ChatGPT sei schon jetzt mächtiger als jeder Mensch, der jemals gelebt hat – das meint zumindest OpenAI-CEO Sam Altman. Hunderte Millionen von Menschen verließen sich nämlich schon jetzt jeden Tag auf den Chatbot. Es klingt, als habe die Welt vorher nicht funktioniert und als bliebe sie stehen, sollte es mal einen Ausfall der Systeme geben. Doch zum Glück: Erst vor wenigen Stunden hatte es großflächige Ausfälle von ChatGPT gegeben, und die Welt steht noch.
X-Beitrag von OpenAI
2030 könne das schon anders sein. Für dieses Jahr setzt Altman seine Visionen in dem Blogbeitrag an, den er "the gentle singularity" nennt, also die sanfte Singularität. Das steht für einen Wandel oder einen unumkehrbaren Wendepunkt.
Unbegrenzte Energie dank KI
Ab 2030, meint Altman, werde es unbegrenzt Intelligenz und Energie geben. Wer es bisher mit Albert Einstein hielt und dachte, die Dummheit der Menschheit sei unendlich, wird nun von Altman eines Besseren belehrt: Intelligenz kann unendlich sein. Und Energie auch. Woher sie kommt, darüber verliert er in diesem Aufsatz kein Wort. Bekannt ist zumindest, dass Altman und OpenAI in Fusionsenergie investieren.
Die Wissenschaft, schreibt er, schaffe dank KI in einem Jahr oder sogar in einem Monat das, wofür sie zuvor eine Dekade gebraucht habe. Dann kann das Fusionskraftwerk freilich übermorgen schon in Betrieb gehen.
Altman träumt auch davon, dass man nur die ersten hundert humanoiden Roboter selbst bauen müsse, die dann alle weiteren Roboter selbst fertigen können. Und zwar die gesamte Lieferkette entlang – vom Graben nach Mineralien bis zur Auslieferung per Lkw. Allerdings steuern die besten humanoiden Roboter von Elon Musk noch immer echte Menschen, weil sie offenbar sonst nicht gut genug sind. Vielleicht kann Atlas von Boston Dynamics ja bald einen Spot bauen.
ChatGPT verbraucht eine Sekunde Backofen-Zeit
Zu den interessanten Fakten aus dem Blogbeitrag gehört, dass Altman Angaben zum Energieverbrauch von ChatGPT macht. Eine übliche Anfrage kostet etwa so viel Energie wie ein wenig mehr als eine Sekunde ein angeschalteter Backofen – 0,34 Watt-Stunden. Eine gute Glühbirne verbrauche so viel in ein paar Minuten. Hinzu kämen 0,000085 Gallonen Wasser, die für die Kühlung der Rechenzentren benötigt werden. Das sind 0,00032176 Liter. Weitere Angaben zu dieser Berechnung macht Altman nicht.
Es sei schwer vorstellbar, was bis 2035 alles entdeckt sein wird. "Vielleicht werden wir in einem Jahr die Hochenergiephysik lösen und im nächsten Jahr mit der Besiedlung des Weltraums beginnen; oder wir werden in einem Jahr einen wichtigen Durchbruch in der Materialwissenschaft erzielen und im nächsten Jahr echte Gehirn-Computer-Schnittstellen mit hoher Bandbreite entwickeln." Altman gibt auch zu bedenken, dass bis dahin Sicherheitsprobleme gelöst sein müssen – technisch und gesellschaftlich. Wie das geht? Man müsse sicherstellen, dass KI-Systeme das Richtige lernen. Außerdem müsse man sicherstellen, dass Superintelligenz billig allen zur Verfügung steht. Wie das wiederum geht, muss wohl auch die KI noch entdecken.
Aber immerhin: Altman ist sich auch sicher, 2030 werden wir nach wie vor unsere Familie lieben, Spiele spielen und in Seen schwimmen.
(emw)



