
Die CES in Las Vegas markiert für Reolink in diesem Jahr einen Strategiewechsel: Der Hersteller rückt von der Cloud-Abhängigkeit ab und verlagert die Rechenleistung für Sicherheitsanalysen direkt ins lokale Netzwerk. Mit der Vorstellung einer dedizierten KI-Recheneinheit und neuen Kamerasystemen, die mit bis zu drei Objektiven arbeiten, zielt das Unternehmen auf mehr Datensicherheit und eine präzisere Objekterfassung ab. Zudem stehen auch Effizienz-Updates bei den Akku-Modellen und neue Solar-Lösungen auf der Agenda für 2026.
Reolink AI Box
So hat Reolink mit der AI Box ein neues Hardware-Modul vorgestellt. Das Ziel dieser dedizierten Recheneinheit ist es, bestehende Kamerasysteme um komplexe Analysefunktionen zu erweitern, das Ganze ohne die Bandbreite durch ständige Uploads zu belasten oder die Privatsphäre durch externe Datenverarbeitung zu kompromittieren.
Im Inneren der Box arbeitet ein Qualcomm Dragonwing Q8 als Chip. Dieser ist auf lokale KI-Prozesse und Bildverarbeitung optimiert, wobei der Fokus auf Energieeffizienz und niedrigen Latenzzeiten liegen soll. Die AI Box wird per Plug-and-Play mit dem Netzwerk verbunden und fungiert als zentraler Hub für Reolink-Kameras, Home Hubs oder NVRs. Auch ältere Kameramodelle ohne integrierte KI-Logik sollen durch die Verbindung mit der Box Zugriff auf moderne Erkennungsalgorithmen erhalten. Lediglich 4G-Kameras sind von dieser Kompatibilität ausgeschlossen.

Die AI Box führt eine Reihe neuer Analyse-Werkzeuge ein, die unter dem Namen ReoNeura zusammengefasst werden:
- Prompt-basierte Alarme: Statt nur auf einfache Bewegungsmuster zu reagieren, lassen sich spezifische Regeln per Texteingabe definieren. So kann das System beispielsweise gezielt melden, wenn eine Person ohne Sicherheitshelm eine Baustelle betritt oder ein Fahrzeug in einer Einfahrt parkt.
- KI-Videosuche+: Diese Funktion ermöglicht die Durchsuchung von Archivmaterial mittels natürlicher Sprache. Nutzer können nach Attributen wie „rote Jacke“ oder „weißer SUV“ suchen. Die semantische Analyse erkennt dabei feine Unterschiede und versieht die Ergebnisse mit visuellen Tags zur schnelleren Sortierung.
- Ereignisbeschreibung & Smart Summary: Das System erstellt automatisiert textliche Zusammenfassungen von Vorfällen und stuft diese in vier Prioritätsstufen (L1 bis L4) ein. Ein zusammenfassender Bericht liefert statistische Daten über Häufigkeiten, identifizierte Personen und allgemeine Trends über mehrere Kameras hinweg.
Die Reolink AI Box soll im dritten Quartal 2026 auf den Markt kommen. Der Vertrieb erfolgt sowohl über den herstellereigenen Onlineshop als auch über Amazon. Konkrete Angaben zur Preisgestaltung liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.
OMVI-Serie

Zusätzlich zu neuen KI-Lösungen nutzt Reolink die CES 2026, um mit der OMVI-Serie eine neue Generation von Überwachungskameras vorzustellen. Das technische Alleinstellungsmerkmal hiervon ist die Integration von drei Objektiven in einem Gehäuse, um gleichzeitig weite Areale abzudecken und Details vergrößert darzustellen.
Die X16 PoE erreicht eine Gesamtauflösung von 24 Megapixeln, die sich auf zwei unterschiedliche Kameraeinheiten verteilt:
- Panorama-Einheit: Ein Dual-Lens-System mit 16 Megapixeln, das einen 180°-Weitblick ermöglicht. Die Neigung dieses oberen Moduls lässt sich motorisiert zwischen 0° und 22° justieren.
- PTZ-Einheit: Ein separates 8-Megapixel-Objektiv mit 16-fachem optischen Zoom. Dieses untere Modul deckt einen horizontalen Schwenkbereich von 360° sowie eine vertikale Rotation von 140° ab.

Die Software der neuen Geräte nutzt die Daten beider Kameraeinheiten simultan, um die Überwachung zu automatisieren:
- Synchronisiertes Smart Tracking: Erkennt die Panorama-Einheit eine Bewegung, übernimmt das PTZ-Modul automatisch die Verfolgung des Objekts. Dabei wird das Ziel mit dem optischen Zoom fixiert, auch wenn es den ursprünglichen Sichtbereich des Panorama-Objektivs verlässt. In der App werden beide Ansichten parallel in einem Splitscreen dargestellt.
- Pinpoint-Funktion: Ein Tippen auf einen beliebigen Punkt im Panorama-Bild genügt, um die PTZ-Linse sofort auf diesen Bereich auszurichten und Details heranzuzoomen.
- Automatisierte Abläufe: Über die Funktionen „Auto Patrol“ und „Auto Sweep“ lassen sich feste Routen für die Überwachung definieren oder das gesamte Areal mit nur einem Befehl automatisiert abtasten.
Die OMVI-Serie soll im Sommer 2026 erscheinen. Neben dem Top-Modell X16 PoE wird es weitere Varianten geben, darunter die OMVI 3i, die eine Auflösung von bis zu 18 Megapixeln bietet.
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