
Die Apple Watch wurde vor 10 Jahren vorgestellt, feierte also rundes Jubiläum. Im Gegensatz zum iPhone hat man der Watch keine „Watch X“ gegönnt, sondern wie bekannt, die Apple Watch Series 11, SE3 und Ultra 3 aus dem Hut gezaubert. Die Ultra 3 hängt jetzt schon eine Weile an meinem Handgelenk, Zeit also für einen kleinen Erfahrungsbericht. Doch bevor wir loslegen? Wie sieht das in eurer Umgebung aus? Wenn man Leute mit Watch trifft, haben immer mehr die Ultra am Arm, obwohl sie sichtbar nix mit Sport, Tauchen oder Ähnlichem am Hut haben. Der Grund liegt eher am Display oder vor allem an der Akkulaufzeit. Die Ultra hält auch gern zwei Tage durch, das ist bei der normalen Watch nicht immer so. An den beiden genannten Punkten hat Apple auch dieses Mal (etwas) geschraubt.
Design & Verarbeitung

Optisch bleibt Apple sich bei der Ultra 3 treu. Sie kommt im selben Chassis wie schon die erste Ultra daher. Alle Elemente sitzen am selben Platz und haben immer noch denselben Look. Bulky, für viele zu groß, aber eben auch mit einem gewissen Charme. Es vermittelt auch Robustheit und ein gewisses Outdoor-Feeling.

Das Gehäuse besteht aus Titan und kommt in diesem Jahr wieder in den Farben Schwarz und Titan Natur. Die Ultra 1 gab es damals auch nur in Natur, die schwarze Farbe kam bei der Ultra 2 auch erst im letzten Jahr dazu. Apple gibt an, dass man auf 100 Prozent recyceltes Titan setzt. Das Gehäuse wird auch nicht mehr gefräst, sondern mit einem 3D-Drucker gedruckt. Dadurch werden auch deutlich weniger Ressourcen genutzt. Für den Nutzer ist das zwar Wurst, aber sicher interessant zu wissen. Generell ist die Verarbeitung aber auch bei der Ultra 3 tadellos. Da gibt es nichts zu meckern.
Mit der Vorstellung des neuen Modells hat Apple auch ein paar neue Armbänder vorgestellt, man hat also etwas mehr Auswahl bei der Konfiguration. Ich habe hier das Modell mit dem grünen Trail Loop. Die Ränder reflektieren jetzt Licht. Man sieht euch also auch etwas im Dunkeln, wenn ihr vom Licht angestrahlt werdet. Das Ganze ist aber kein offizielles Sicherheitsfeature.
Das Display

Hier hat Apple ein wenig gebastelt. „Größtes Display in einer Apple Watch überhaupt“ und so Phrasen fielen wieder. Ja, stimmt schon, aber man darf hier keine Wunder erwarten. Der Unterschied zur 2 ist wirklich minimal. Der Rand ist etwas kleiner geworden, die Technik aber immer noch fast dieselbe. Mit 3.000 nits wird die Uhr ausreichend hell, um auch bei starker Sonneneinstrahlung noch sehr gut ablesbar zu sein. Egal wo, das Display leistet einen sehr guten Job. Apple sagt, dass die Ultra 3 jetzt mit einem LTPO3 (vorher LTPO2) und einem Wide-Angle OLED (vorher OLED) daherkommt. Den Unterschied sieht man etwas, wenn man bei besonders spitzen Winkeln auf die Uhr schaut, fällt sonst im Direktvergleich aber nicht auf.

Konnektivität
Apple hat der Ultra 3 auch in diesem Bereich ein Update verpasst. Bisher konnte sich die Uhr per LTE mit dem Mobilfunk-Netz verbinden. Ab sofort ist auch 5G möglich. Das sorgt nicht nur für schnellere Datenverbindungen, sondern auch für einen effizienteren Betrieb. Generell ist die Uhr im Mobilfunk-Modus deutlich weniger Akku-hungrig und ich habe im Test auch festgestellt, dass in Ecken ohne 5G die Verbindung via LTE auch stabiler / besser ist.

Abenteuerlustige dürfen sich auch im Bereich der Verbesserung des Satelliten-SOS-Features freuen. Solltet ihr wirklich mal fernab jeglicher Mobilfunkverbindung sein, dann lässt sich jetzt mehr über Satellit regeln. Nicht nur Notrufe, sondern auch Nachrichten und mehr. Ich konnte das bisher nicht testen, da es mich noch nicht so weit ins Outback verschlagen hat. Gut zu wissen: Das Feature bleibt auch bei Apple (Google auch) kostenlos.
Gesundheitsfeatures

Hier gibt es keine bahnbrechenden Neuerungen, die nicht ohnehin schon verfügbar wären. Es gibt bereits alles, was man sich wünschen würde. Dazu gehören die Herzfrequenzmessung, Informationen zum Blutsauerstoff, Handgelenkstemperatur, Schlaftracking, Fall- und Unfallerkennung, Sirene und mehr. Mit watchOS 26 hat Apple jetzt auch einen Sleep-Score eingeführt, den man so ähnlich schon von anderen Plattformen / Anbietern kennt. Im Endeffekt repräsentiert der Score, wie gut der Schlaf war. Die Berechnung basiert auf der Dauer des Schlafes, der Regelmäßigkeit und den Unterbrechungen.

Neu sind auch – ebenfalls auf älteren Uhren verfügbar – die Benachrichtigungen bei Bluthochdruck. Ich hatte dazu bereits einen Artikel geschrieben. Solltet ihr das Ganze noch nicht eingerichtet haben, dann schaut gern da rein.
Die Workout-App wurde ebenfalls überarbeitet. Man hat jetzt neben einer überarbeiteten Oberfläche auch die Möglichkeit, einfacherer eigene Workouts zu erstellen. So lassen sich schneller Sprint- und Ausdauersegmente mit Pausen kombinieren und vieles mehr. Das ist aber genauso wieder ebenfalls neue Workout Buddy keine Neuerung, die exklusiv auf der Ultra 3 zu finden ist. Hierbei Achtung: Geht nur, wenn das iPhone mitgeführt wird. Ich hätte mir gewünscht, dass Apple so viel Bums in den Chip der Watch packt, dass sowas auch ohne iPhone geht. Scheinbar ist man technologisch bislang nicht so weit, dass es auch in puncto Energieeffizienz sinnvoll wäre.
Die Akkulaufzeit

In der Keynote erwähnte Apple, dass beim Akku nachgelegt wurde. Bisher lag die Laufzeit der Ultra 2 bei 36 Stunden. Mit der Ultra 3 legt Apple nochmal 6 Stunden obendrauf. Wichtig hierbei: Apple hat spezifische Kriterien, wie die das messen:
Die mehrtägige Batterielaufzeit inklusive Schlaftracking basiert auf folgender Nutzung: 600 Zeitchecks, 180 Benachrichtigungen, 30 Minuten App-Nutzung, ein 60-minütiges Training mit Musikwiedergabe von der Apple Watch über Bluetooth und 6 Stunden Schlaftracking über einen Zeitraum von 42 Stunden; die Nutzung der Apple Watch Ultra 3 umfasst insgesamt 8 Stunden Mobilfunkverbindung und 34 Stunden Verbindung zum iPhone über Bluetooth über einen Zeitraum von 42 Stunden.

Wenn man sich das durchliest, gibt es sicher Menschen, die das schaffen, aber es kommt eben auf die persönliche Nutzung an. Ich treibe täglich mindestens 1 Stunde Sport, bin durch Arbeit, Blog etc. ziemlich gebunden und komme auf wesentlich mehr als 180 Benachrichtigungen, nutze dafür aber kaum Apps (bis auf die Komplikationen und Zwift) über die Watch. Ich komme mit der Ultra 3 jetzt auf etwas mehr als eineinhalb Tage Laufzeit, was für mich vollkommen in Ordnung ist. Die Ultra 2 war leicht drunter. Hier kann man die Tage halt auch nicht 1:1 vergleichen, da je nach Workout die Datenerfassung anders ist, nicht jeden Tag dieselben Benachrichtigungen reinkommen, unterschiedliche Apps im Hintergrund unterschiedlich am Akku zerren etc. Ich kenne Menschen, die mit der Ultra auch fast 3 Tage hinkommen. Es kommt auf das persönliche Verhalten und den Nutzungsgrad an. Auf jeden Fall ist sie deutlich langlebiger als die Series 10/11.
Mein Fazit zur Apple Watch Ultra 3
Apple hat mit der Ultra 3 ein paar sinnvolle Dinge umgesetzt, die die ohnehin schon sehr gute Uhr noch ein wenig besser machen. Der eine oder andere hätte sich sicher mehr neue Features gewünscht, aber es ist eben, wie es ist. Das Paket, das Apple hier liefert, ist komplett und lässt wenig Wünsche offen. Für Nutzer der Apple Watch Ultra 1 oder einer älteren Series-Watch ist das Upgrade auf jeden Fall sinnvoll. Solltet ihr eine Ultra 2 euer Eigen nennen, deren Akku noch ausreichend potent ist, lohnt sich das Upgrade nicht wirklich. Hier kann man sicher noch ein Jahr warten, und wer weiß, vielleicht bekommt die Apple Watch ja dann ihr Jubiläumsmodell im neuen Design.
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3 months ago
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