Android macht Satellitenkommunikation alltagstauglich

1 week ago 5

Satellitenfunk im Smartphone galt bisher hauptsächlich als Notfallfunktion. Wer irgendwo ohne Netz festsaß, konnte wenigstens noch einen Hilferuf absetzen. Google plant jetzt aber offenbar einen größeren Schritt nach vorn. In der Android Canary Build 2512 tauchen Hinweise auf, dass die Verbindung über Satellit künftig viel breiter genutzt werden kann.

Das Unternehmen hat dafür ein eigenes Menü eingebaut, das als zentrale Anlaufstelle für alle satellitenbasierten Funktionen dienen soll – ein Hub also. Dort lässt sich ein Demo-Modus ausprobieren, ohne dass gleich ein echter Notfall vorliegen muss. Außerdem zeigt das System an, welche Apps die Satellitenverbindung überhaupt nutzen können. Im Hintergrund macht Android dabei eine technische Unterscheidung: Es prüft, ob das Gerät und der Mobilfunktarif nur das langsame NB-NTN (Narrowband Non-Terrestrial Networks) für simple Textnachrichten unterstützen oder bereits das schnellere LTE-basierte NTN beherrschen, das auch für aufwendigere Dienste ausreicht.

Im Code der Preview findet sich eine Liste kompatibler Apps, die einen Blick auf das wirft, was bald möglich sein könnte. Neben Google Maps und Messages stehen dort auch WhatsApp, Snapchat und X mit drauf. Bei WhatsApp war schon länger kommuniziert, dass Sprach- und Videoanrufe mal über Satellit funktionieren sollen. AccuWeather und Google Weather tauchen ebenfalls auf, vermutlich um Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen auch fernab jeder Funkzelle aktuell zu halten. Die App für persönliche Sicherheit ist ebenfalls dabei, was nahelegt, dass Funktionen wie das Teilen des eigenen Standorts im Ernstfall bald über Satellit laufen.

Damit man jederzeit sieht, wie es um die Verbindung steht, plant Google eine neue Ansicht für die Schnelleinstellungen. Die zeigt drei verschiedene Status an: Ein, Verfügbar oder Nicht verfügbar. Das System prüft dabei direkt, ob der jeweilige Mobilfunktarif die Funktion „Carrier Roaming NTN“ unterstützt. Die Satellitenverbindung wird also wie ein gewöhnlicher Roaming-Partner behandelt. Fehlt die Freischaltung im Tarif, bleibt die Funktion gesperrt, selbst wenn das Smartphone wie etwa das Pixel 9 technisch längst dazu in der Lage wäre.

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