist noch ein wenig Feintuning mit der PIR-Erkennung notwendig, damit nicht jeder Busch, nicht jede Katze, etc. direkt eine Aufnahme und Mitteilung triggert. Dafür gibt es in der App dann auch entsprechende Kategorien. Bereiche, für die ihr keine Benachrichtigungen erhalten wollt, könnt ihr im Livebild der Kamera dann per Fingerwischen markieren. Das klappt hier nun endlich auch für die Kategorie „Anderes“, das war zuletzt immer wieder ein Punkt, an dem sich einige Nutzer störten.

Gespeichert wird weiterhin lokal per optionaler microSD-Karte, per Rekorder oder falls ihr das Gerät in ein NAS-System eingebunden bekommt. Letzteres könnte aber aufgrund des Akkubetriebs der Kamera möglicherweise auch nicht funktionieren. In euer heimisches WLAN lässt sich das Gerät dank Wi-Fi 6 zuverlässig einbinden. Für die Zwei-Wege-Kommunikation ist unten in der Kamera ein entsprechender Lautsprecher und natürlich auch ein Mikrofon eingearbeitet.
Wichtiger Aspekt: die Bildqualität. Die 2K-Kamera (Blende von f/1.0 sowie ein Sensor mit 1/1,8 Zoll) bietet ein Sichtfeld von horizontal bis zu 90 Grad, vertikal bis zu 50 Grad, was den Aufnahmebereich natürlich klar festlegt. Als Bullet-Cam ist das Modell so oder so nur für solche Einsatzbereiche geeignet, in der ein fester Bereich ohne schwenken und neigen überwacht werden soll. Tagsüber bieten die 4 MP schon eine sehr gute Bildqualität, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen. Ihr könnt über die App auch jederzeit Fotos und Videos vom Bild aufnehmen, außerhalb der automatischen Aufzeichnung bei Bewegungserkennung.

Sobald es dunkel wird, dürft ihr euch hier auf ein Setup aus 6 LEDs verlassen, welche den Sichtbereich sehr gut ausleuchten. Leider lässt sich das Licht ausschließlich manuell über die App zuschalten, ein automatisches Einschalten bei erkannter Bewegung funktioniert aufgrund der Akku-Anbindung leider nicht. Dank ColorX-Technologie bekommt ihr hier nicht einfach nur das öde, quasi schwarzweiße Nachtsichtbild zu sehen, sondern ein farbiges und vor allem aufgehelltes. Die Kamera arbeitet hier mit dem vorhandenen Restlicht der Umgebung, was je nach Location für richtig gute Bilder sorgen kann. Klar, wenn die Kamera inmitten von purer Dunkelheit, fernab von Straßenbeleuchtung und am besten noch bei vollkommen bewölktem Himmel montiert ist, dann bringt euch das alles wenig. Dann sind aber noch immer die LEDs da, die sich jederzeit hinzuschalten lassen.
Jene Aufnahme ist wohlgemerkt um 22:45 Uhr im Mai dieses Jahres entstanden, eine Laterne beleuchtet die Straße neben dem Grundstück – mehr als ausreichend Restlicht für so ein Bild:
In unserem Fall ist das Solarpanel an einer Hausseite montiert, wo gerade einmal maximal den halben Tag lang – bei guter Wetterlage – die Sonne wirken kann. Das reicht aber dennoch locker dafür, dass ich hier selbst nach knapp einer Woche Einsatz und viel Herumspielerei in der App, am Bild und mit der Beleuchtung der Kamera nie unter 85 Prozent Akku gekommen bin. Vor der Ersteinrichtung – dazu rät der Hersteller und das habe ich mir vor langer Zeit auch einfach angewöhnt – wurde der Akku einmal vollständig aufgeladen.
Die beworbene Voraufzeichnung von 10 Sekunden funktioniert genau so, wie es Reolink auch beschreibt. Ihr müsst das Feature manuell in der App aktivieren, anschließend werden bei jeder erkannten Bewegung in den vorher eingestellten Bereichen 10 Sekunden vorab vom Bereich aufgezeichnet, gefolgt von der eigentlichen Aufnahme. Die Altas ist, wie viele ihrer Kollegen von Reolink, in der Lage, Objekte nicht nur smart zu erkennen und zu identifizieren, sondern kann jene dann auch in der Aufnahme mit einem Rahmen markieren.

Was bleibt nun also zur neuen Reolink Altas zu sagen? Das Unternehmen liefert für knapp 160 Euro eine absolut wertige Kamera für den Einsatz im heimischen WLAN ab, die nicht nur die beschriebene Voraufzeichnung bietet, sondern zudem auch richtig gute Nachtaufnahmen abliefern kann. Die integrierten LEDs sorgen für eine kräftige Ausleuchtung, leider nur manuell zuschaltbar. Und mit einer optionalen microSD (maximal 512 GB) könnt ihr weiterhin offline aufzeichnen lassen, ganz ohne Abo-Zwang. Den Kaufpreis finde ich durchaus gerechtfertigt, zumal die Geräte des Herstellers meinem Empfinden nach immer hochwertiger verarbeitet sind.
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7 months ago
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