
Es gibt offenbar Probleme bei Apples Prestige-Projekt. Berichten der Financial Times zufolge hat das Unternehmen sowohl die Fertigung als auch die Marketingmaßnahmen für die Vision Pro massiv zurückgefahren. Es scheint, als könne selbst Apple nicht jede neue Hardware-Kategorie sofort zum Massenerfolg führen. Der chinesische Fertigungspartner Luxshare soll die Produktion des Headsets laut Daten von IDC bereits Anfang des letzten Jahres gestoppt haben. Während im Startjahr 2024 noch 390.000 Einheiten ausgeliefert wurden, gehen aktuelle Prognosen für das wichtige Weihnachtsquartal 2025 von lediglich 45.000 neuen Einheiten aus. Das sind Zahlen, die im Vergleich zu den Millionenabsätzen bei iPhone, iPad oder Mac kaum ins Gewicht fallen.
Parallel zur Drosselung der Produktion wurden wohl auch die Budgets für digitale Werbung drastisch gekürzt. In Märkten wie den USA und Großbritannien sanken die Ausgaben im laufenden Jahr angeblich um mehr als 95 Prozent. Auch eine Ausweitung des Verkaufs auf weitere Länder blieb 2025 aus, das Gerät ist weiterhin nur in den bekannten 13 Märkten direkt erhältlich. Die Gründe für die Kaufzurückhaltung der Kunden sind wenig überraschend und wurden seit dem Start diskutiert: Der hohe Einstiegspreis, das Gewicht und der eingeschränkte Tragekomfort schrecken viele ab. Hinzu kommt ein Mangel an Inhalten. Zwar verweist Apple auf mittlerweile 3.000 native Apps, doch im Vergleich zum App-Store-Start beim iPhone ist das Angebot überschaubar. Das Henne-Ei-Problem bleibt bestehen: Ohne breite Nutzerbasis fehlt Entwicklern der Anreiz, Zeit in neue Anwendungen zu investieren.
Daran änderte offenbar auch das im Oktober eingeführte Modell mit M5-Chip, besserer Akkulaufzeit und neuem Kopfband wenig. Der Gesamtmarkt für VR-Headsets ist laut Counterpoint Research ohnehin schwierig und schrumpfte im Jahresvergleich um 14 Prozent. Meta dominiert hier mit seinen deutlich günstigeren Quest-Modellen weiterhin rund 80 Prozent des Marktes. Zwar hat Apple im Enterprise-Sektor, etwa bei Pilotentrainings oder in der Medizin, einige Erfolge vorzuweisen, der Durchbruch im Massenmarkt lässt aber auf sich warten. Für dieses Jahr wird nun eine günstigere, technisch abgespeckte Variante erwartet, die vielleicht mehr Bewegung in die Sache bringt.
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2 months ago
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