Agentic Engineering: Webinar zum verlässlichen Arbeiten mit Claude Code

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Künstliche Intelligenz in der Softwareentwicklung gilt vielen als Spielerei, die über das Ausprobieren nicht hinauskommt. Ein Prompt geht hinein, Code kommt heraus, und ob das Ergebnis standhält, zeigt sich erst hinterher. Vibe-Coding heißt das inzwischen, und der Begriff trägt einen abschätzigen Beiklang, der nicht gänzlich unverdient ist. Wer so arbeitet, erhält Ergebnisse, die von Sitzung zu Sitzung schwanken, und zieht daraus die naheliegende, aber falsche Schlussfolgerung, dass mehr nicht möglich sei.

the next big thing – Golo Roden

Golo Roden ist Gründer und CTO von the native web GmbH. Er beschäftigt sich mit der Konzeption und Entwicklung von Web- und Cloud-Anwendungen sowie -APIs, mit einem Schwerpunkt auf Event-getriebenen und Service-basierten verteilten Architekturen. Sein Leitsatz lautet, dass Softwareentwicklung kein Selbstzweck ist, sondern immer einer zugrundeliegenden Fachlichkeit folgen muss.

Der Grund für die Schwankungen liegt nämlich nicht im Werkzeug, sondern in dem, was ein Agent im Repository vorfindet. Genau hier setzt das Webinar Agentic Engineering der the native web GmbH an, das am 26. August 2026 stattfindet und in zweieinhalb Stunden zeigt, wie sich ein Projekt so einrichten lässt, dass die Arbeit mit einem KI-Agenten planbar wird.

Ein Agent ist kein Autovervollständiger. Während klassisches Prompt-Engineering darauf zielt, eine Frage möglichst geschickt zu formulieren, setzt ein Werkzeug wie Claude Code voraus, dass es selbstständig liest, sucht, plant, Änderungen vornimmt und Tests ausführt. Die Qualität des Ergebnisses hängt deshalb weit weniger am einzelnen Prompt als an dem, was das Projekt an Kontext bereitstellt.

Daraus folgt eine andere Arbeitsteilung. Optimiert wird nicht die Formulierung, sondern die Umgebung. Konventionen, Struktur und Erwartungen gehören in das Repository selbst, statt in jeder Sitzung neu erklärt zu werden. Wer einem Agenten nur Prompts zuwirft, bekommt zufällige Ergebnisse; wer die Umgebung einrichtet, reproduzierbare.

Diese Verschiebung ist der Kern dessen, was sich Agentic Engineering nennt, und sie hat eine praktische Folge: Was einmal im Projekt hinterlegt ist, gilt für jede weitere Sitzung und für jedes Teammitglied, das mit demselben Repository arbeitet. Der erste Teil des Webinars klärt, was sich damit tatsächlich verändert und warum die üblichen Ratschläge zur Formulierung von Prompts an der eigentlichen Frage vorbeigehen.

Claude Code bringt für diesen Zweck eine Reihe von Mechanismen mit. Die Datei CLAUDE.md dient als Landkarte des Projekts und beschreibt, was wo liegt und worauf es ankommt. Rules halten verbindliche Konventionen fest, etwa zu Architektur, Namensgebung, Teststrategie oder dem Umgang mit Git. Skills bündeln wiederkehrende Abläufe zu abrufbaren Fähigkeiten, und Hooks greifen an definierten Stellen ein, um durchzusetzen, was nicht dem Zufall überlassen bleiben darf.

Hinzu kommen Arbeitsweisen, die den Ablauf strukturieren. Der Plan-Mode trennt das Überlegen vom Umsetzen, Subagents erledigen abgegrenzte Teilaufgaben, ohne den Hauptkontext zu belasten, und Git-Worktrees erlauben paralleles Arbeiten an mehreren Ständen. Jeder dieser Bausteine hat einen klar umrissenen Zweck, und ein guter Teil der Verwirrung um agentische Werkzeuge rührt daher, dass diese Zwecke selten sauber auseinandergehalten werden.

Der Nutzen reicht dabei über den Agenten hinaus. Konventionen, die sich präzise genug formulieren lassen, dass eine Maschine sie befolgt, sind in aller Regel auch für neue Kolleginnen und Kollegen die bessere Dokumentation. Der zweite Teil des Webinars ordnet ein, welcher Mechanismus wofür taugt und wie die Bausteine zusammenspielen.

Nach einer kurzen Pause entsteht im dritten Teil live ein vollständiges Grundgerüst. Schritt für Schritt wird ein Repository eingerichtet: eine CLAUDE.md als Landkarte, Rules für die Konventionen des Projekts und Skills für die Aufgaben, die darin regelmäßig anfallen. Das Beispiel bleibt bewusst überschaubar, damit jeder Schritt nachvollziehbar bleibt.

Die Struktur ist dieselbe, unabhängig davon, ob im Repository am Ende Dokumentation, Anwendungscode oder beides liegt. Sichtbar wird vor allem, wie sich die einzelnen Bausteine gegenseitig stützen und woran sich erkennen lässt, dass eine Rule zu vage oder eine Skill zu breit geschnitten ist.

Umwege bleiben dabei sichtbar. Gerade sie zeigen, wie beim eigenen Aufbau vorzugehen ist, wenn ein erster Entwurf nicht das gewünschte Verhalten ergibt. Für Fragen aus dem Livechat bleibt in diesem Teil ausreichend Raum.

Der vierte Teil verdichtet die Erkenntnisse zu einer Aussage, die zugleich Versprechen und Einschränkung ist. Die gezeigten Mechanismen sind die notwendige Voraussetzung dafür, mit KI effektiv und effizient zu arbeiten. Ohne sie bleibt der Einsatz eines Agenten Glückssache, mit ihnen funktioniert er zuverlässig und reproduzierbar, auch über längere Zeiträume und im Team.

Eine Grenze bleibt gleichwohl bestehen. Auch ein gut eingerichteter Agent liefert nicht mit hundertprozentiger Sicherheit das Richtige, weshalb der prüfende Blick eines Menschen am Ende nicht entfällt. Alles andere jedoch lässt sich einrichten, überprüfen und im Team teilen, und wer diese Verantwortung annimmt, gewinnt einen Arbeitsmodus, der trägt.

Das Webinar findet am 26. August 2026 von 15 bis 17:30 Uhr online über YouTube statt und wird auf Deutsch durchgeführt. Ein Livechat bietet Gelegenheit für Fragen und Austausch, im Anschluss steht eine vollständige Aufzeichnung bereit, sodass sich einzelne Themen in Ruhe nacharbeiten lassen. Es richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler sowie an Architektinnen und Architekten, die KI über das Vervollständigen einzelner Zeilen hinaus einsetzen möchten.

Die Teilnahme kostet 49 Euro zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter www.thenativeweb.io/learning/webinar-agentic-engineering. (mro)

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