Der britische Spielwarenhersteller Games Workshop, der hauptsächlich für die Tabletop-Marke Warhammer bekannt ist, hat seinen Angestellten untersagt, bei der kreativen Arbeit auf KI zu setzen. Das hat der CEO im jüngsten Geschäftsbericht publik gemacht und erklärt, dass es dabei auch um den Schutz der eigenen Markenrechte gehe. Wer Inhalte oder Designs erstelle, dürfe sich dabei nicht von KI-Technik helfen lassen. Kevin Rountree hat in dem Bericht noch das ungewöhnliche Eingeständnis getätigt, dass er kein KI-Experte sei. Einige seiner Führungskräfte seien das zwar, „aber keiner von ihnen ist bisher besonders begeistert davon“. Die dürfen die Technik demnach aber weiter testen.
Lob für die Kreativen
Während andere Firmen angesichts der raschen Weiterentwicklung von KI-Technik aktuell zurückhaltend bei Neueinstellungen sind oder explizit unter Verweis auf KI sogar Stellen abbauen, hat Games Workshop demnach zuletzt sogar mehr Kreative eingestellt. Talentierte und leidenschaftliche Menschen würden Warhammer überhaupt erst zu der „reichhaltigen und inspirierenden Marke“ machen, die man in der Firma und bei den Fans so schätze.
Mit diesem Lob setzt sich das Unternehmen auch von anderen Firmen aus der Entertainment-Branche ab. Erst am Montag hat das belgische Videospielstudio Larian nach heftiger Kritik der eigenen Fans erklärt, dass bei der Konzeptentwicklung für das kommende Spiel „Divinity“ doch keine KI-generierten Inhalte benutzt werden sollen.
Games Workshop wurde 1975 in London gegründet, 1994 folgte der Börsengang. Vor etwa zehn Jahren hat der Aktienkurs merklich angezogen und seit gut einem Jahr gehört die Firma zu den 100 umsatzstärksten des Vereinigten Königreichs, die Aktien sind Teil des FTSE 100. Dort gehörten die Anteile im vergangenen Jahr zu den erfolgreichsten, in den vergangenen 12 Monaten ist der Kurs um fast 40 Prozent gestiegen. Laut dem Geschäftsbericht sind sowohl der Umsatz als auch die Gewinne vor Steuern zuletzt stark gewachsen, Rountree hat sich mit dem Ergebnis äußerst zufrieden gezeigt. Weil das Weihnachtsgeschäft aber schlechter gelaufen ist, als erwartet, hat der Kurs dann etwas nachgegeben.
(mho)



